Krähen sind bereit zum Überholmanöver

Nach Sieg in Heessel folgt am Sonntag das Schlüsselspiel gegen Lehrte

Zwei Tage nach dem ebenso überraschenden wie überzeugenden Auswärtssieg beim OSV Hannover trat der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am Dienstagabend zum Nachholspiel der Fußball-Landesliga beim Heesseler SV an. Das in Bothfeld erspielte 5:2 sollte dabei den nötigen Rückenwind für die nächste Aufgabe geben.
Heessel hatte einige Personalsorgen zu beklagen, da mehrere Stammspieler durch Verletzungen und Sperren nicht zur Verfügung standen. Dennoch war dem TSV KK bewusst, dass er die Elf, die HSV-Trainer Pascal Preuß auf den Platz geschickt hatte, nicht minder ernst nehmen müsse. Der Gastgeber brachte in der Anfangsphase des Spiels einige gefährliche Flanken in den Strafraum, die jedoch zum einen von den Krähen unschädlich gemacht wurden, zum anderen unpräzise abge-
schlossen wurden. Es dauerte bis zur 14. Minute, ehe das Waldsee-Team, die erste Tormöglichkeit haben sollte. Tjark Mieners Linksflanke nahm Marcel Kunstmann volley und scheiterte knapp am gut reagierenden HSV-Torwart Marco Dubberke. Die Gegentorverhinderer zwischen den Pfosten standen im Verlaufe der ersten Halbzeit noch einige Male im Blickpunkt. So klärte Dubberke einen wuchtigen Kunstmann-Schuss zur Ecke, und Dubberkes Pendant auf Seiten des TSV KK , Jan Helms, war bei den Möglichkeiten von Wlad Masljakow und Kai-Niklas Marx auf dem Posten. So ging es torlos in die Halbzeitpause. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide war in einem interessanten Landesligaspiel das aktivere und spielerisch bessere Team gewesen. Dennoch war der Heesseler SV, der sein Heil vornehmlich in langen Bällen und aussichtsreichen Standardsituationen gesucht hatte, stets gefährlich gewesen.
Der zweite Spielabschnitt hätte dann aus rot-blauer Sicht nicht besser beginnen können. Denn die 53.Minute brachte den ersten Treffer für den TSV KK. Nach einem tollen Zuspiel von Daniel Mücke traf Philipp Schmidt den Ball von der linken Seite aus perfekt, und im Torwinkel schlug es zum 0:1 ein. Damit hat Schmidt in jedem der letzten fünf Spiele mindestens ein Tor erzielt und wurde von Heessels Stadionsprecher launig als „Torschütze vom Dienst“ bezeichnet. In der 75. Minute wurde es dann brenzlig. Denn der Heesseler SV bekam einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen, und die Krähen erwarteten diesen hochkonzentriert. Aus dem vermeintlichen Vorteil für Heessel wurde dann jedoch einer für den TSV KK: Der Ball wurde nach Ausführen des Freistoßes umgehend zurückerobert, dann starteten die Krähen den Konter. Daniel Mücke und Philipp Schmidt ließen mit feiner Technik und minutiöser Präzision den Ball laufen und die Gegenspieler stehen, dann folgte Schmidts Zuspiel zum couragiert mit nach vorne gekommenen Abwehrspieler Nils Tegtmeyer, und die Zeit für das zweite KK-Tor war gekommen. Der Spielstand war hochverdient, denn die Krähen hatten sich im Verlaufe der Partie noch einmal steigern können. So kam es in der 83. Minute gar zum 3:0 für das Team von Kotrainer Christian Schnabel, der an diesem Abend den beruflich verhinderten Cheftrainer Ingo Trebing vertrat. Dass Marc Ulrich, der nach monatelanger Verletzungspause wieder auf den Platz durfte, das Tor mit einer Vorlage von der rechten Seite vorbereitet hatte, rundete diesen gelungenen Auftritt ebenso ab wie die Tatsache, dass der wieder einmal überragende Daniel Mücke der Schütze zum 3:0 war. Nach anfänglichen schüchternen Annäherungsversuchen des TSV KK vor einigen Wochen und dem dann immer amouröseren Werben, vor allem in den letzten Tagen, ist er nun nur noch einen Wimpernschlag entfernt: der zwölfte Platz. Jener Rang, der den sicheren Klassenerhalt bedeutet.
Jener Rang, der ohne nervenaufreibende potenzielle Relegationsspiele ein weiteres Jahr die Zugehörigkeit zur Landesliga bedeutet. Derzeit hat der FC Lehrte diesen Platz inne, mit einem Punkt Vorsprung auf den TSV KK. Und eben jener FC Lehrte ist am Sonntag, 14. Mai, um 15 Uhr beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide zu Gast. Die Mannschaft hofft auf zahlreiche Zuschauer, mobilisiert alle Krähenanhänger. Vereinsmitglieder sind zum Nulltarif dabei; freiwillige Spenden in die Jugendkasse sind erwünscht. Und auch für die Mütter lässt sich der TSV KK an deren Ehrentag etwas einfallen. Die Krähen sind bereit zum Überholmanöver.

Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer, T. Miener, S. Helms, Tasche, Zimmermann (ab 62.Böttcher), Legien (ab 85.Hübner), Mücke, Dosch, P. Schmidt (ab 80.M.Ulrich), Kunstmann Trainer: Schnabel
Tore: 53.0:1 Philipp Schmidt, 77.0:2 Nils Tegtmeyer, 83. 0:3 Daniel Mücke