Krähen bringen Favoriten ins Wanken

Dieser Freistoß des TSV KK findet nicht den Weg ins Tor. (Foto: O. Krebs)
 
Holger Gehrmann (links), das erste Mal bei einem Heimspiel für den TSV KK an der Seitenlinie. (Foto: O. Krebs)

TSV KK muss sich nach großem Kampf geschlagen geben

Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide muss weiter auf den ersten Heimerfolg in der aktuellen Landesliga-Saison warten. Gegen den TuS Sulingen unterlagen die Krähen am Sonnabend mit 1:3. Doch war dem Team kein Vorwurf zu machen, denn es hatte gegen einen der Meisterschaftsfavoriten einen großen Fight abgeliefert.
Der Verein hatte rund um das Spiel zum großen Mitglieder-, Sponsoren- und Familientag eingeladen und keinen Eintritt erhoben. Unter anderem gab es ein Vorspiel zwischen den E-Junioren und den C-Juniorinnen des TSV KK, das mit einem 7:0 für die Jungs endete, und Jugendspieler des Vereins durften vor
dem Landesligaspiel an den Händen der Herren einlaufen. Die stimmungsvolle Atmosphäre bekam einen ersten Dämpfer, als die Rot-Blauen bereits nach 18 Minuten mit zwei Gegentoren ins Hintertreffen geraten waren. Sowohl das 0:1
als auch das 0:2 wären vermeidbar gewesen. Beim ersten Tor hatte Mehmet Koc ein
Missverständnis in der Krähenwinkeler Hintermannschaft ausgenutzt; und das 0:2 fiel, nachdem der Ball nach einem Einwurf ohne erkennbare Gegenwehr der Krähen zu Pascal Löhmann verlängert worden und von dort ins Netz befördert worden war. Der TuS Sulingen zeigte anschließend, dass er zu Recht zur Spitzengruppe der Landesliga zählt. Vorne ist der TuS mit namhaften Spielern mit Regionalliga-Erfahrung wie Mehmet Koc oder Taiki Hirooka exzellent besetzt. Und hinten sprechen lediglich sieben Gegentore nach 13 Spielen für sich. Ein großes Kaliber präsentierte sich am Waldsee. Dennoch muss man den Krähen zu Gute halten, dass sie mit diesem Top-Team recht gut mithalten konnten. Lauri Schwitallas Drehschuss in der 37.Minute war zum einen die erste Torchance für den TSV KK, zum anderen aber auch ein Fingerzeig auf das, was nach dem Seitenwechsel kommen
sollte. Denn in der zweiten Halbzeit hatten die Krähen jeglichen Respekt abgelegt und zeigten eine couragierte Leistung mit reichlich Druck nach vorne. Die bis dahin raren Tormöglichkeiten gab es jetzt in immer kürzeren Abständen. Tim Linnemanns starker Diagonalpass war für Daniel Mücke gedacht, dieser verfehlt den Ball jedoch knapp. Wladislaw Schmidt legte den Ball zurück auf Marc Ulrich, der mit seinem Schuss knapp scheiterte. Und dann machte ein alter Spruch aus der Mottenkiste des Fußballs die Runde – drei Ecken, ein Elfer! Denn nachdem der TSV KK drei Eckbälle nacheinander geschlagen hatte, wurde Marc Ulrich im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwertete der Gefoulte mit einem Schuss
ins linke Eck selbst. Das achte Gegentor des TuS Sulingen hatten sich die Krähen redlich verdient. Die Gäste aus dem Kreis Diepholz sollten in der Folge nur noch eine Chance bekommen. Nach einer Flanke von links von Tim Rieckhof schoss Pascal Löhmann den Ball über das Tor. Dann übernahm wieder die Heimelf das Kommando. Ein Freistoß von Sebastian Helms wurde zur Ecke abgefälscht, und selbige brachte Timo Schmidt in Stellung, dessen Kopfball knapp über die Latte ging. Philipp Schmidt visierte anschließend per Freistoß seinen Bruder Timo an, was um Haaresbreite misslang. Und nach einem starken Zuspiel
von Adrian Zimmermann zu Lauri Schwitalla fiel der Torschuss etwas zu hoch aus.
Keine Frage, die Krähen hatten den Favoriten gehörig ins Wanken gebracht, und der
Ausgleich lag in der Luft. Doch dann kam die 84. Minute. Völlig unerwartet ertönte ein Pfiff, und die Schiedsrichterin zeigte auf den Elfmeterpunkt im Krähenwinkeler Strafraum. Sie hatte das Spiel im Großen und Ganzen gut geleitet, doch diese Entscheidung konnte niemand so recht verstehen. Timo Schmidt soll einen TuS-Akteur gehalten haben. Selbst die Sulinger Spieler schienen ob des Elfmeterpfiffs überrascht zu sein. Mehmet Koc ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und schoss zum 1:3 ein. Die Krähen zeigten Moral, gaben noch einmal alles, doch am Ende stand eine unglückliche Niederlage. Es gilt nun, die vielen positiven Aspekte, die sich vor allem in der zweiten Halbzeit zeigten, in die nächsten schweren Aufgaben mitzunehmen. Am nächsten Sonntag, 15. November, spielen die Krähen um 14 Uhr bei der SG Hameln 74. auch Spartenleiter Oliver Jung machte in seiner kurzen Ansprache deutlich, dass die Mannschaft sich gut verkauft habe. Der Sponsorentag soll jetzt regelmäßig einmal im Jahr stattfinden. Seinen Gästen erläuterte er die Philosophie der Fußballabteilung mit insgesamt 601 Mitgliedern in 23 Teams. Auch in Zukunft werde verstärkt auf Eigengewächse gesetzt, das Weiherfeld mit seinen vielen Familien biete eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit.
Mannschaft: J. Helms, Hübner, Döpke, T. Schmidt, Linnemann (ab 70.P.Schmidt), Dosch (ab 78. Zimmermann), Mücke, W. Schmidt, Schwitalla, S. Helms, M. Ulrich Trainer: Gehrmann; Tore: 16.0:1 Mehmet Koc, 18.0:2 Pascal Löhmann, 57.1:2 Foulelfmeter Marc Ulrich, 84.1:3 Foulelfmeter Mehmet Koc.