Nach 18 Stunden holt Havelse den Pokal

Um alles oder nichts ging es im Spiel des TSV KK gegen SV Ramlingen/Ehlershausen. (Foto: O. Krebs)
 
Beeindruckend war auch die Turnvorführung des SC Langenhagen.

Und der TSV KK darf seinen Masters-Titel verteidigen

Der Favorit wurde seiner Rolle gerecht: Mit dem TSV Havelse hat das klassenhöchste Team am vergangenen Wochenende das Hallenturnier des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide gewonnen. Bis dieses Resultat in Stein gemeißelt war, gab es in der Sporthalle der Robert-Koch-Realschule nahezu 18 Stunden lang Fußball zu sehen. Anlässlich der Tatsache, dass das Krähenwinkeler
Turnier in diesem Winter ein Jubiläum feierte und bereits zum 30.Mal ausgetragen wurde, hatte der Verein vom Waldsee kräftig aufgerüstet. Gleich 20 Mannschaften traten zum Budenzauber an, so viele wie nie zuvor. Bei besten Voraussetzungen – die beliebte Hintertorbande war durch eine neue moderne Bande ausgetauscht worden – wurde am Sonnabend von 10 Uhr an in vier Fünfergruppen die Vorrunde gespielt. Der 7:0-Kantersieg, den der TSV KK im ersten Turnierspiel gegen Fortuna/Sachsenross erspielte, war ein Fingerzeig
auf das, was da noch kommen sollte. Denn die Zuschauer sollten fortan viele sehenswerte Tore, herausragende Torhüterparaden oder weitere packende Szenen erleben. Mitnichten ging es dabei stets so einseitig zu wie im ersten Spiel. Viele Paarungen verliefen äußerst spannend. Exemplarisch sei die Partie des Landesligisten SVBE Steimbke zu nennen, der gegen den TSV Havelse zwischenzeitlich mit 3:0 vorn lagen. Am Ende schaffte der Regionalligist
noch ein 4:4. Am Abend des ersten Turniertages erreichte die Stimmung auf den gut
besetzten Rängen ihren Höhepunkt, als es zum Derby zwischen dem TSV Godshorn und der zweiten Mannschaft des Gastgebers kam. Trotz bestem Supports unterlag die Zweite dem Tabellenführer der Bezirksliga mit 0:5. Dass für die Krähenreserve damit das Turnier beendet war, war sicherlich keine Schande. Umso überraschender war dagegen das Vorrundenaus des Landesliga-Vierten OSV Hannover sowie des MTV Eintracht Celle. Die Herzogstädter,
ihres Zeichens Tabellendritter der Landesliga Lüneburg, waren schließlich als Titelverteidiger zum KK-Turnier gereist. Am zweiten Turniertag ging es mit zwölf verbliebenen Mannschaften weiter, die in drei Vierergruppen in die Zwischenrunde einstiegen. Besondere Bedeutung hatte dieser Turnierabschnitt für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide, denn nun ging es darum, das
Viertelfinale zu erreichen. Damit hätten es die Rot-Blauen zum Sportbuzzer-Hallenmasters geschafft. Die Gruppe 1 der Zwischenrunde sah mit dem TSV Godshorn und dem SVBE Steimbke zwei dominierende Teams, die den TuS Garbsen und Sparta Langenhagen auf die Plätze verwiesen. Die zweite Gruppe hatte mit Regionalligist TSV Havelse und dem Hannoverschen SC aus der Oberliga die beiden klassenhöchsten Teams im Turnier auf sich vereint. Beide schafften es ins Viertelfinale, so dass es im direkten Duell zwischen den Krähen und dem Vierten im Bunde, dem SV Ramlingen/Ehlershausen, eine Art Endspiel ums Weiterkommen gab. In einem nervenaufreibenden Spiel holte der TSV KK beim 2:2 den einen Punkt, der nötig war, um in das Viertelfinale des eigenen Turniers einzuziehen und gleichzeitig die Qualifikation für das Hallenmasters zu schaffen. In der Zwischenrundengruppe drei konnte man das Weiterkommen des TSV Stelingen und
des STK Eilvese erwarten. Überraschend dagegen, dass es auch der TuS Harenberg aus der Kreisliga in die Runde der letzten Acht schaffte.
Bevor es ins Viertelfinale ging, bekamen die Besucher großartige Turnkunst der
erfolgreichen Kunstturnerinnen des SC Langenhagen zu bestaunen.
Danach ging es wieder mit dem runden Leder weiter. Die Harenberger hatten damit noch nicht genug. Im ersetn Viertelfinalspiel schlug das Team den SVBE Steimbke mit 4:2. Dies ist umso bemerkenswerter, da Steimbke die Serie der Masters-Hallenturniere auf Platz Eins abgeschlossen hat. Der TSV KK bot anschließend dem TSV Havelse einen großen Kampf. Letztendlich setzte sich das zwei Klassen höher spielende Team mit 3:1 durch. Dann durften die Godshorner
nach dem 3:1 über Eilvese ein weiteres Mal jubeln. Spannend verlief das letzte Viertel- finalspiel. Erst vom Neunmeterpunkt stand fest, dass der TSV Stelingen ins Semifinale einziehen würde. Gegen den HSC gab es ein 5:4.
Im ersten Halbfinale hieß es dann Regionalliga gegen Kreisliga, und der Favorit aus Havelse setzte sich mit 3:0 gegen Harenberg durch. Danach gewann der TSV Stelingen das emotionsgeladene zweite Halbfinale gegen Godshorn mit 4:3. Im anschließenden Neunmeterschießen um Platz drei untermauerte der TuS Harenberg dann nochmals ausdrücklich seine Stellung als die Überraschungsmannschaft schlechthin – mit einem 5:4 über den
TSV Godshorn erklommen die Harenberger den Bronzerang.
Im 66. und letzten Spiel des Turniers gewann der TSV Havelse schließlich das
Finale gegen den TSV Stelingen mit 2:0. Erstmals ging der Pokal für den Gewinn
des TSVKK-Turniers an die erste Mannschaft des TSV Havelse, nachdem es vor
acht Jahren schon einmal die Havelser A-Junioren geschafft hatten.
Am Ende dieser zwei langen Fußballtage zogen sicherlich alle Beteiligten –
Spieler, Zuschauer, Organisatoren - ein positives Fazit ziehen und sich schon jetzt
auf die Neuauflage im Winter 2017/2018 freuen.
Aus rot-blauer Sicht geht jetzt der Augenmerk auf den kommenden Sonntag,
29.Januar. Um 13 Uhr beginnt in der Swiss-Life-Hall neben dem 96-Stadion das
sportbuzzer-Hallenmasters – und der Titelverteidiger vom Waldsee ist dabei.
Ein Ereignis, das sich niemand entgehen lassen sollte. Mit einem positiven Ergebnis
will sich die Mannschaft neues Selbstvertrauen für die schwierigen Aufgaben
im Freien holen. Dann werden das Team von Trainer Ingo Trebing vier Neuzugänge im Kampf gegen den Abstieg helfen: Vom Regionalligisten TSV Havelse kommen René Legien und Marcel Kunstmann, dazu der pfeilschnelle Felipe-Marcel Böttcher vom HSC und als Perspektivspieler der erst 19-jährige Mohamed Abdoun vom OSV Hannover. "Die Mannschaft ist heiß, den Bock nochmal umzustoßen", ist Fußball-Abteilungsleiter Oliver Jung überzeugt.