Nullnummer beim Derby am Waldsee

Keeper Hafez Hasso ist vom Elfmeter-Punkt aus, auch durch Felix Groth, nicht zu überwinden.

Spartas Hafez Hasso lässt TSV KK-Angreifer verzweifeln

Spätestens in der 85. Minute des umkämpften Derbys zwischen der Reserve der Krähen vom Waldsee und der Elf vom Silbersee war für alle Beteiligten klar, wer den Titel „Man oft he Match“ ohne Einschränkung verdient hatte, nämlich Spartas Schlussmann Hafez Hasso. Nicht nur, dass er bis dahin die gegnerischen Torschüsse mit stoischer Ruhe und glänzenden Reaktionen abgewehrt hatte, den absoluten Glanzpunkt seiner überragenden Leistung setzte der Keeper im Duell Eins-gegen-eins, als er einen von Felix Groth scharf geschossenen Foulelfmeter überragend abwehren konnte. Zu großen Jubelarien blieb danach allerdings kaum Zeit, denn die Platzherren setzten in den verbleibenden Minuten ihren Sturmlauf auf das Gehäuse der Schwarz-Gelben mit Vehemenz fort und immerhin musste auch noch eine fünfminütige Nachspielzeit überstanden werden. Dies gelang mit Glück und Geschick, weil den Schützlingen von Trainer Marco Biester am Ende zwar nicht die Puste sondern etwas die spielerische Linie verloren ging, um gegen eine toll kämpfende Miri-Truppe noch zu Zählbarem zu kommen. So nahmen die Spartaner einen äußerst wertvollen Punktgewinn beim Kampf gegen den Abstieg mit an den Silbersee. Extrem wichtig, zumal sich das ebenfalls gefährdete Team des SV Dedensen überraschend mit einem 3:1-Erfolg bei BG Elze zurückgemeldet hat. Das Restprogramm hält für Sparta im Mai fast nur noch sogenannte Endspiele bereit; zunächst am gestrigen Dienstag die Nachholpartie zu Hause gegen TSV Poggenhagen, danach geht es gegen die drei hinter ihnen liegenden Mannschaften von Inter Burgdorf (A), SV Scharrel (H) und SV Dedensen (A) am letzten Spieltag. Für Spannung dürfte bis Ende Mai also gesorgt sein, zumal eine Relegationsrunde der Tabellenvierzehnten der drei Kreisliga-Staffeln noch nicht vom Tisch ist.
„Wir müssen jetzt als Mannschaft ganz eng zusammenrücken und können nur mit großem Zusammenhalt und bedingungsloser Einsatzbereitschaft aller noch verfügbaren Spieler bestehen!“ Coach Jamal Miri gab seinem Mini-Kader, dem er wiederum selbst angehörte, noch einige aufmunternde Worte mit auf den A-Platz am Stucken-Mühlen-Weg. Zuletzt musste auch noch Cem-Ugur Tekin mit einem Bänderriss im Knöchel passen und auf der Bank nahm daher lediglich Diako Omar Platz. Ganz anders die quasi Luxussituation bei den Platzherren, deren Auswechselkontingent immerhin fünf Aktive umfasste. Die Schwarz-Gelben begannen mit einer defensiven Grundordnung mit Cem Erkan in der Viererkette sowie Ümit Topal zurückgezogen im Mittelfeld. Dennoch bot sich diesem nach sehenswertem Zusammenspiel mit Miri in der 8. Minute die erste konkrete Chance, wobei das Leder knapp neben dem langen Pfosten ins Aus strich. Nach zwanzig Minuten fanden die Gastgeber besser in das Spiel und kamen ihrerseits zu torgefährlichen Szenen. Hier zeichnete sich besonders Marvin Heckler aus, der Torhüter Hafez Hasso mit einigen wuchtigen Distanzschüssen prüfte, während Lauri Schwitalla im Strafraum zweimal in aussichtsreicher Position scheiterte. Florian Pawlow stand in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aussichtsreich vor dem Führungstreffer, sein Heber aus acht Metern landete Zentimeter über dem Querbalken. Im Großen und Ganzen hatte Spartas Abwehr das Geschehen gegen die zuletzt so treffsicheren TSV-Schützen jedoch gut im Griff und so blieb es bis zum Seitenwechsel torlos. In der ausgesprochen fairen Partie musste der kaum geforderte Schiri Tore Padula vom TSV Dollbergen bis dahin nur einmal Gelb für Murat Gürcan zücken.
Für ein ähnliches Vergehen (Foul am Torwart) startete der gerade eingewechselte Lorenz Elligsen in der 47. Minute ebenfalls mit dem gelben Karton. Mit einer Tempoverschärfung versuchte das Waldsee-Team fortan den Druck auf das Sparta-Abwehrbollwerk zu erhöhen. Viele Aktionen waren allerdings zu überhastet und zu durchsichtig anlegt und meist wurde es gefährlich nach ruhenden Bällen. Wenn dann wirklich einmal Not am Mann war, stand Hafez Hasso im Mittelpunkt. Bei Marvin Hecklers Freistoß zum Beispiel, den er aus dem Dreieck fischte oder einem Kopfball von Florian Pawlow. Die in den letzten Spielen oft kritische Phase nach einer Stunde Spielzeit überstanden die Spartaner dieses Mal bis in die Schlussminuten schadlos. Der TSV KK drängte zwar ohne Unterlass aber nachdem Cem Erkan und Ümit Topal in die Offensive gewechselt waren, sorgten beide dafür, dass auch die Gastgeber in der Abwehr bei schnellen Kontern zu erhöhter Aufmerksamkeit gezwungen waren. Als der stark aufspielende Dachas Doski in der 85. Minute Lauri Schwitalla im Strafraum zu Fall brachte, schien das erhoffte Remis in weiter Ferne. Aber da gab es bei Sparta ja zum Glück noch den Mann mit der Nummer 1 auf dem Rücken.
Das Nachholspiel auf eigenem Platz am Dienstag gegen TSV Poggenhagen (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) ist für Sparta das vorletzte Heimspiel dieser Saison. Es gilt gegen den Tabellensechsten, besser als bei der 0:3-Hinspielniederlage abzuschneiden. Eine ganz wichtige Partie müssen die Spartaner am Sonntag um 15 Uhr auf dem SCL-Platz an der Leibnizstraße austragen. Gegner ist die Mannschaft von Inter Burgdorf, die in der kommenden Saison mit dem SCL fusionieren wird.
Die Gastgeber kämpft ebenfalls gegen den Abstieg aus der Kreisliga und hat nur bei einem Sieg weiterhin die Chance diesen zu verhindern. Im ersten Spiel landete Sparta einen 8:2-Kantersieg.

Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Emre Yaz, Bilel Khlifi, Turan Topal , Dachas Doski, Cem Erkan, Ersin Piskin, Jamal Miri, Ümit Topal, Rinaz Ossman (76. Minute Diako Omar), Murat Gürcan.
Aufstellung TSV KK: Cedric Krüger; Arne Anders, Patrick Brodersen (83. Minute Patrick Ramsay), Frederik Daniel, Maik Thiemann, Marvin Heckler, Lauri Schwitalla, Florian Pawlow, Mathis Dunker, Alexander Weper (46. Minute Lorenz Elligsen), Christopher Heckler (78. Minute Felix Groth).