Krähen gehen in Burgdorf unter

Schwarzer Sonntag: Nahezu jeder Gegenangriff bringt ein Gegentor

Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Landesliga einen herben Rückschlag erlitten. Bei der TSV Burgdorf kamen die Krähen gleich mit 0:6 unter
die Räder. Der TSV KK musste am Sonntag ohne die verletzten Adrian Zimmermann und Tim Hübner, den verreisten Felipe-Marcel Böttcher und den gesperrten Arne Döpke auskommen. Dennoch standen elf gestandene Spieler auf dem Rasen, von denen sich die Fans der Krähen, die etwa die Hälfte der Geamtzuschauerzahl ausmachten, erhofften, an die starken Leistungen zu Jahresbeginn anzuknöpfen, als aus vier Spielen zehn Punkte heraussprangen. Doch bereits der Beginn Partie in Burgdorf sorgte für Ernüchterung im rot-blauen Anhang. Bei Patrick Hibers Eckball in der achten Minute hatten die Krähen den Burgdorfer Johannes
Kaminski trotz dessen Körperlänge aus den Augen gelassen, sodass dieser ungehindert zum 1:0 einköpfte. Schon wieder hatte sich das Waldsee-Team ein frühes Gegentor gefangen. Wäre der Freistoß, den der TSV KK kurz darauf zugesprochen bekam, erfolgreich gewesen, vielleicht hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Doch René Legiens guter Schuss aus 18 Metern ging über die Latte und kurz darauf führte Burgdorfs zweiter Angriff zum zweiten Tor. Die Krähen waren im eigenen Strafraum in Ballbesitz und hätten das Spielgerät aus der Gefahrenzone befördern müssen. Doch dann wurde dem Team
ein Fehlpass zum Verhängnis. Der Ball landete bei Burgdorfs Jason Mau, und dessen präzise Flanke drückte Nico Eccarius zum 2:0 über die Linie. Die Hoffnung gab dennoch niemand der Gästefans auf, denn der TSV KK zeigte nun spielerisch durchaus eine ansprechende
Leistung. Ein Schuss von René Legien nach einer Linksflanke von Dennis Tasche wurde geblockt, dann scheiterte Marcel Kunstmann nach einer Vorlage von Freerk Miener knapp. Ein Anschlusstreffer noch vor der Pause, das war es, was sich alle im Krähenlager wünschten. Doch das Gegenteil war der Fall. In der 39.Minute spielten die Burgdorfer einen starken Konterangriff. Lorenzo Pombo-Wulfes lief allein auf das Tor zu und schoss schließlich unten rechts ein. Es stand 0:3, als der Halbzeitpfiff erfolgte. Und während die einen ob der
optimalen Chancenverwertung frohlockten, herrschte Betrübtheit auf der anderen Seite. Jetzt konnte die Devise nur heißen: Das in der ersten Periode Geschehene ad acta legen, sich neu motivieren und dann bedingungslos auf das Anschlusstor drängen, um dem so wichtigen Spiel doch noch eine Wende zu geben.
Doch von alledem war in der zweiten Halbzeit wenig zu sehen. Vielmehr plätscherte das Spiel lange Zeit vor sich hin. Die Gastgeber beschränkten sich in ihrem Aktionismus auf das Nötigste, und den Krähen mangelte es an Ideen, wie diesem kompakt stehenden Gegner beizukommen sei. Zuspiele, bei denen der Ball die Offensivkräfte weder auf deren Kopfhöhe noch in der Nähe ihrer Füße erreichten, waren dabei eine denkbar schlechte Variante. So blieb ein Kopfball von Tjark Miener in der 65.Minute nach einem Freistoß von Philipp Schmidt für den TSV KK die einzige Torannäherung im zweiten Spielabschnitt. Als Lorenzo Pombo-Wulfes für die TSV dann vier Minuten später das 4:0 erzielte, war das Spiel endgültig entschieden, und die Rot-Blauen ergaben sich ihrem Schicksal. Amend Musa erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss mit einem Rechtsschuss auf 5:0, und die KK-Fans mussten miterleben, dass nahezu jeder gegnerische Angriff ein Gegentor mit sich brachte. Die Dinge, auf die die
Krähen gehofft hatten, waren an diesem Nachmittag stetig geringer geworden. Hatte
man anfangs noch auf einen Sieg gehofft, war diese der Hoffnung auf zumindest einen Punkt gewichen. Als dann klar war, dass sich auch diese Sehnsucht nicht erfüllen würde, gab es für die meisten Anhänger nur noch die Hoffnung, dass Schiedsrichterin Saskia Geweke dieses Spiel nur bald abpfeifen möge. Sie machte ihre Sache übrigens gut, die Akteure machten es ihr allerdings auch nicht allzu schwer. Dass der TSV KK, der mitten im Überlebenskampf steckt, jedoch in einem immens wichtigen Spiel neunzig Minuten ohne Gelbe Karte bleibt, sagt viel darüber aus, wie es um die Kampfbereitschaft der Akteure in der zweiten Halbzeit bestellt war. Ebenso bezeichnend war es, dass es sich die TSV Burgdorf leisten konnte, mit Patrick Hiber einen der besten Spieler der Region nach 75 Minuten vom Feld zu nehmen. Doch der Schrecken war noch nicht zu Ende, denn in der 82. Minute setzte der überragende Lorenzo Pombo-Wulfes den Schlusspunkt. Beim Treffer zum 6:0 ließen die Burgdorfer die Krähen stehen wie Statisten. Vor dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide liegt nun eine schwierige Woche. Zum einen
muss es gelingen, das in Burgdorf Erlebte zu verarbeiten und den Frust aus den Ärmeln zu schütteln, zum anderen muss sich die Mannschaft intensiv auf den nächsten Gegner vorbereiten. Am Sonntag, den 9.April spielen die Krähen um 15 Uhr zu Hause gegen den SV Bavenstedt.

Mannschaft: Pigors, T.Miener, F.Miener, S.Helms, Tegtmeyer, Mücke, Legien, P.Schmidt, Tasche (ab 46.Dosch), Schwitalla, Kunstmann Trainer: Trebing
Tore: 8.1:0 Johannes Kaminiski, 18.2:0 Nico Eccarius, 39.3:0 Lorenzo Pombo-Wulfes, 69. 4:0 Pombo-Wulfes, 75.5:0 Amend Musa, 82.6:0 Pombo-Wulfes