Krähen haben den ersten Landesliga-Punkt

Torwart Helms war mit den in den Strafraum gekommen. Gleich schlägt es zum 1:1 ein.Foto: O. Krebs

Torwart legt vor – Schwitalla trifft in der 94. Minute

Vor dem Duell zwischen dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und dem Hannoverschen SC in der Fußball-Landesliga am Sonntag waren sich die Besucher einig darüber, dass den Krähen ein ganz schwerer Gang bevorstehen würde. Nach vier Niederlagen und 1:12-Toren stand den
Rot-Blauen ein Gegner gegenüber, der seinerseits alle vier Spieltage siegreich beenden konnte und dabei 18:1-Tore herausgeschossen hatte. So wurde unter einigen Zuschauern nur über die Höhe des erwarteten HSC-Sieges sinniert.
Und scheinbar schienen sich die Hannoveraner tatsächlich beeilen zu wollen, um auf die Siegesstraße einzubiegen. Denn schon in der zweiten Minute lag der Ball im Netz der Krähen. Da der auf Torhüter Jan-Hendrik Helms zulaufende Gästeakteur allerdings nicht selbst vollstreckt, sondern
seinen im Abseits stehenden Mitspieler bedient hatte, wurde der Treffer zu Recht nicht anerkannt. Durchatmen beim TSV KK – es war noch nichts passiert, es stand weiterhin 0:0. Und der Aufsteiger spielte eine starke Partie. Wer geglaubt hätte, die Krähen würden beim Seitenwechsel deutlich zurückliegen, sah sich getäuscht. Das Team schaffte es, mit einer starken kämpferischen Leistung den Gleichstand in die Kabinen mitzunehmen. Zweimal hatte Jan-Hendrik Helms mit starken
Paraden gegen Mohammed Chahrour und Steffen von Pless ein Gegentor verhindert, ein anderes Mal hatten die Krähen Glück, dass der einschussbereite Cagdas Yagci den Ball am zweiten Pfosten verfehlte. Ihrerseits hatten die Rot-Blauen zwei aussichtsreiche Freistoßgelegenheiten für Philipp Schmidt, die nicht genutzt werden konnten. Die Begegnung, die für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide das einzige Heimspiel im gesamten
September darstellt, blieb auch im zweiten Durchgang ausgeglichen. Von einem Duell Tabellenletzter gegen Tabellenzweiter war rein gar nichts zu erkennen. Die Hannoveraner schwächten sich dann in der 57. Minute selbst. Der bereits mit Gelb vorbelastete Kriseld Doko beging ein weiteres zu ahndenden Foulspiel und sah die Ampelkarte. Auf den Platz am Waldsee ging nun ein Regenschauer nieder, unter dem die Krähen zu guten Gelegenheiten kamen. Ein Schuss von Tim Linnemann aus spitzem Winkel ging knapp über das Tor, und Philipp Schmidt schaffte
es, den Ball bei einem Freistoß über die langgewachsenen Akteure in der HSC-Mauer zu heben, wonach das Spielgerät knapp über die Latte flog. Dann kam die 85. Minute. Hannovers Felipe Böttcher scheiterte am starken Jan Helms, und auch der Nachschuss wurde von Krähenwinkels Torhüter abgewehrt. Doch im dritten Versuch bugsierte Arafata Tcha-Gnaou den abprallenden Ball über die Linie. Fünf Minuten vor Schluss lagen die Krähen mit 0:1 hinten. Sollte es das
gewesen sein? Sollte der TSV KK für den hohen Aufwand und die beste Saisonleistung etwa nicht belohnt werden? Doch das Team von Trainer Bastian Schülke gab nicht auf. Die Zeit rannte jedoch davon. Im Publikum tauchte immer wieder die Frage „wie lange noch?“ auf.
Schiedsrichter Marco Gewecke aus Gleidingen hatte vier Minuten Nachspielzeit angezeigt. Diese waren aufgebraucht, als es noch einmal zu einem Eckball für den TSV KK kommen sollte. Jedem war klar, dass dieses die letzte Aktion des Spiels sein würde und die letzte Chance, die fünfte Niederlage im fünften Spiel doch noch abzuwenden. Philipp Schmidt trat die Ecke, der Ball landete über Umwegen beim nach vorne gekommenen Torhüter Helms. Der Keeper passte quer zu Lauri Schwitalla. Der eingewechselte Stürmer zog einen Drehschuss ab – und der Ball landete im Tor. Das 1:1 in der 94. Minute. Ein Riesenjubel setzte
ein. Trainer, Betreuer, Ersatzspieler – niemanden hielt es auf der Bank, alle ließen ihren Emotionen freien Lauf und begruben mit zehn aktiven Spielern den Torschützen unter sich. Dann war Schluss, und der erste Punkt der neuen Saison war gewonnen. Und diesen hatte sich das Team redlich verdient. Auch der HSC-Trainer Rainer Behrends zollte den Krähen größtes Lob und sprach vom besten Gegner, den seine Mannschaft bis dato gehabt habe.
Überdies hat der TSVKK die Rote Laterne an den OSV Hannover weitergereicht. Nun geht es auf Reisen, den Krähen stehen drei Auswärtsspiele in Folge bevor. Das erste führt sie am nächsten Sonntag, 13.September zum STK Eilvese. Mit einem Erfolg kann KK in der Tabelle an den Eilvesern vorbeiziehen. Mit der Leistung vom letzten Sonntag ist dem Team ein Erfolg allemal zuzutrauen. Das Spiel beginnt um 15 Uhr.

Mannschaft: J. Helms, S. Helms, Döpke, T. Schmidt, A. Ulrich, Dosch (ab 89.Koschinsky), Schütz, P. Schmidt, Linnemann (ab 70.W.Schmidt), Mücke (ab 79.Schwitalla), M. Ulrich Trainer: Schülke
Tore: 85.0:1 Arafate Tcha-Gnaou; 94.1:1 Lauri Schwitalla
Gelb-Rot: 57.Kriseld Doko (HSC)