Konzentration zahlte sich aus

Nikoloas Malafekas (links) macht den Korb für den SCL.

SCL-Lions im gesicherten Mittelfeld

Die Vorzeichen für das Doppel-Derby-Wochenende waren für den SCL denkbar schlecht: Nach der enttäuschenden 80:59 Niederlage beim MTV/BG Wolfenbüttel Anfang Dezember hatte SCL-Lions-Coach Björn Becker durch die Abgänge von Topscorer Sascha Leck zum Ligakonkurrenten VfL Hameln und Flügelspieler Peter Weidner (Garbsener SC), sowie die Ausfälle von Nikolaos Malafekas (Rückenprobleme) und Maurice Williams (Heimaturlaub), Probleme ausreichend Spieler für ernstzunehmende Trainingseinheiten zu versammeln.
Mit der Hypothek einer durchwachsenen Vorbereitung im Gepäck sollten die bisher auswärts sieglosen Lions zunächst beim TK Hannover antreten. Die Turnbrüder standen mit erst zwei Siegen aus acht Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz, aus den Ergebnissen der letzten Wochen war aber ein Aufwärtstrend bei der noch jungen Mannschaft abzulesen. Zudem drohte den Lions im Falle einer Niederlage das Abrutschen in die hinteren Ränge der Tabelle.
Der TKH startete dann auch furios mit zwei Dreiern von Faniel Hintza in das Spiel. Zudem hatten die Lions zunächst Probleme mit der aggressiven Mann-Mann-Verteidigung der Hausherren, so dass man erst in der 5.Spielminute zum ersten Mal durch einen Dreier von Maurice Williams in Führung gehen konnte.
In der Offensive profitierten die Lions im ersten Viertel von einer hohen Trefferquote, allerdings fand man in der Defensive keinen Zugriff, sodass es mit 22:27 in die Viertelpause ging. Im zweiten Viertel fand Maximilian Döring dann immer besser in das Spiel und machte sich seine körperliche Überlegenheit unter dem Korb zu nutze. Bis zur 13.Spielminute konnten so die Lions bis auf elf Punkte anteilen, die zweite Hälfte des Viertels gehörte jedoch wieder den Gastgebern, die durch einen Buzzer Beater zum Pausenpfiff den Spielstand auf 41:44 setzten.
Langenhagener Unmutsbekundungen ahndeten die Schiedsrichter mit einem technischen Foul, was zu einem Spielstand von 42:44 vor dem dritten Viertel führte. Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte abermals dem TKH, der durch Punkte von Faniel Hintza wieder in Führung ging. In den folgenden Spielminuten reagierten die Lions mit eine Steigerung ihrer Defensivleistung und ließen bis kurz vor der Viertelpause keine Feldkörbe der Turnbrüder zu, so dass zwischenzeitlich eine Zehn-Punkte-Führung wiederhergestellt werden konnte.
Bis zum Viertelende ließ die Langenhagener Konzentration wieder nach, was zu leichten Korberfolgen auf Seiten des TKH führte. Mit 56:63 ging es in den letzten Spielabschnitt. Die Lions erwischten hier den besseren Start und konnten durch Punkte von Maximilian Döring und Maurice Williams einen 10:0-Punkte-Lauf absolvieren. Die junge Mannschaft des TKH zeigte sich im Anschluss kämpferisch, während beim SCL überhastete Aktionen im Angriff und Unkonzentriertheiten in der Verteidigung überwogen. Etwas unsouverän verwalteten die Lions die 17-Punkte-Führung aus der 35.Spielminute bis zum Schlusspfiff, wodurch das Spiel mit 73:85 zu Ende ging. Glücklich über den Sieg, aber mit dem Bewusstsein schon 24 Stunden später eine bessere Leistung gegen die Neustadt Shooters abrufen zu müssen, trat man die kurze Heimreise an.
Williams 24, Döring 20, Geldmacher 11, Ouzounis 11, Cvijanovic 9, Rittinger 7, Malafekas 3, Doesvili
Am Folgetag gastierten dann die Shooters aus Neustadt bei den SCL Lions. Die Shooters, die bis dato erst zwei Niederlagen aus acht Spielen zu verzeichnen hatten, konnten nicht nur mit einem vollen Zwölf-Mann-Kader antreten, sondern hatten auch noch einen beeindruckenden Fantrupp von rund 60 Basketballbegeisterten im Anhang. Dem gegenüber standen die acht Lions, die bereits am Vortag gegen den TKH angetreten waren.
Das erste Viertel des Spiels gestaltete sich ausgeglichen, auf Seiten der Lions kamen Williams und Cvijanovic gut in das Spiel und konnten punkten, auf der Gegenseite antworteten zunächst Sheard und Holsten. Mit 22:18 für die Lions ging es in die erste Viertelpause.
Im zweiten Viertel kamen die Lions besser ins Spiel und konnten sich durch weitere Punkte von Williams und Doesvili auf bis zu 32:20 in der 15.Spielminute absetzen.
Doch die letzten fünf Minuten vor der Halbzeitpause gehörten den Gästen, die in diesen Minuten eine hohe Trefferquote aus dem Feld erzielten und durch eine Pressverteidigung Ballverluste bei den in dieser Phase unkonzentrierten Lions provozierten. In der 19.Spielminute konnten die Shooters auf 32:32 ausgleichen, bis Geldmacher und Ouzounis einen kleinen Vorsprung von 36:32 zur Halbzeitpause sicherstellten.
Das dritte Viertel war geprägt von einer engagierten und konzentrierten Verteidigungsleistung des gesamten Lions-Teams. Während sich bei den Lions in der Offensive Döring und immer wieder Williams durchsetzen konnten, wirkte das Spiel der Gäste aus Neustadt ohne die gewohnt hohe Trefferquote aus der Distanz ideenlos.
Symptomatisch hierfür konnten diese im dritten Viertel nur vier Punkte aus dem Spiel heraus erzielen. Somit ging das Viertel verdientermaßen mit 19:10 an die Lions. Im letzten Spielabschnitt versuchten die Shooters durch eine Zonenpresse eine Wende im Spielverlauf zu erzwingen, die Lions agierten dagegen konzentriert, kontrollierten das Spieltempo und kamen immer wieder zu leichten Punkten.
Der Vorsprung konnte trotz schwacher Quote aus der Distanz zur Mitte des Viertels auf bis zu 22 Punkte ausgebaut werden. In den abschießenden Minuten gab es wenig Gegenwehr von den Shooters, auch die ausgewählten Langenhagener Fans konnten sich zu diesem Zeitpunkt akustisch gegen den zahlenmäßig überlegenen Neustadt-Anhang durchsetzen. Letztendlich war nach dem Schlusspfiff ein deutlicher 74:56 Erfolg der als Außenseiter gehandelten Lions zu verbuchen.
Williams 32, Döring 12, Malafekas 10 , Geldmacher 6, Rittinger 5, Cvijanovic 4, Doesvili 3, Ouzounis 2.
Durch dieses überaus erfolgreiche Wochenende schaffen die Lions einen versöhnlichen Abschluss einer sehr bewegten Hinrunde in der ersten Saison der zweiten Regionalliga.
Mit einer ausgeglichenen Bilanz von fünf Siegen bei fünf Niederlagen befindet man sich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Für das Team gilt es nun den Schwung aus den beiden Siegen mitzunehmen und sich mit Rückkehrer Marko Narjes auf eine hoffentlich erfolgreiche Rückrunde vorzubereiten.