Krähen entführen Punkt aus Sulingen

Am Sonntag folgt das wichtige Burgdorf-Spiel

Dem Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ist am vorigen Sonntag eine echte Überraschung geglückt. Das Team, dem in den Heimspielen bisher so wenig gelingen wollte, lief auswärts erneut zu starker Form auf. Beim TuS Sulingen, einem der Meisterschsaftsanwärter, kam der TSV KK zu einem verdienten Punktgewinn. Dabei hatten sich die Sulinger, die in der Vorsaison beide Spiele gegen die Krähen gewonnen hatten, fest vorgenommen, erneut als Sieger von Platz zu gehen, um sich dann mit breiter Brust auf das anschließend stattfindende Spitzenspiel beim SV Ramlingen/Ehlershausen vorzubereiten. Doch die Sulinger hatten die Rechnung ohne den TSV KK gemacht. Die Krähen bereiteten dem
Favoriten mehr Mühe, als es von vielen erwartet worden war. Zwar hatte der TuS in der ersten Halbzeit deutlich mehr vom Spiel und eine wesentlich höhere Ballbesitzquote als die Krähen. Doch Effektivität ließ die Mannschaft größtenteils vermissen. Sulingen brachte den Ball durch lange Pässe aus der eigenen Hälfte, durch Hereingaben von der Seite oder vom versierten Japanaer Tahiri Hirooka ausgeführte Standardsituationen immer wieder in den Strafraum der
Krähen. Und auch die gefährlich weiten Einwürfe von Richard Sikut landeten meist in unmittelbarer Nähe des Kastens. Die Heimelf scheiterte jedoch oftmals zum einen an der eigenen unbefriedigenden Chancenverwertung, zum anderen aber auch ein ums andere Mal an der starken Abwehrleistung des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide. Dessen Trainer Holger Gehrmann hatte mit dem Aufbieten einer neuformierten Viererkette überrascht. Der nominelle Mittelfeldspieler Alexander Dosch spielte
diesmal in den Innenverteidigung, neben ihm Sebastian Helms, der von außen nach innen gerückt war. Auf den Außenbahnen wirbelten Tim Hübner und Nils Tegtmeyer. Die Kette stand sehr sicher, und auch die Spieler davor sicherten gut nach hinten ab. Nur einmal war der TSVKK hinten unauf-
merksam. Nach einem Eckball von Hirooka brachte Richard Sikut, mit dem Rücken zum Tor stehend, seinen Körper so wirksam mit dem Ball in Berührung, dass dieser im Netz landete. Kurz darauf hätte Sulingen nachlegen können. Mehmet Koc traf jedoch nur den Pfosten, der Nachschuss von Hirooka landete neben dem Tor. Dann zeigte TSV KK aber bald, dass er den Rückstand gut weggesteckt hatte.
Es hatte bis zur 41. Minute gedauert, dann gab es die erste Torchance für die Krähen. Philipp Schmidt gab einen fulminanten Volleyschuss ab, woraufhin der Ball über das Tor flog. Kurz vor der Pause hielt Torhüter Jan Helms die Gäste im Spiel. Nach einem Schuss von Atsushi Waki flog Helms in den linken oberen Torwinkel und verhinderte mit einer Glanzparade das 0:2. Sicherlich eine der Schlüsselszenen des Spiels – das Spiel wäre vielleicht anders verlaufen, hätten die Krähen einen
Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine mitnehmen müssen. So blieb die Waldsee-Elf im Spiel. In der zweiten Halbzeit wurde KK mit zunehmender Spieldauer mutiger, zudem gewährte der TuS Sulingen seinem Gegner nun etwas mehr Freiräume. Dann kam die 68. Minute. Philipp Schmidt behauptete den Ball dicht vor dem eigenen Strafraum und startete dann zu einem aufwändigen Alleingang quer über den Platz. Auf dem Weg nach vorne ließ Schmidt sämtliche Gegenspieler aussteigen, um dann im richtigen Moment auf die rechte Außenbahn zu spielen. Dort nahm Bennett Behrendt das Leder auf und beförderte es aus einem schwierigen Winkel
mit einem strammen Schuss in Richtung Tor. Von einem Sulinger Spieler noch leicht abgefälscht, landete der Ball im Netz, und bei Spielern und Anhängern des TSV KK keimte großer Jubel auf. Dieses Tor hatten sich die Krähen redlich verdient, und beinahe wäre der Außenseiter sogar in Führung gegangen. Nach einem Zuspiel von Lukas Münch ging ein Schuss von Behrendt in der 84.Minute aus ähnlicher Position wie beim Ausgleichstreffer knapp daneben. In der Nachspielzeit gab es dann noch etwas Diskussionsbedarf auf beiden Seiten. Der gerade eingewechselte Sulinger
Andreas Tschogarow hatte Philipp Schmidt per Foulspiel von den Beinen geholt, was die Rote Karte nach sich zog. Während man diese Entscheidung auf TuS-Seite als zu hart erachtete, ärgerte man sich im Lager der Krähen vielmehr darüber, dass ihnen durch den Pfiff ein Vorteil aufgrund einer sich anbahnenden guten Tormöglichkeit verwehrt wurde. Am Ende waren die Rot-Blauen hocherfreut über den verdienten Punktgewinn. Nun hoffen alle, dass von diesem Erfolg ein Schub für das anstehende immens wichtige Heimspiel gegen die TSV Burgdorf ausgeht. Die Saison der Burgdorfer verläuft nahezu analog zu der der Krähen. Auch Burgdorf hatte vor dem letzten Wochenende erst drei Punkte, und auch Burgdorf gewann
nun den vierten Zähler. Zudem ist das Torverhältnis nahezu identisch mit dem der Krähen. Der bedeutende Verglich zwischen dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide un der TSV Burgdorf beginnt an Sonntag, 25. September, um 16 Uhr.

Mannschaft: J. Helms, Hübner, Dosch, S. Helms, Tegtmeyer, Mücke, A. Ulrich (ab 71. Zimmermann), Tasche (ab 59. W.Schmidt), P. Schmidt, Behrendt, M. Ulrich (ab 46.Münch) Trainer: Gehrmann
Tore: 32.1:0 Richard Sikut, 68.1:1 Bennett Behrendt
Rot: 92.Andreas Tschogarow (Sulingen)