Mit drei Medaillen zurück

Bronze gab es für Hannelore Lyda.
 
Und auch für Roswitha Ebel.

Unzufriedenheit über das Reglement bei den LAC-Startern

Jetzt fanden in Lyon die Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren statt. Auch vom LAC Langenhagen machte sich eine kleine Gruppe auf den Weg in die Rhone-Region. Roswitha Ebel fuhr sozusagen als Vorhut voraus, denn die Geher-Wettbewerbe fanden bereits in der Woche vor dem abschließenden Halbmarathon bzw. Marathon statt. Nach ihren Erfolgen bei den Hallen- und Straßeneuropameisterschaften wollte die 52-jährige Geherin bei ihrer ersten WM-Teilnahme gute Ergebnisse abliefern.
Jedoch wurde ihr erster Start durch Fehlentscheidungen des DLV zu einem regelrechten Fehlstart. Ohne ihr Einverständnis und ohne ihr Wissen wurde sie für die Mannschaftswertung in die Altersklasse W 35 runter gemeldet. Da ihre eigene AK und die W 35 zu unterschiedlichen Zeiten starteten, besagt das Reglement, dass die Athletin damit auf eine Einzelplatzierung zu verzichten hatte. Dies musste Roswitha Ebel nun so hinnehmen, auch wenn sie im Vorfeld schriftlich gegenüber dem DLV erklärt hatte, in ihrer AK 50 starten zu wollen. Entsprechend unmotiviert ging sie an den Start des Zehn-Kilometer-Wettbewerbes. Auch das Ergebnis von 1:06:16 Stunde zeigt, dass sie nicht mit vollem Einsatz dabei war, denn ihre Bestzeit - bei der EM in Grosseto erreicht - liegt mit drei Minuten deutlich über die in Lyon gegangene Zeit. Eine weitere Enttäuschung war dann für sie als sie erfahren musste, dass ihre "eigentliche" Mannschaft die Bronzemedaille gewonnen hat und sie selbst mit der "schlechten" Zeit die dritte Deutsche und damit im Medaillenrang gewesen wäre. Der vierte Platz mit der Mannschaft in der W 35 war dann kein Trost mehr, sondern nur noch das i-Tüpfelchen auf einen verkorksten ersten Wettkampftag.
Dann sollten es die 20 Kilometer bringen. Auch hier startete sie für die Mannschaftswertung in der Altersklasse W 35, was diesmal kein Problem war, weil alle WM-Teilnehmerinnen zur gleichen Zeit starteten. Die ersten zehn Kilometer ging sie relativ verhalten, da ihr die Erfahrung von den DM in Naumburg, als sie die letzten beiden Km mit Krämpfen ins Ziel ging, im Nacken saß. Ab Kilometer zwölf konnte sie jedoch auf dem zwei Kilometer langen Rundkurs das Tempo erhöhen und ging nach 2:16:16 Stunden mit einer neuen Bestzeit ins Ziel. Am Ende war sie mit Platz 14 in der Einzelwertung W 50 sehr zufrieden und die Bronzemedaille mit der Mannschaft W 35 brachten einen versöhnlichen Abschluss für sie. Aber der Wermutstropfen bleibt, denn es hätten zwei Medaillen sein können. Allerdings dürfte sie etwas Selbstvertrauen mit im Gepäck nach Hause genommen haben: nach vielen gelben und roten Karten bei Deutschen Meisterschaften kam sie in Lyon ohne Ermahnung und Verwarnung über beide Distanzen.
Bei der Mannschaftsbesprechung zur Teambildung für zwei Wettkämpfeherrschte auch große Unzufriedenheit bei den Langenhagenern. Man sollte meinen, dass eine Mannschaft aus den schnellsten Läuferinnen und Läufern der jeweiligen AK gebildet werden bzw. wenn eine Mannschaft nicht komplett ist, so doch die Starter mit den besten Zeiten für das Heruntermelden in eine jüngere Mannschaft ausgewählt werden. Nach welchen Kriterien der DLV-Funktionär jedoch die Mannschaften bildete, ließ sich nicht nachvollziehen. Wieso wurden der einzigen W 35-Starterin, Nicole Krinke, in Hannover und Umgebung kein unbekannter Name, zwei Starterinnen aus der W 40 und W 45 zugeteilt, die deutlich langsamere eiten hatten als andere Deutsche. Wie Silke Schmidt (dreifache Weltmeisterin in Lyon) und Hannelore Lyda (beide W 55), Letztere vom LAC, die beide schnellere Zeiten liefen, als die beiden in W 35 runtergemeldeten Starterinnen. Nicole Krinke, die im Einzel Bronze gewann, war sichtlich enttäuscht über die Mannschaftszusammenstellung, in anderer Konstellation wäre es immerhin der Vizeweltmeistertitel gewesen. Auch die Teambildung für die W 55 war nicht nach schnellen Zeiten ausgerichtet. Wolfgang Schaper wurde mit dem Team M 70 Vizeweltmeister und Hannelore Lyda gewann mit der W 55 Bronze.