Jamal Miri fliegt und Vereins-Boss jubelt

DJK Sparta feiert bei 2:2 vorzeitigen Aufstieg in Godshorn

Die Konstellation vor diesem Aufeinandertreffen hätte spannender nicht sein können. Der Tabellendritte Godshorn traf am Spielplatzweg auf den zweitplatzierten Ortsnachbarn DJK Sparta und hatte bei dieser Begegnung die allerletzte Chance mit einem Erfolg eventuell doch noch entscheidend in den Aufstiegskampf einzugreifen. Nach 90 heißumkämpften Minuten gab es zwar keinen Sieger, jedoch letztlich einen Gewinner, und der hieß Sparta. Die Fußball-Arithmetik lässt zwar noch eine minimale Unsicherheit zu, allerdings sprechen neun Punkte Vorsprung sowie eine um 48 (!) Treffer bessere Tordifferenz bei drei ausstehenden Spieltagen nicht mehr für eine Veränderung des aktuellen Tabellenbildes. An Selbstbewusstsein mangelte es der Elf vom Silbersee jedenfalls nach dem Abpfiff nicht, es wurde bereits überschwänglich der zu 99 Prozent feststehende Wiederaufstieg in die Kreisliga gefeiert. Erfolgs-Trainer Jamal Miri erfuhr dabei nicht nur eine Gerstensaft-Dusche sondern wurde zugleich von seinen Spielern meterhoch in die Luft geschleudert. Nur gut, dass ein paar kräftige Arme zu einer sicheren Landung verhalfen, man will ja weiterhin mit dem Coach erfolgreich sein.
Auch Dieter Schwarz, Spartas erster Vorsitzender, ließ sich von der Euphorie anstecken, kein Wunder, denn was gibt es Schöneres, als an seinem 61. Geburtstag mit einem derartigen (Aufstiegs-)Geschenk beglückt zu werden.
Bis es soweit war, stand für die Spartaner allerdings ein hartes Stück Arbeit bevor. Die von Godshorns Trainer-Duo Tan Türkyilmaz/Emir Jusofovic bestens eingestellte Truppe um Torjäger Tobias Bartel entpuppte sich schnell als unangenehmer Gegner, der nur wenig Freiraum zur Entwicklung von Torraum-Szenen zuließ. Man hatte offensichtlich gehörigen Respekt voreinander und so blieben Höhepunkt zunächst die Ausnahme. Cem Erkan kam nach einer Viertelstunde erstmals zum Schuss, doch ebenso wie beim Kopfball von Pascal Feuss fehlte die letzte Konsequenz beim Abschluss (19.).
Eine Riesenlücke in Spartas Abwehr verhalf Kevin Kröger in der 25.Minute zur ersten Großchance, die er sehr zum Leidwesen seiner Trainer vergab. Für die Platzherren schien es jedoch ein Signal, sich nun etwas mehr in der Offensive zuzutrauen. Bartel, bis dahin gut abgeschirmt, kam in der 32.Minute in aussichtsreiche Position und nur einer Glanztat von Keeper Ilyes Khlifi war es zu verdanken, dass die Schwarz-Gelben nicht in Rückstand gerieten. Da auch Malte Theusner kurz vor dem Halbzeit-Pfiff des aufmerksam leitenden Referees Sven Jürgens vom RSV Seelze aus zwölf Metern zu ungenau zielte, ging es torlos in die Pause.
„Bewegt euch mehr und fangt an Fußball zu spielen!“ Spartas Coach sah sich veranlasst, einen deutlichen Weckruf an seine Mannen zu richten, denn die bis dahin gezeigten Leistungen konnten weder ihn noch den eigenen Anhang zufrieden stellen. Und tatsächlich, die Spartaner schienen verstanden zu haben. Yigit Arslan setzte sich in der 52. Minute mit einem langen Pass von Danijel Toroman energisch im TSV-Strafraum durch und vollendete unhaltbar für Sören Lenk zur 1:0-Führung. Es passte irgendwie zu dem bisherigen Geschehen an diesem sonnigen Frühlings-Nachmittag, dass auch danach keine Sicherheit im Team vom Silbersee aufkam. Ausdruck für einige Unstimmigkeiten sowohl im Spielaufbau als auch Abwehrverhalten war der schnelle Ausgleich, den Luca Renner mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze nach exakt einer Stunde herstellte. Godshorn wurde zunehmend mutiger und brachte die nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Abwehr-Chef Tufan Akca wackelige Hintermannschaft in manch kritische Situation. Goalgetter Bartel reagierte nach einem Freistoß in der 74.Minute am schnellsten und drückte das Leder aus kurzer Distanz zum 2:1 für seine Farben über die Linie. Auf der Gegenseite hatte Ümit Topal, leicht angeschlagen in die Partie gegangen, einen schweren Stand und kam nicht wie gewohnt zum Zuge. Immerhin zeigten die Spartaner nun eine Reaktion und dominierten die Schlussviertelstunde. Zwei Minuten vor dem Spielende schüttelte erneut Yigit Arslan seinen Bewacher nach einem feinen Pass von Patrick Brodersen ab und besorgte den kaum noch erwarteten Ausgleich – Ende gut, alles gut.
Zum vorletzten Heimspiel empfängt Sparta am Sonntag um 15 Uhr am Silbersee das Team vom TSV Mariensee-Wulfelade. Natürlich strebt die Miri-Truppe eine Revanche für die klare 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel an und zudem sollen allerletzte theoretische Zweifel am Aufstieg beseitigt werden.
Aufstellung Sparta: Ilyes Khlifi; Tufan Akca (64. Minute Bilel Khlifi), Erdem Deniz (75. Minute Patrick Brodersen), Lukas Lichtenstein, Pascal Feuss, Tolga Candir, Danijel Toroman (65. Minute Kai-Steven Lawrence), Ümit Topal, Yigit Arslan, Cem Erkan, Celim Sögüt.
Godshorn: Sören Lenk; Nils Krause, Melvin Wirth (58.Min. Maximilian Fuchs), Thorben Tappenbeck, Stefan Liebig, Pascal Henke, Luca Renner, Malte Theusner (87. Minute Johann Linnenbrink), Tobias Bartel (81. Minute Emre Gürsox), Nick Dabrowski, Kevin Kröger.