Quo vadis SC Langenhagen?

Oberligist geht schweren Zeiten entgegen

(rt). Da wurde die letzte Partie des Jahres schnell zur Nebensache. Nicht nur das die Mannschaft von Trainer Stefan Gehrke eine überflüssige 2:3-Niederlage aus Heeslingen mitbrachte, auch der Kader des Oberligisten wurde um einen Spieler verringert. Mit dem 35-jährigen Marcel Ibánez geht der Routinier des Tabellenvierzehnten in der Winterpause von Bord. „Das tut weh! Ein Spieler mit so viel Erfahrung aus Regionalliga- und Oberligazeiten ist nicht zu ersetzen. Ich kann ihn allerdings verstehen“, fand Gehrke nur schwer die richtigen Worte. Ibánez, der mit seinem Trainer schon bei Arminia Hannover zusammengearbeitet hatte, wollte in Langenhagen noch einmal richtig angreifen. Ein Führungsspieler, der der jungen, unerfahrenen Mannschaft gut getan hatte. Doch seit dem Wechsel vom OSV Hannover lief es nicht rund für den Defensivspezialisten. Und dies hatte mit den immer wieder aufkommenden Unstimmigkeiten zwischen Vorstand und sportlicher Leitung zu tun. Die Unruhe im Verein machte dem Industriekaufmann zu schaffen. Letztendlich zog er den Schlussstrich und wechselt zum Landesligisten Ramlingen/Ehlershausen. Ein Schuss vor den Bug des langsam sinkenden Flagschiffes des SC Langenhagen. Gehrke hofft, dass dieser Wechsel nicht noch weitere nach sich zieht. Mit nunmehr 19 Spielern ist der Verein nicht gerade auf Rosen gebettet. Als Neuzugänge kommen nach derzeitigem Stand ein bis zwei Spieler in Frage. Dabei ist auch ein hoffnungsvolles Talent, welches auch schon für die Jugend von Hannover 96 die Stiefel geschnürt hat. In Heeslingen verlief vieles wie so oft. Der gegnerische Trainer Torsten Gütschow sprach von drei Gastgeschenken die ihm der SCL offerierte. Schon nach wenigen Sekunden trafen die Gastgeber vor 300 Zuschauern. Im zweiten Abschnitt spielte nur noch der SCL, ohne allerdings die guten Möglichkeiten in Tore umzumünzen. Wie es um das Nervenkostüm der Flughafenstädter bestellt ist, zeigten die letzten zwei (!) Minuten. Nachdem Sotirios Panagiotidis mit gelb-roter Karte wegen Foulspiels vom Feld musste, folgten ihm Timo Gieseking und Ibánez nur wenig später. Gieseking bekam nach einem Pressschlag die zweite gelbe Karte. Ibánez eilte seinem Mitspieler zur Hilfe und ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. Am Ende standen symbolträchtig für den gegenwärtigen Zustand nur noch acht Akteure auf dem Feld.

Tore: 1:0 (1.) Grimm, 1:1 (12.) Ibánez, 2:1 (31.) Grimm, 3:1 (38.) Gerken, 3:2 (40.) Zimmermann

Dlugaiczyk – Heider, Ibánez, Gieseking, Gassmann (82. Unterhalt) – Herold (46. Wittbold), Panagiotidis, Prats (76. Tsakiridis), Zimmermann –Trochymiuk, Ibekwe.