Kurzes Strohfeuer am Silbersee

Fußball: Sparta kassiert weitere Heimniederlage

Mit dem Rückenwind des Punktgewinns der Vorwoche wollte die Elf vom Silbersee nun auch im Heimspiel gegen den Tabellensiebten die bisher so magere Heimbilanz aufpolieren. Die Einstimmung zu diesem Vorhaben musste das Team in Abwesenheit von Coach Zoran Aladzic (Urlaub) in eigener Regie vornehmen. Die Frage, ob dabei vielleicht nicht alle Spieler richtig zugehört haben, bleibt natürlich hypothetisch, aber die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz und dort präsentierten sich die Schwarz-Gelben über weite Strecken in desolater Form. „Haben die Mühlenfelder eventuell zwei Spieler mehr auf dem Feld?“ Spartas Ehrenvorsitzender Otto Fragge traute seinen Augen nicht, mit welcher Dominanz die Gäste von Beginn an loslegten. Bereits nach fünf Minuten landete ein erster Warnschuss von Alexander Steinbrenner am Aluminium und nur ein toller Reflex von Keeper Bernd Winkler verhinderte in der zehnten Minute einen Rückstand. Der war dann allerdings nur drei Minuten später durch einen verwandelten Foulelfmeter vom Marc Wystup fällig. Die Platzherren kamen fortan kaum aus einer Statistenrolle heraus und sahen sich immer wieder druckvollen, geschickt über die Außenpositionen vorgetragenen Angriffen ausgesetzt. Jegliches Selbstvertrauen schien in dieser Phase verloren gegangen zu sein, was auch dadurch dokumentiert wurde, dass sich Fehlpässe häuften und man in Zweikämpfen oftmals nur zweiter Sieger blieb. Das 0:2 in der 19.Minute durch einen Volleyschuss von André Becker mutete daher nur wie eine logische Konsequenz für das einseitige Geschehen auf dem Rasen an. Nochmals Wystup sorgte in der 26.Minute gar für das 0:3, womit eigentlich bereits alles gelaufen zu sein schien. Mühlenfeld nahm sich und das Tempo etwas zurück, was die Partie jedoch nicht unbedingt zu Gunsten der Spartaner kippen ließ.
Umso überraschender für alle Beteiligten das Szenario unmittelbar nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit. Spartas noch verletzter Stammtorhüter, Marcel Quarg, hatte in der Pause einen leidenschaftlichen Appell und damit wohl einen Weckruf an seine Elf gerichtet. Jedenfalls schien eine neue Truppe auf dem Platz zu stehen, die zumindest im Vergleich zur bisherigen Leistung mit gänzlich anderer Körpersprache aufwartete. Eine Minute war gespielt, als Lukas Lichtenstein eine Hereingabe von Dennis Schweer elegant per Kopf zum Anschlusstreffer einnickte. Der eingewechselte Steven Schmeisser, kurz zuvor nur knapp am TSV-Torwart Fulko Lenz gescheitert, wurde in der 49.Minute im Strafraum umgerissen und den fälligen Strafstoß vollendete Schweer gewohnt sicher zum 2:3. Ein fulminanter Auftakt also, der eine leichte Verunsicherung bei den bis dato so souveränen Gästen zu hinterlassen schien. Knackpunkt in dieser Begegnung dürfte letzten Endes die 59.Minute gewesen sein, als Lichtenstein das Spielgerät aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte. Sein Schuss wurde von einem Abwehrspieler gerade noch von der Torlinie gekratzt. Das Remis zu diesem Zeitpunkt hätte möglicherweise die Partie vollends kippen lassen. Zwar sorgte noch ein Freistoß von Schweer für Torgefahr (62.Minute), aber danach hatten die Spartaner scheinbar ihr Pulver verschossen. Der Höhenflug leider nur von kurzer Dauer! TSV-Angreifer Steinbrenner markierte in der 73.Minute mit einem abgefälschten Schuss den vierten Treffer für seine Farben, dem der eingewechselte Jan Gähle zehn Minuten vor dem Ende noch das 2:5 folgen ließ. Fazit: Ein Fußballspiel dauert bekanntlich 90 Minuten und da reicht nur eine Viertelstunde Power-Fußball selten zum Erfolg.
Im Gegensatz zu den Spartanern ist der nächste Gegner und Mitaufsteiger TSV Bokeloh wesentlich erfolgreicher in die Saison gestartet und belegt mit 26 Punkten derzeit einen beachtlichen dritten Rang.
Ob die Schwarz-Gelben im Wunstorfer Ortsteil am Sonntag ihren letztjährigen Sieg wiederholen und damit ihrer mickrigen Punktausbeute von bisher neun Zählern verbessern können, ist angesichts des bisherigen Saisonverlaufs eher unwahrscheinlich.
Aufstellung: Bernd Winkler; Timo Renziehausen, Daniel Hupp (46.Minute Steven Schmeisser), Sven Hoffmann, André Lange, Niklas Neumann, Dennis Schweer, Patrick Brodersen, Levent Sönmez, Bilel Khlifi, Lukas Lichtenstein (68.Minute Matthias Pollmann).