Last-Minute-Sieg für Sparta

Jamal Miris Joker Turan Topal sticht. beim 2:1 gegen Bokeloh

„Ich konnte ja eigentlich nichts falsch machen“, wehrte Spartas Coach Jamal Miri nach dem Abpfiff Glückwünsche zu seiner Entscheidung ab, knapp zwanzig Minuten zuvor eine entscheidende Einwechselung getätigt zu haben. In der Tat gab es dazu (fast) keine Alternative, denn außer dem späteren Siegtor-Schützen, der für den erschöpften Saado Taufick kam, war Spartas Bank nur noch mit Marcel Dräger besetzt, und dieser hatte bereits eine volle Spielzeit zuvor in der Reservemannschaft in den Knochen. Durch den anhaltenden Personalnotstand, gleich vier Urlauber sowie zwei verletzte Stammkräfte fielen im ersten Saison-Heimspiel aus, musste auch Miri selbst wieder das Trikot überstreifen. Insgesamt also nicht die besten Voraussetzungen vor dieser Partie, in der zwei Verlierer des ersten Spieltages aufeinandertrafen. Mindestens ein Punktgewinn, besser noch ein Dreier, lautete daher die Devise beider Trainer an ihre Teams.
Fehlervermeidung und Torsicherung stand beiderseits zunächst im Vordergrund, sodass sich beide Mannschaften in der ersten Viertelstunde sozusagen neutralisierten. Lediglich ein Freistoß von Cem Ugur Tekin bedrohte das Gehäuse von TSV-Keeper Christian Kremeike, der sich allerdings auf dem Posten zeigte. Die bis dahin aufmerksame Viererkette um den sehr präsenten Bilel Khlifi unterschätzte in der 17.Minute einen Vorstoß von Bokelohs Nummer 7, Simon Barz, dessen präzise Flanke von der Grundlinie Mitspieler Jannik Bauch erreichte, der mit sattem Schuss unter den Querbalken zum 0:1 verwandelte. Es dauerte zunächst eine Weile, bis sich die Schwarz-Gelben von diesem Rückschlag erholten und ihrerseits stärker in der Offensive zur Geltung kamen. Von echter Torgefahr konnte man jedoch kaum sprechen, bis zur 36. Minute. Einen langen Pass von Danijel Toroman in die Schnittstelle der Gäste-Abwehr nahm Spartas letztjähriger Rekord-Torschütze, Ümit Topal, elegant an und vollendete unhaltbar zum Ausgleich. Die Elf vom Silbersee erarbeitete sich danach eine leichte Feldüberlegenheit, musste allerdings jederzeit vor den schnellen TSV-Kontern über die Kiewitz-Brüder auf der Hut sein. Zwei Standardsituationen sorgten hüben wie drüben während der dreiminütigen Nachspielzeit nochmals für Aufregung. Sowohl der Freistoß von Miri als auch jener von Barz führte jedoch nicht zu einer Resultatveränderung.
Diese wäre eigentlich kurz nach Wiederanpfiff fällig gewesen. Beide Male verpassten Miri als auch Saado quasi freistehend vor dem gegnerischen Tor den Einschuss. Die mangelnde Chancenverwertung blieb auch in der Folgezeit das Problem der Spartaner an diesem Nachmittag. Die Gäste aus dem Wunstorfer Ortsteil sahen sich überwiegend in die Defensive gedrängt und verteidigten das Remis vielbeinig gegen teilweise zu hektische Platzherren. Bis in die Schlussphase wartete Spartas Anhang vergeblich auf den erlösenden Führungstreffer, der aller Überlegenheit zum Trotz, fast für Bokeloh gefallen wäre. Janik Kiewitz verzog zum Glück für Sparta (89.Min.)! Als Schiri Ilja Chomjakov (Kickers Vahrenheide) eine Minute Nachspielzeit signalisierte und sich das Geschehen an der Mittellinie abspielte, schienen sich beide Mannschaften mit dem Unentschieden abgefunden zu haben. Tolga Candir hob einen letzten Freistoß hoch vor das TSV-Tor, wo Turan Topal in seinem ersten Teilzeit-Einsatz für Sparta das Leder aus dem Gewühl zum 2:1 über die Linie beförderte. Übrigens ist Turan der Onkel von Ümit Topal, der Sieg also diesmal fast eine Familienangelegenheit gewesen!
Eine hohe Hürde steht den Spartanern am Sonntag, 21. August, beim TSV Poggenhagen bevor. Das Team trennte sich zuletzt von Türkay Sport Garbsen 1:1 und ist auf dem großen A-Platz nur schwer zu bezwingen. Spielbeginn ist um 15 Uhr an der Ilschenheide in Neustadt.
Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Mahmut Topal, Bilel Khlifi, Cem Ugur Tekin, Danijel Toroman, Dachas Doski, Saado Taufick (73. Minute Turan Topal), Jamal Miri, Diako Omar, Tolga Candir, Ümit Topal.