Karlheinz Teufert mit Silber in M80

Karlheinz Teufert (links) sicherte sich die Silbermedaille.

WM: neuer deutscher Straßenrekord in M85

Jetzt tummelten sich bei schönstem Sonnenwetter unzählige ungarische Besucher in den weiträumigen Anlagen des budapester Stadtparks tummelten, fand etwas abseits davon im Rahmen der Senioren-Weltmeisterschaften das Zehn-Kilometer-Straßengehen statt. Ein Massenfeld von älteren Gehern und Geherinnen machte sich auf die noch nach dem Programmausdruck geänderte Rund-Strecke, die nun nebst einer scharfen Abbiegung auch nicht mehr als 1.000-Meter-Runde angesprochen werden konnte, sondern längenmäßig etwa 1,5 Kilometer betrug. Karlheinz Teufert (international noch M80 und einziger langenhagener Teilnehmer), der am Tag vorher nicht zur Vorbesprechung gegangen war, sondern nach dem anstrengendem 3000-Meter-Hallengehen von vor drei Tagen einer erholenden Donaurundfahrt bedurfte, hatte diese Änderung nicht so richtig mitbekommen und marschierte von Start auch äußerst flott los, war dann sichtlich frustriert, als die Zeituhr nach einer Runde statt seiner eingeplanten Zeit einige Minuten länger anzeigte. Dennoch lagen seine sonst stärkeren Konkurrenten sichtlich hinter ihm. Es dauerte einige Zeit, bis die Zielrichter ihm verständlich machen konnten, dass statt zehn nur sieben Runden gegangen werden sollten. Als allerdings der dreimalige Weltmeister von Porto Alegre/Brasilien Ivan Pushkin (1:11:06,5 Stunde) aus der Ukraine an Teufert vorbeizog, konnte der Langenhagener nicht mehr folgen und kam schließlich etwa 300 Meter hinter ihm auf den zweiten Platz.
Trotzdem blieb dem frisch gebackenen Vizeweltmeister ein nicht geringer Trost: Teufert war für seine nationale Altersklasse M85 mit 1:12:57,0 Stunden einen neuen deutschen Rekord gegangen.
So haben sich sowohl die ihm gewährte mentale Betreuung durch Lutz Blume (Seelze) als auch die gehtechnischen Hinweise von Spartatrainer Mariam Bigocki sichtlich ausgezahlt.
Der Sieger des oben erwähnten 3.000-Meter-Hallengehens Tapio Ollikainen (Finnland) kam nur noch auf auf einen dritten Rang (1:15:20,7 Stunden). Weiterhin folgten der Engländer Horwill und der Portugiese Bom. Die internationalen Gehrichter, sechs an der Zahl, hatten auch bei den älteren Semestern die Augen offen: So wurde in der Gruppe M80 der Rumäne István Sandor wegen fehlerhaften Gehstils disqualifiziert. Teufert allerdings, was selten vorkommt, entging jeglicher Verwarnung. Seine Frau Yoshiko jedoch, die wegen ihres entzündeten Fersensporns nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, hätte vielleicht besser, anstatt einer Auffrischung ihrer chinesischen Sprachkenntnisse inmitten der Delegation aus Hong Kong zu frönen, für ihren Mann die notwendige Rundenansage übernehmen können.