Krähen begeistern ihre vielen Fans

TSV KK überrascht mit Auswärtssieg beim OSV Hannover

Im Umfeld des Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide wird derzeit nicht nur Rasensport betrieben. Auch Denksport gehört momentan zu den viel gepflegten Beschäftigungen. Wie viele Punkte hat der TSV KK auf dem Konto? Wie groß ist der Rückstand zu den Konkurrenten? Wie sieht das Restprogramm aus? Natürlich empfiehlt es sich, ausschließlich auf das eigene Team
zu schauen. Doch dass vielfach über die genannten Fragen sinniert wird, das bleibt  nicht aus. Bevor die Krähen sich nun am vergangenen Sonntag auf den Weg zum Auswärtsspiel beim OSV Hannover machten, dem zwei Tage später bereits eine Partie in Heessel folgen wird, lautete die Wunschrechnung vieler Anhänger, dass aus diesen beiden Spielen mindestens vier Punkte herausspringen mögen, um danach ein echtes Schlüsselspiel gegen den FC Lehrte zu haben – jener
Mannschaft, die derzeit den begehrten rettenden zwölften Platz einnimmt.
Und im Stadion des OSV Hannover ging es vor zahlreichen mitgereisten TSVKK-Fans vielversprechend los. Das komplette Team schwor sich vor dem Anpfiff hingebungsvoll auf die Aufgabe ein, und der Start verlief denn auch dementsprechend hoffnungsvoll. Die Krähen waren sofort da, zeigten eine
gute Körpersprache und waren schon in der ersten Minute zum ersten Eckball gekommen. Doch dann wurden sie in der neunten Minute kalt erwischt. Tjark Miener unterlief am eigenen Strafraum ein Fehlpass zu Hannovers Betrim Shabani, der sich die Chance nicht entgehen ließ und zum 1:0 traf. Und nur wenige Minuten später mussten die Krähen das zweite Gegentor hinnehmen. Ertan Ametovski stand auf der rechten Seite völlig frei, so dass er mühelos in den Strafraum flanken konnte. Dort schoss Gerhard Kwarteng ein. Den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hatten nach
einer Viertelstunde zwei bittere Rückschläge ereilt, und so mancher mag sich gefragt haben, ob sich das Team davon noch einmal erholen sollte. Schließlich war der Gegner an diesem Nachmittag nicht weniger als das beste Rückrundenteam, das zuvor viermal in Folge gewonnen hatte. Hätte
Ametovski kurz nach dem 2:0 ein drittes Tor für den OSV nachgelegt, wäre die Frage nach den Aussichten für die Krähen vielleicht schnell beantwortet gewesen. Doch der Schuss flog über die Latte, und von da an war es das Team von Trainer Ingo Trebing, das für die Torraumszenen sorgen sollten. Alexander Dosch und Marcel Kunstmann bot  sich in der 26.Minute eine Doppelchance. OSV-Torwart Eren Tastan reagierte zweimal hintereinander glänzend. Es folgten weitere gute Gelegenheiten  für Kunstmann, Dennis  Tasche und  Adrian Zimmermann, die noch ungenutzt blieben. Das Bewusstsein, in dieser Partie trotz des Zwei-Tore-Rückstands sehr gut mitgehalten zu haben, dürfte einer der Faktoren für das gewesen sein, was nach der Pause folgen sollte. Denn nun sorgte die Mannschaft für Begeisterung bei ihrem Anhang. Zunächst war da der schnelle Anschlusstreffer. Dennis Tasches guter Schuss sprang vom Pfosten zurück ins Feld. Philipp Schmidt war zur
Stelle und brachte die Rot-Blauen wieder heran. Sechs Minuten später fiel dann der umjubelte Ausgleich. Der unermüdliche Marcel Kunstmann leistete auf der linken Seite die starke Vorarbeit zum 2:2 durch Renè Legien. Und dann die 67.Minute: Felipe-Marcel Böttcher war gerade fünf Minuten im Spiel, als er auf der rechten Seite mehrere Gegenspieler sehenswert umkurvte und
danach die Klasse hatte, aus einem fast unmöglichen Winkel, fast auf der Torlinie stehend, den Ball zum 3:2 für KK in den oberen Torwinkel zu jagen. Ein „Podolski-esquer“ Treffer, der es locker mit den allsonnabendlichen Augenweiden-Vorschlägen zum Tor des Monats aufnehmen könnte.
Die Krähen hatten das Spiel komplett gedreht, und bei den Anhängern der Gäste waren neben den Stimmbändern für lautstarke Anfeuerung fortan die Uhren die meist frequentierten Objekte. Drei Punkte, die so wichtig wären, waren greifbar nah. Doch noch waren mehr als 20 Minuten zu absolvieren. Verdient war der Zwischenstand zu diesem Zeitpunkt allemal, denn der TSV KK war nun nicht nur das aktivere Team. Auch spielerisch wusste die Waldsee-Elf immer
besser zu gefallen. Der OSV beschränkte sich seinerseits darauf, es gelegentlich mit langen Bällen zu probieren. Der Effekt blieb aus, und Trainer Wilfrid Bergmann sollte die Leistung seiner Mannschaft später als „arrogant“ bezeichnen. Dennoch hätten Roland Durakin mit einem Kopfball nach einer
Ecke sowie Bernard Baruti mit einem Schuss aus zentraler Position für den Ausgleich sorgen können. Die beste Gelegenheit dazu bot sich den Gastgebern dann in der 88. Minute bei einem Freistoß aus bester Lage. Eine ähnliche Gefahrensituation hatte KK-Keeper Jan Helms im Spiel zuvor mit einer Glanzparade entschärft. Dass er diesmal nicht einzugreifen brauchte, weil Ferhat
Bikmaz den Ball in den Bothfelder Nachthimmel schoss, kann getrost als Glück der Tüchtigen bezeichnet werden. 
Ungläubiges Staunen machte sich dann breit, als eine Nachspielzeit von vier Minuten angezeigt wurde. „Wofür denn ?“, diese Frage war vielstimmig aus dem rot-blauen Lager zu hören. Die Antwort - dafür: In der 92.Minute sorgte Kunstmann mit einem Heber aus rund 30 Metern
über Eren Tastan für das 2:4 und die endgültige Entscheidung. Und Sebastian Helms setzte mit einem herrlichen direkt verwandelten Freistoß aus 18 Metern für den glanzvollen Schlusspunkt einer großartigen Partie. 
Lange Zeit zum Verschnaufen bleibt dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide indes nicht. Schon am Dienstag, 9. Mai geht es um 18:30 Uhr mit dem Nachholspiel beim Heesseler SV weiter. Mit dem neu erworbenen Selbstvertrauen im Rücken sollte auch dort etwas machbar sein.
Am Sonntag, den 14.Mai fordern die Krähen dann den FC Lehrte zu Hause zum wichtigen Duell um Platz zwölf heraus. Der Anpfiff erfolgt um 15 Uhr.
 Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer, T. Miener, S. Helms, Tasche, Mücke, Zimmermann (ab 62. Böttcher), Legien (ab     Hübner), P. Schmidt (ab 92. Döpke), Dosch, Kunstmann   Trainer: Trebing
Tore: 9.1:0 Betrim Shabani, 14.2:0 Gerhard Kwarteng, 50.2:1 Philipp Schmidt, 56.2:2 Renè Legien, 67.2:3 Felipe-Marcel Böttcher, 92.2:4 Marcel Kunstmann, 94.2:5 Sebastian Helms