Rabenschwarzer Sonntag in Kolenfeld

Marcel Quarg mit Armbruch ins Krankenhaus

Vorgenommen hatte sie es sich ja, im Wunstorfer Ortsteil Kolenfeld wollte die Sparta-Elf vom Silbersee zum Auftakt in die neue Fußball-Saison einen erfolgreichen Start abliefern. Allein alle guten Vorsätze halfen nichts, am Ende musste man mit einer ernüchternden Schlappe die Heimreise antreten. In einer Partie, deren Szenario wohl am besten mit Pleiten, Pech und Pannen umschrieben werden kann, gab es zudem die schwere Verletzung von Marcel Quarg zu beklagen. Bei einer Abwehraktion stürzte der Torhüter unglücklich und brach sich den Oberarm kurz über dem Ellenbogengelenk. Mindestens sechs Wochen wird er nun einen Gipsverband tragen und seinem Team noch weitaus länger fehlen.
Erstmals in komplett schwarzem Outfit agierten die Spartaner zunächst aus einer gesicherten Abwehr eher abwartend und da auch die Platzherren kaum Anstalten machten, die bedingungslose Offensive zu suchen, plätscherte das Spiel gut zwanzig Minuten nur so dahin. Manuel Michaelis setzte der 22.Minute ein Achtungszeichen, als er sich von seinem Bewacher lösen konnte, jedoch sein Schuss nur am Außennetz landete. Fünf Minuten später demonstrierten die Gastgeber bei ihrem ersten ernsthaften Vorstoß höchste Effizienz und erzielten durch Timo Knocke das 1:0. Spartas Verteidiger warteten in dieser Situation vergeblich auf den Pfiff des Unparteiischen. André Lange wurde zuvor hart an der Außenlinie attackiert. Die Silbersee-Elf wirkte danach weiterhin irgendwie gehemmt und unkonzentriert obwohl Kolenfeld alles andere als brillierte. Der knappe Rückstand beim Seitenwechsel erhielt zumindest die Hoffnung, dass sich in der zweiten Halbzeit noch alles zum Guten wenden könnte. Vom Trainer-Duo Joachim Marek/Bernd Burgmüller gab es dazu die klare Aufforderung, den bis dato gezeigten Angsthasen-Fußball abzulegen und aggressiver nach vorn zu spielen. Die gelben Karten für Bilel Khlifi und Sven Hoffmann unmittelbar nach Wiederanpfiff ließen zumindest erkennen, dass ihre Schützlinge nun mit anderer Körpersprache auftraten. Dennis Rossmann scheiterte in der 55.Minute am gut reagierenden TSV-Torwart Thimo Lohmann, der seine Leistung nach exakt einer Stunde noch toppen konnte, als er die größte Chance durch Hoffmanns Freistoß aus fünf Metern bravourös parierte. Sparta schien auf dem besten Weg, dieser Begegnung vielleicht doch noch eine Wende zu geben. Ein wahrer Glücksgriff gelang in dieser Phase Kolenfelds Coach Oliver Oborski, der in der 66.Minute einen für Sparta verhängnisvollen Wechsel vornahm. Sekunden später erzielte der Neue, Jörn Rehfeldt, freistehend das 2:0 für seine Farben. Es war zu spüren, dass dieser Treffer die Moral der Spartaner merklich erlahmen ließ und sich eine leichte Resignation breit machte. Die sonst so zuverlässige Abwehr verlor zusehends ihre Stabilität und im Spiel nach vorn offenbarten sich zu große Abstände zwischen Mittelfeld und Angriff. Der gerade eingewechselte Andreas Kopczyk erhöhte mit seinem ersten Ballkontakt in der 73.Minute auf 3:0. Auch diesmal haderte Sparta wegen eines vermeintlich zuvor nicht geahndeten Fouls an Khlifi. Nachzusetzen wäre wohl die bessere Lösung gewesen. Zu allen Überfluss kam es fünf Minuten später zu der tragischen Verletzung von Marcel Quarg, der sich vor dem 4:0 wiederum durch Kopczyk ohne gegnerisches Verschulden den Arm brach.
Nach einer halbstündigen Unterbrechung übernahm Hoffmann seine Position, da das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war. Auch Waldemar Reimche musste kurz vor Schluss mit einer Blessur passen, sodass nur noch neun Aktive diese unerfreuliche Partie beendeten.
Am Sonntag gibt der SV Germania Helstorf seine Visitenkarte zum ersten Kreisliga-Heimspiel auf dem Sportplatz an der Emil-Berliner-Straße ab. Die Germanen trotzten dem Favoriten aus Schloß-Ricklingen im ersten Spiel ein 2:2 ab und werden zu einem harten Prüfstein für die Spartaner. Große Not herrscht auf der Torwart-Position, da der zweite Keeper Lucas Jakobskrüger aus beruflichen Gründen ebenfalls nicht zur Verfügung stehen wird. Beginn ist um 15 Uhr.
Aufstellung: Marcel Quarg; Alexander Kuba, Sven Hoffmann, André Meyer (58.Min. Waldemar Reimche), André Lange, Bilel Khlifi, Kai-Carsten Stock (70.Min. Daniel Hupp), Levent Sönmez, Dennis Schweer, Dennis Rossmann, Manuel Michaelis (46. Steven Schmeisser).