Kein Sieger im Seen-Derby

Sparta und TSV KK-Reserve friedlich 1:1

Derby-Stimmung mit rassigen Zweikämpfen, packenden Torraumszenen und emotionale Hochspannung bis zum Abpfiff? Nein, so recht passte dieses Klischee nicht zur Realität an diesem Sonntagnachmittag beim Aufeinandertreffen der beiden Ortsrivalen. Es wurde zwar beiderseits intensiv um jeden Zentimeter Boden gerungen, aber gleichermaßen auch deutlich, dass die Negativserien der letzten Wochen beiden Kontrahenten viel an Sicherheit und Selbstvertrauen gekostet haben. „Wir wollten heute keinen Schönheitspreis gewinnen und zumindest nicht als Verlierer vom Platz gehen!“ Spartas Trainer-Duo Burgmüller/Schmeisser hatte seine Ansprüche an die personell weiterhin arg dezimierte Elf von vornherein nicht zu hoch angesetzt, um damit auch den Druck vom verunsicherten Team etwas zu nehmen.
Wer weiß, wie der Verlauf dieser Begegnung gewesen wäre, wenn Schiri Benjamin Hesse in der fünften Minute nach einem Foul im Strafraum an Alexander Steinpreis den Mut zum Elfmeter-Pfiff besessen hätte? So aber haderten die Spartaner einmal mehr mit der Ungunst der Unparteiischen in dieser Saison. Die Antwort der Kicker vom Waldsee ließ nicht lange auf sich warten und in der Folge besaßen Florian Gähle und René Besser einige Einschussmöglichkeiten, die der gut aufgelegte Christoph Sommer im Tor der Silbersee-Elf reaktionsschnell vereiteln konnte. Eine Großtat musste er in der 28. Minute gegen Marco Momberg vollbringen, der bereits den Torjubel auf den Lippen hatte. Gefahrenmomente vor dem TSV KK-Gehäuse entwickelten sich eher selten, wenngleich André Meyer bei seinem Kopfball sozusagen eine 100%ige Chance zur Führung ausließ (30.). Für den wegen einer Blessur am Knie ausgeschiedenen Tobias Sauermilch war kurz zuvor Yavuz Agirman eingewechselt worden, womit die sich die Alternativen von der Bank für Spartas Trainer erschöpften. Den zweiten Abschnitt eröffnete Arda Evrem mit einem Schuss ans Außennetz und nährte damit die Hoffnung des eigenen Anhangs auf eine Belebung der Angriffsbemühungen. Ausgerechnet dem bis dahin souverän agierenden Sven Hoffmann widerfuhr in der 54.Minute ein Missgeschick im Strafraum, das Besser problemlos zum 0:1 ausnutzte. Trotz dieses überraschenden Rückstands spürte man, dass die Spartaner im Gegensatz zu den letzten Spielen nicht gewillt waren, nun die Flinte ins Korn zu werfen. Einsatzfreude sowie mannschaftliches Engagement stimmten zumindest, obwohl so manch gutgemeinte Aktion nicht mit einem erfolgreichen Abschluss endete. Der zuvor glücklose Steinpreis stellte in der 83. Minute doch noch seine Vollstrecker-Qualitäten unter Beweis, als er mit einem kapitalen 18-Meter-Schuss TSV-Keeper Brüggemann auf dem falschen Fuß erwischte und somit den Ausgleich herstellte. Kaum zwei Minuten später wartete nicht nur Evrem vergebens auf eine Entscheidung zu seinen Gunsten: Jedoch erneut verwehrte der 23. Mann auf dem Feld den Schwarz-Gelben einen aus ihrer Sicht glasklaren Elfmeter. Vielleicht war es auch gut so, denn mehr als je einen Punkt hatten sich die beiden Mannschaften mit ihren Darbietungen eigentlich auch nicht verdient.
Im letzten Vorrundenspiel wartet auf Sparta am Sonntag um 14 Uhr eine Herkulesaufgabe. Beim unangefochtenen Tabellen-Primus TSV Schloß Ricklingen geht es wohl nur um Schadenbegrenzung und ein achtbares Resultat.
Aufstellung Sparta: Christoph Sommer, Sven Hoffmann, Steven Schmeisser, Tobias Sauermilch (26. Minute Yavuz Agirman), Daniel Klassen, Dennis Schweer, René Meyer, Frederick Krell, Arda Evrem, Alexander Steinpreis, René Salato.