Papas Tipp leitet die Wende ein

Im Siegestaumel: Die D-Junioren des TSV Godshorn.

Fußball D-Junioren des TSV Godshorn trumpfen auf

Im Hinspiel hatte es noch richtig Prügel gegeben: Damals zahlten die D-Junioren des TSV Godshorn noch mächtig Lehrgeld und unterlagen beim Titelaspiranten TSV Havelse mit 1:7. Die ein Jahr älteren Garbsener waren nicht nur spiel- und laufstark, sondern auch noch körperlich deutlich überlegen. „Ist das die Havelser C-Jugend?“, fragte denn auch einer der Zuschauer beim Kreisliga-Rückspiel am vergangenen Wochenende, als die Havelser Hünen das Spielfeld betraten. Doch all diejenigen, die erneut eine deftige Niederlage der Godshorner Nachwuchskicker befürchteten, wurden eines Besseren belehrt: Obwohl mit Kapitän Tim Schustereit und Alexander Meeske zwei Leistungsträger fehlten, hatten die Gastgeber den Favoriten nach 60 umkämpften Minuten mit 2:1 niedergerungen. „Es ist unglaublich, wie schnell die Jungs lernen und Neues umsetzen können“, freute sich Coach Christian Michalek.
Dabei fing die Partie wenig verheißungsvoll an: Denn die Havelser legten los wie die Feuerwehr. Sie ließen den Ball laufen, gewannen viele Zweikämpfe, brachen immer wieder auf den Flügeln durch, schnürten die Gastgeber von Beginn an ein und gingen zügig in Führung. Doch anders als in der Hinrunde, als sich die Godshorner Youngster von der Physis und dem Tempo der Havelser beeindrucken ließen, wehrten sie sich diesmal nach Kräften. Trotz eines wahren Flankenregens verteidigten die Gastgeber aufmerksam, konzentriert und leidenschaftlich und ließen nur wenige Chancen zu. „Die Jungs haben sich wirklich voll reingehauen“, lobte Michalek. Allerdings reichte es vor der Pause nur zu ganz wenigen Entlastungsangriffen, weil die Präzision im Passspiel und der Mut, mit mehreren Spielern nachzurücken, fehlten. Zweimal allerdings kam Fabio Di Michele Sanchez zum Schuss, einmal wurde Nico Bahrs im letzten Augenblick abgeblockt. Dass es dann aber doch mit einem 1:1 in die Pause ging, war einer Standardsituation zu verdanken: Als den Godshornern 20 Meter vor dem Tor ein Freistoß zuerkannt wurde, gab Ko-Trainer Sandro Di Michele seinem Sohnemann Fabio angesichts des strömenden Regens und feuchten Rasens einen nützlichen Tipp: „Hau ihn als Aufsetzer drauf!“ Und sein gehorsamer, schussstarker und technisch versierter Filius setzte die Anweisung des Papas perfekt um – der Gästekeeper konnte den Ball nicht festhalten, und Nico Bahrs staubte ab.
Nach dem Wechsel allerdings stand bei nun strahlendem Sonnenschein eine wesentlich selbstbewusstere Godshorner Mannschaft auf dem Platz. Zwar blieben die Havelser optisch überlegen, doch nun kontrollierten die Hausherren die Partie. „In der Defensive haben die Jungs das sensationell gemacht“, lobte Coach Michalek – und meinte damit nicht nur die bärenstarke Abwehr, sondern das komplette Team. Sie klebten wie die Kletten an ihren Gegenspielern, gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe, holten sich viele zweite Bälle und wirkten nun auch im Spielaufbau wesentlich besonnener und kontrollierter. Folgerichtig setzten die Godshorner immer wieder gefährliche Konter: Während allerdings Fabio Di Michele Sanchez, Gabriel Michalek und Paul Bock ihre Möglichkeiten vergaben, nutzte Amoro Diedhiou seine Chance zum 2:1-Siegtreffer. Diesen Vorsprung verteidigten sie gekonnt und letztlich sogar souverän. „Wir versuchen, variabler zu werden und haben in Sachen Taktik jetzt die zweite Stufe erreicht“, resümierte Michalek zufrieden. Zur Belohnung kletterte der TSV Godshorn auf Rang drei und schloss nach Punkten zum TSV Havelse auf.