Mit Intelligenz und Leidenschaft

RECKEN wollen in Berlin positiv überraschen

Bei der TSV Hannover-Burgdorf geht der Blick nach der Niederlage gegen Leipzig seit Mitte der Woche wieder nach vorne. Am Sonntag treten die Schützlinge von Trainer Jens Bürkle, der unter der Woche seinen 35. Geburtstag feierte, bei den Füchsen Berlin an. Der Hauptstadtklub ist sehr gut in die Saison gestartet und steht auf dem sechsten Tabellenplatz. „Die Füchse spielen momentan sehr stabil. Der Gewinn der Klub-WM hat ihnen sehr viel Selbstvertrauen gegeben und macht sie zu einem sehr schwer zu bespielenden Gegner“, hat Bürkle großen Respekt vor der Aufgabe am Sonntagnachmittag.
Anfang der Woche stand für DIE RECKEN die Fehleranalyse des Leipzigs-Spiels im Vordergrund. „Ich bin kein Freund von zu langen Videositzungen. Aber am Montag haben wir uns etwas ausführlicher mit der Aufarbeitung der Partie gegen Leipzig beschäftigt“, erklärt Bürkle. Im Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Sachsen gefielen dem 35-jährigen einige Sachen nicht. „Wir haben uns nicht gut genug bewegt und auch in der Abwehr die nötige Aggressivität und Leidenschaft vermissen lassen. Da erwarte ich am Sonntag einen ganz anderen Auftritt.“
Dieser wird auch nötig sein, wenn DIE RECKEN im Fuchsbau um Punkte mitspielen wollen. „Die Füchse haben den sportlichen Umbruch sehr schnell vollzogen. Sie spielen momentan ziemlich konstant und sind auf allen Positionen gefährlich“, nennt Sven-Sören Christophersen einige Stärken der Berliner.
Der Rückraumspieler kehrt am Sonntag an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. „Natürlich ist es immer etwas Besonderes, wenn man ehemalige Kollegen oder Freunde wiedersieht. Die Mannschaft der Füchse hat sich in den letzten beiden Jahren aber ziemlich verändert, mit so vielen Spielern des aktuellen Kaders habe ich gar nicht mehr zusammengespielt“, erklärt der 30-jährige. Für Trainer Jens Bürkle ist hingegen klar, „dass wir im Angriff sehr intelligent und abgeklärt agieren müssen. In der Abwehr liegt der Schwerpunkt auf der Detailarbeit, insbesondere gegen das starke Rückraumtrio Petar Nenadic, Drago Vukovic und Fabian Wiede.“
Dem stimmt Christophersen zu. „Die Füchse haben momentan einen Lauf und sind auf allen Positionen gefährlich. Selbst bei schlechten Spielen wie zuletzt in Magdeburg nehmen sie noch einen Punkt mit. Wir müssen hochkonzentriert zu Werke gehen und dürfen uns keine längere Schwächephase erlauben.“
Der Rückraumspieler ist nach seiner Hüftoperation zum Ende der letzten Spielzeit noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Mit fehlen schon noch Wiederholungszahlen und auch Zeit, da ich große Teile in der Vorbereitung nicht mit der Mannschaft trainieren konnte und so die Abläufe, besonders mit unseren Neuzugängen, noch nicht perfekt harmonieren“, beschreibt Christophersen.
Daher ist der 30-jährige auch nicht übermäßig traurig, dass er von Nationaltrainer Dagur Sigurdsson nicht in das Aufgebot für den Supercup nominiert wurde. „Ich sehe das realistisch. Ich war längere Zeit verletzt und muss mich jetzt wieder mit guten Leistungen in der Bundesliga neu empfehlen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Wenn ich nicht beim Supercup bin, kann ich die Woche bei den RECKEN mit intensiver Trainingsarbeit nutzen.“
Zunächst will Christophersen an alter Wirkungsstätte erneut für eine Überraschung wie beim 29:28 Erfolg aus der Vorsaison sorgen. Das Negativerlebnis gegen Leipzig soll nach Möglichkeit mit einem emotionalen Höhepunkt beantwortet werden.