Marc Ulrich macht den Deckel drauf

Nach dem dritten Tor ist Krähenwinkels Partie entschieden

Ein Heimspiel gegen den Tabellenletzten - es gibt sicherlich unangenehmere Aufgaben als die, die dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres bevorstand. Dennoch nahm das Team vom Waldsee dieses Nachholspiel der Fußball-Bezirksliga nicht auf die leichte Schulter, denn der TSV Engensen, seines Zeichens jenes Schlusslicht, hat sich mit dem während der Hinrunde neu hinzugekommenen Trainer Jens Straßburg und gleich acht Winter-Neuzugängen fest vorgenommen, die Klasse zu halten. So waren die Krähen sich der Schwere ihrer Aufgabe bewusst. Zudem galt es, sich für das Hinspiel zu revanchieren, als man nicht über ein 1:1 hinausgekommen war.
Wenn der TSV KK und der TSV Engensen aufeinandertreffen, dann sind, vom Hinspiel der aktuellen Saison abgesehen, zahlreiche Tore garantiert. Und auch diesmal sollten die Zuschauer nicht lange auf jubelnde Spieler warten müssen. Die ersten, die jubeln durften, trugen das TSV-KK-Trikot. Kevin Kienast hatte Philipp Schmidt nur durch ein Foul stoppen können. Den fälligen Freistoß führte der Gefoulte selbst aus - und das in seiner unnachahmlichen Weise. Gefühlvoll lenkte Schmidt den Ball um die Mauer herum. Leon Burkert im Engenser Tor machte sich lang, doch konnte er den Einschlag nicht verhindern. Burkert hatte noch bis Dezember für die Krähen gespielt, und sein erster Einsatz für den neuen Verein führte ihn ausgerechnet an seine alte Wirkungsstätte zurück. Sein Gegenüber Jan-Hendrik Helms hatte in der 17. Minute eine starke Szene, als er aus seinem Tor herauseilte, um Kevin Rufaioglu am Torschuss zu hindern. Sieben Minuten später war es dann aber passiert. Matthias Körnig brachte den Ball bei einem Einwurf in Nähe der Eckfahne weit in den Strafraum hinein, wo Finn Derben zum 1:1 für Engensen einköpfen konnte. Dieses Tor sorgte für Auftrieb bei den Gästen, während die Krähen vermehrt aus dem Tritt gerieten. Die nächsten gefährlichsten Szenen hatte der TSV Engensen, bei dem mit Kevin Rufaioglu und Adnan Zuko zwei Offensivkräfte agieren, die namentlich zu herausragenden Akteuren zählen. Umso überraschender, dass bisher erst 17 Tore in 17 Spielen für das Team heraussprangen. Auch am Waldsee blieb weiterer Engenser Torjubel aus; auch weil die Krähen in den entscheidenden Situationen defensiv optimal agierten. So brachte ein Konter die Hausherren in Front. Marc Ulrich hat seinen Torinstinkt gut über den Winter gebracht und sorgte in der 41. Minute für die 2:1-Halbzeitführung.
In der zweiten Halbzeit entsprachen die Verhältnisse eher dem aktuellen Tabellenstand der Kontrahenten. Bei den Engensern schienen nach der guten ersten Hälfte die Kräfte mehr und mehr zu schwinden, die Krähen hatten dagegen ihren Torhunger noch nicht gestillt. Doch zunächst blieben einige gute Möglichkeiten ungenutzt, auch weil Burkert einmal mit einem starken Reflex reagierte. Doch in der 71.Minute war der Bann gebrochen. Der äußerst
starke Philipp Schmidt flankte zu Marc Ulrich, und Krähenwinkels Torjäger vom Dienst sorgte mit seinem 24. Saisontreffer für das 3:1. Jetzt war die Partie entschieden, denn die Engenser leisteten fortan kaum noch Gegenwehr. So hatte der TSVKK die Gelegenheit, sein Torverhältnis weiter aufzupolieren. Daniel Mücke und Philipp Schütz blieben zwar ohne eigene Treffer, doch welch starke Zuspiele ihnen immer wieder gelangen, muss unbedingt lobend erwähnt werden. Eines dieser großartigen Zuspiele wusste Adrian Zimmermann in der 80. Minute mit dem Tor zum 4:1 zu nutzen. In den Schlussminuten gab es noch zweimal aus
elf Metern das Duell Philipp Schmidt gegen Leon Burkert. Beide Strafstoßentscheidungen waren sicherlich diskussionswürdig. Schmidt nutzte beide eiskalt aus und machte das halbe Dutzend voll.
Wer weiß, ob es das Duell TSV KK gegen Engensen in der nächsten Saison geben wird, denn die Tendenz geht bei beiden Teams in unterschiedliche Richtungen. Die Krähen würden sicherlich darauf verzichten, denn dann hätte der Aufstiegskampf, in dem am nächsten Sonntag (15 Uhr) ein Auswärtsspiel bei Niedersachsen Döhren ansteht, den ersehnten Ausgang gefunden. Für die neutralen Zuschauer würde eine Begegnung wegfallen, in dem in nunmehr acht Spielen nicht weniger als 49 Tore fielen.
Mannschaft: J. Helms, Sumpf, Oliveira, T. Schmidt, S. Helms, Zimmermann (ab 86. Bart), Mücke, A. Ulrich, P. Schmidt, Linnemann (ab 46. Schütz), M. Ulrich (ab 81. Schwitalla)
Trainer: Schülke
Tore: 11.1:0 Philipp Schmidt, 24.1:1 Finn Derben, 41.2:1 Marc Ulrich, 71.3:1 Marc Ulrich,
80.4:1 Adrian Zimmermann, 87.5:1 Foulelfmeter Philipp Schmidt, 90.6:1 Foulelfmeter Philipp Schmidt.