Nur Bernd Winkler in Normalform

Sparta beim 1:5 völlig von der Rolle

Noch sind in der laufenden Saison acht Spieltage zu absolvieren, was aber nicht heißt, dass man sich am Silbersee bereits vorausschauend mit der neuen Spielzeit 2015/16 befasst. „Einige unserer älteren Spieler tragen sich mit dem Gedanken, in Zukunft kürzer zu treten. Darauf haben wir in Anbetracht des ohnehin sehr begrenzten Kaders reagiert und führen derzeit Gespräche, die natürlich auch die bisherige sportliche Leitung betreffen.“ Spartas Vorstandsmitglied Hilmar Brodersen erhellte mit dieser Aussage den Hintergrund, warum sich im Vorfeld des Heimspiels am Sonntag eine überraschende personelle Demission ergeben hatte. Dennis Schweer, seit Jahren Top-Scorer bei den Schwarz-Gelben und auch derzeit mit 11 Treffern bester Schütze, teilte seinen Entschluss für ein sofortiges Ende unmittelbar vor dem Anpfiff mit und reihte sich in Zivil unter die Besucher am Spielfeldrand ein. Für reichlich Gesprächsstoff und Ablenkung war unter Spartas Anhang somit gesorgt, vielleicht auch ganz gut so, denn was sich auf dem grünen Rasen abspielte, konnte bei herrlichem Frühlingswetter wohl lediglich die Gäste-Fans erfreuen.
In Erinnerung an die 4:7-Hinspielniederlage lautete die Devise von Coach Bernd Burgmüller für seine Elf von Beginn an besonderes Augenmerk auf sicheres Deckungsverhalten zu legen. Wie sich bald herausstellte, an diesem Tag ein schwieriges Unterfangen. Mit schnellem und präzisem Kombinationsspiel rissen die Angreifer des Tabellendritten aus dem Garbsener Ortsteil immer wieder Lücken in die behäbig wirkende Abwehrkette der Schwarz-Gelben, die ihrerseits kaum einmal in die Nähe des gegnerischen Strafraums vordrangen. Die Führung der Gäste in der 14.Minute durch Marc Lorente entsprach daher durchaus dem Kräfteverhältnis. Unnötig allerdings, dass die Spartaner geradezu fahrlässig kaum sechzig Sekunden später das 0:2 hinnehmen mussten. Tobias Schmücking stand dabei völlig frei vor dem bedauernswerten Bernd Winkler. Sein Team offenbarte auch danach kein Aufbäumen und kam in vielen Situationen den berühmten Schritt zu spät. Bezeichnend, dass TSV-Schlussmann Dominick Bluhm in der 28.Minute den ersten Schuss von Lukas Lichtenstein parieren musste. Einzig der Großzügigkeit beim Auslassen weiterer Berenbosteler Chancen und einigen tollen Rettungstaten von Keeper Bernd Winkler war der angesichts des Spielverlaufs relativ knappe 0:2- Halbzeitstand zu verdanken.
Den Schlüssel zum Erfolg fanden die Spartaner danach auch weiterhin nicht. Nach dem 0:3 erneut von Marc Lorente in der 50. Minute konnte es eigentlich nur noch um Schadenbegrenzung gehen. Kein Mitleid zeigte dagegen der unmittelbar zuvor eingewechselte Oliver Schuster und setzte mit seinem 14.Saisontor zum 0:4 die Misere für die Platzherren fort (60. Minute).
Auch mit der Hereinnahme von Pedro Jurado-Romero bewies TSV-Trainer Kevin Feldmann ein glückliches Händchen. Sein Joker erzielte prompt in der 76. Minute den fünften Treffer für sein Team. Nur noch statistischen Wert hatte fast am Ende (86.Min.) der verwandelte Elfmeter von Sven Hoffmann, nachdem zuvor Lukas Lichtenstein im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Der umsichtige und wenig geforderte Schiri Thomas Meinert erlöste nach 88 Minuten eine ziemlich demoralisierte Silbersee-Elf.
Mit einer weiteren Garbsener Mannschaft müssen sich die Spartaner am Sonntag um 15 Uhr auseinandersetzen. Beim SC am Planetenring werden die Trauben, sprich Punkte, wieder sehr hoch hängen. Der GSC weist die zweibeste Rückrunden-Bilanz auf und ist bereits auf den vierten Tabellenplatz vorgerückt. Im Heimspiel setzte es für Sparta eine 2:4-Niederlage.
Sparta: Bernd Winkler; Sven Hoffmann, André Lange (66. Minute Sebastian Stocksmeier), Niklas Neumann, Bilel Khlifi, Marcel Gräger 54. Sedat Ekinci), Daniel Klassen, Patrick Brodersen, Arda Evrem (77. Minute André Meyer), Levent Sönmez, Lukas Lichtenstein.