Pascal Feuss und Ali Damergi zaubern

2:1-Sieg für Sparta über Angstgegner Berenbostel in der Kreisliga

Für reichlich Aufregung und Gesprächsstoff war an diesem fast sommerlichen Herbstsonntag-Nachmittag bereits vor dieser Partie gesorgt. Die zuvor nächtlich über Hannover niedergegangenen heftigen Regenschauer hatten den B-Platz nach Ansicht von Schiri Ümit Alval vom TuS Davenstedt unbespielbar gemacht und so stand kurzfristig sogar eine Spielabsage im Raum, übrigens, wie vielfach in der Region an diesem Wochenende geschehen. Nach einigen klärenden Gesprächen fiel die Entscheidung, die Partie der Fußball-Kreisliga auf dem C-Platz auszutragen. Nicht unbedingt mit Wohlwollen von beiden Mannschaften aufgenommen, wenn man weiß, dass hier die engen Platzverhältnisse eine besondere Spielweise erfordern. Mit 15-minütiger Verzögerung wurde angepfiffen.
Bei Sparta war Coach Jamal Miri nach seinem Urlaub wieder an der Seitenlinie dabei und musste in dieser Begegnung mit dem erklärten Angstgegner aus Berenbostel neben einigen Dauerverletzten auf Stammkräfte wie Bilel Khlifi und Volkan Ates, der seine Sperre für fünf gelbe Karten absaß, verzichten.
Da war es zumindest von Vorteil, dass die zuletzt lädiert pausierenden Cem Ugur Tekin und Cem Erkan wieder mitwirken konnten.
Den Gästen aus Berenbostel, in dieser Saison nach sieben Spieltagen noch ohne Sieg und mit nur zwei Punkten auf dem vorletzten Rang der Tabelle, war anzumerken, dass sie nicht ohne Ambitionen an den Silbersee gekommen waren. Zugegeben, natürlich kam der sehr enge Platz ihrer von Beginn an sehr defensiven Grundordnung sichtlich entgegen. Für Spartas Angreifer blieb da nur wenig Raum zur Entfaltung und wenn es dennoch einmal gefährlich wurde, langten die Abwehrspieler in den Zweikämpfen kräftig zu. So erhielt TSV-Akteur Sascha Gonzales-Salced für sein hartes Einsteigen gegen den beweglichen und antrittsschnellen Ali Damergi bereits in der achten Minute eine gelbe Karte. Die bis dahin eher langweilig anmutende Partie erlebte in der 25.Minute einen geradezu spektakulären Höhepunkt. Dem sehr aktiven Pascal Feuss gelang es mittels artistischem Überkopf-Hackentrick Damergi zu bedienen, der sich energisch im Strafraum durchsetzte und fast von der Grundlinie die Kugel zum 1:0 hoch ins Dreieck jagte. Von der Entstehung bis zur Vollendung ohne Übertreibung ein absolutes Saison-Highlight. Nur zwei Minuten später gar das 2:0. Selbst im Strafraum zu Fall gebracht, ließ es sich Spartas Torjäger nicht nehmen, den fälligen Elfmeter sicher zum Ausbau der Führung zu verwandeln.
Eine Vorentscheidung bedeutete dieser Treffer jedoch nicht. Zwar agierten die Schwarz-Gelben überlegen, aber im Abschluss fehlte es mehrmals an der nötigen Konsequenz. So brachten sich die Gäste nach gut einer halben Stunde ziemlich überraschend wieder ins Gespräch. Ein Freistoß aus halbrechter Position fiel Marcel Barthel am Fünfmeterraum förmlich auf den Fuß und fand von dort unverhofft den Weg über die Linie zum glücklichen Anschlusstreffer. In Anbetracht des Spielverlaufes ein für den Tabellenvorletzten eher schmeichelhaftes Zwischenresultat, an dem sich trotz einiger verheißungsvoller Ansätze bis zum Halbzeitpfiff nichts mehr änderte.
Dass Cem Erkan nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder ganz der Alte ist, war im zweiten Abschnitt unübersehbar. Der sonst so abschlusssichere Stürmer scheiterte zweimal in Eins-gegen-eins-Situationen an Berenbostels Keeper Laurin Clemens. Landläufig nennt man so etwas wohl hundertprozentige Torchancen. Mirko Reinicke hatte Pech mit einem gefühlvollen Freistoß an die Latte (64.) und der anschließende Treffer von Damergi fand wegen vermeintlicher Abseitsposition keine Anerkennung. Die Gäste beschränkten sich auf überfallartige Konter, die zumindest eine stete Wachsamkeit im Abwehrverbund der Schwarz-Gelben erforderten. So richtig gefährlich kreuzten sie allerdings nur selten vor Spartas Gehäuse auf, sodass die Begegnung mehr oder weniger dahin- plätscherte. Das Chancen-Plus der Spartaner war zwar unübersehbar, aber als es in die Schlussphase ging, ließ der enge Spielstand noch alle Optionen offen. Merke: Wer seine Chancen nicht nutzt, muss halt bis zum Ende bangen, und so war es auch in diesem Spiel. Am Ende zählten nur die drei Punkte gegen ein Team, das seinem Ruf als Angstgegner diesmal nicht ganz gerecht wurde. Zum Glück für die Spartaner, die den Fluch seit einer gefühlten Ewigkeit erstmals besiegen konnten. „Es war ein dreckiger Sieg!“ Der Bemerkung des verletzten Gezim Kelmendi am Spielfeldrand nach Spielschluss gab es nichts hinzuzufügen.
Zu ungewohnter Anstoßzeit muss die Silbersee-Elf am kommenden Sonntag bei der Reserve des TSV Luthe antreten. Die Partie beim Tabellenelften wird bereits um 13.00 Uhr angepfiffen. Wenn die derzeit gute Position im oberen Drittel (5.Platz) gehalten werden soll, müsste von dort etwas Zählbares mit nach Hause gebracht werden. Zuvor stand für Sparta noch die fünfte Runde im Krombacher Pokalwettbewerb auf dem Plan.
Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Dachas Doski (85.Min. Diako Omar), David Waziri, German Ullmann, Mahsun Sahin, Pascal Feuss (80.Min. Jamal Miri), Ali Damergi, Mirko Reinicke, Cem Ugur Tekin, Cem Erkan, Sedat Ekinci.