Philipp Schmidt schießt Krähen ins Derbyglück

TSVKK entscheidet stadtinternen Vergleich für sich

Die Schlussphase des Ortsderbys in der Fußball-Landesliga zwischen dem TSV Godshorn und dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide lief, als plötzlich blankes Entsetzen beim heimischen Anhang aufkam, während auf Seiten der Gästefans so manche Faust in der Tasche geballt wurde – wohlwissend, was da kommen sollte. Denn Schiedsrichter Jan Aumann hatte den Krähen soeben einen aussichtsreichen Freistoß zugesprochen. Wenige Meter vor der Strafraumgrenze, ein Stückweit halbrechts, lag der Ball bereit. Eine Position, die wie gemalt für Krähenwinkels Ausnahmefussballer Philipp Schmidt daherkam. Mit seinem genialen linken Fuß hat der Standardspezialist schon unzählige Freistöße in sehenswerter Manier direkt verwandelt. Nun waren abermals mehr als 1500 Augenpaare auf die anstehende Situation gerichtet. Und Schmidt machte seinem Ruf alle Ehre. Zauberhaft beförderte er das Leder in die Maschen – das 1:0, das Tor, das dem TSV KK den umjubelten Derbysieg einbrachte. Es war der Höhepunkt in einem ansonsten schwachen Landesligaspiel. Dabei bekamen die rund 760 Zuschauer schon in der ersten Minute die erste Torgelegenheit zu sehen. KK-Keeper Jan Helms war zur Stelle und klärte den Schuss zur Ecke. Danach passierte jedoch wenig Nennenswertes. Der TSV Godshorn entfachte in der Anfangsphase des Spiels einigen Druck, in der Hoffnung sich für die im Hinspiel erlittene 0:6-Niederlage zu revanchieren, traf dort jedoch auf eine stets gut postierte Krähenwinkeler Abwehrreihe. Zudem wechselten auf beiden Seiten oft Licht und Schatten. Starken Aktionen folgten oft Abspielfehler, so dass es nur selten zu Strafraumsituationen kam. Hendrik Göhr
probierte es vor der Pause zweimal, während es auf der anderen Seite zwei Torschüsse durch Renè Legien und Nils Tegtmeyer gab. In allen Fällen brauchten die Torhüter nicht
einzugreifen. So endete eine Halbzeit, in der man neben den sportlichen Höhepunkten auch auf die im Hinspiel noch vielfach angestimmten Fangesänge lange Zeit vergeblich wartete, ohne Treffer. Keine zehn Minuten nach dem Gang in die Kabinen standen die Godshorner schon wieder auf dem Platz. Unter dem neuen Trainer Niklas Mohs war die Mannschaft gut in das Jahr 2018 gekommen, hat wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geholt und sich ligaweit Respekt verschafft. Mit entsprechend hinzugewonnenem Selbstbewusstsein gingen die Grün-Weißen auch den zweiten Spielabschnitt an. Doch der TSV KK verrichtete eine vorzügliche Defensivarbeit und fand seinerseits nun immer besser in die Partie. So verlief das Duell fortan ausgeglichen. Nach etwa 70 Minuten brachte Tjark
Miener den Ball von rechts in den Strafraum, Philipp Schmidt zog per Volleyschuss ab.
Haarscharf ging das Leder am linken Pfosten vorbei. Dann neigte sich das Derby mehr
und mehr dem Ende entgegen, und auf den Rängen wurde vielfach darüber sinniert, ob man mit dem zu erwartenden Endstand von 0:0 zufrieden sei. Doch dann kam die 86. Minute -
und mit ihr jene Freistoßsituation, die die Partie entscheiden sollte. Philipp Schmidt schoss die Krähen ins Derbyglück – der Jubel beim rot-blauen Anhang kannte keine Grenzen. Auf grün-weißer Seite durfte noch einige Zeit auf den Ausgleich gehofft werden, denn Schiedsrichter Aumann hatte eine Nachspielzeit von gleich fünf Minuten ausgerufen. Doch die Krähen brachten den Vorsprung über die Zeit und entschieden damit auch das zweite Landesligaderby dieser Saison für sich. Die Mannschaft ließ sich feiern und gewann neben viel Prestige auch drei äußerst wichtige Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt. Dieser ist auch dem TSV Godshorn trotz des Rückschlags am Sonnabend weiterhin absolut zuzutrauen. Godshorn trifft am Dienstag, den 24. April auf den VfL Bückeburg und muss am Sonnabend, 28. April, um 14 Uhr bei der SpVgg Bad Pyrmont antreten. Für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide folgen zwei Heimspiele gegen Teams, die auf Abstiegsplätzen rangieren. Am Sonntag, 29. April, geht es um 15 Uhr gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder II. Am Dienstag, 1.Mai, beginnt dann um 15 Uhr die Partie gegen den STK Eilvese.
Mannschaft TSV Godshorn: Röseler, J. Linnenbrink, Wittber, Krause, Jav. Guerrero Diz,
Kasumovic (ab 70. Minute S.Bönig), A. Bönig, Gellert (ab 80. Minute Fuerst), Joel Guerrero Diz, Huxohl (ab 84. Minute Buschmann), Göhr; Trainer: Mohs.
Mannschaft TSV Krähenwinkel/Kaltenweide: J. Helms, Pfeuffer (ab 86. Minute Tasche),
Miener, Bart, A. Ulrich, Tegtmeyer, Mücke, Heider (ab 46. Minute Alin), Hübner (ab 78. Minute Döpke), Legien, Schmidt; Trainer: Trebing.