Recken machen kurzen Prozess

Die HSG Langenhagen hielt die Partie der beiden ungleichen Kontrahenten nicht lange offen. (Foto: O. Krebs)
 
Gleich schlägt es wieder im HSG- Tor ein: Jannes Krone hat abgezogen. (Foto: O. Krebs)

HSG Langenhagen unterliegt dem Bundesligisten aus Burgdorf mit 9:51

(ok). Es wurde kurz vor Schluss noch einmal richtig spannend bei der Handball-Partie zwischen dem Regionsoberligisten HSG Langenhagen und dem Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. Allerdings lag in der Robert-Koch-Realschule vor 450 Zuschauern keine Überraschung aus Sicht der sechs Klassen tiefer spielenden Gastgeber in der Luft. Vielmehr ging es darum, ob das junge neuformierte Team des ebenso neuen Trainerduos Maximilian Wölfel und Peter Hensel ihr selbst gestecktes Ziel erreicht: mindestens zehn Tore werfen, weniger als 50 kassieren. Fazit nach 60 Spielminuten: knapp vorbei; am Ende hieß es 9:51 nach einem Halbzeitstand von 3:26. Die HSG mühte sich redlich, blieb aber oft in der konsequent zupackenden Deckung der Recken hängen und leistete sich darüber hinaus auch einige technische Fehler. Ballverluste, die der Bundesligist gnadenlos bestrafte. Über die Außenpositionen lief wenig, das Angriffsspiel der HSG war für die erfahrenen Profis leicht zu durchschauen. Der Regionsoberligist war aber mit viel Spaß bei der Sache, genoss das Ergebnis und die tolle Atmosphäre in der RKS-Halle. Jeder Treffer der Langenhagener wurde von den zahlreichen Zuschauern, aber auch von den Spielern selbst frenetisch bejubelt. Die Recken spielten von Anfang an konzentriert, zogen über 4:1, 14:2 und 23:3 aus ihrer Sicht in der ersten Hälfte unaufhaltsam davon.
Die präzisen Abwürfe des Recken-Torwarts Martin Ziemer - nicht selten über das ganze Feld - fanden alle ihren Abnehmer; der Bundesligist spielte so schnell und schnörkellos, dass die HSG-Akteure kaum zum Luftholen kamen und machte kurzen Prozess. Mit schönen Spielzügen - besonders über die beiden Flügelspieler Timo Kastening und Caspar Mortensen sowie Neuzugang Ilja Brozovic vom THW Kiel am Kreis - und dynamischen Gegenstößen fiel auch in der zweiten Hälfte Treffer um Treffer: 4;29, 5:38 und 6:44 in der 50. Minute. In der 58. Minute dann der 50. Treffer für die TSV Hannover-Burgdorf. HSG-Trainer Wölfel - die HSG Langenhagen ist seine erste Trainerstation - war trotz des knapp verfehlten Zieles zufrieden: “Die Jungs haben gekämpft und waren mit Spaß dabei. Das ist die Hauptsache.” Auch sein Gegenüber Carlos Ortega, der wie Wölfel bei seinem Verein neu an der Linie ist, hatte nichts an der Mannschaftsleistung im ersten Test auszusetzen: “Wir haben 60 Minuten Tempo gemacht.” Auf die Frage, wie er die Niederlagenserie in der zweiten Hälfte der vorigen Saison aus den Köpfen der Spieler bekommen will, reagierte der sonst so offene und freundliche Spanier allerdings zugeknöpft. Diese Frage könne er nicht mehr hören, sagte Ortega und verschwand flugs in den Katakomben der RKS-Halle. Seine Spieler blieben aber noch lange auf dem Parkett und im Vorraum, gaben bereitwillig Autogramme. Eine sehr gute Werbung des Bundesligisten in eigener Sache. Die Einnahmen des Abends bleiben übrigens bei der HSG Langenhagen. Abgerundet wurde das Spektakel von einer tollen und akrobatischen Darbietung der SCL-Turnmädchen. Ein rundum gelungener Handballabend in Langenhagen, auch dank der etwa 50 freiwilligen Helfer. Für die HSG Langenhagen wird es übrigens am 26. August ernst, dann geht es auch wieder gegen die TSV Burgdorf. Allerdings gegen die vierte Mannschaft im ersten Saisonspiel der Regionsoberliga.
HSG-Torschützen waren Mitchell Mielecke (4), Bastian Zimmer, Marcel Kelef, Jan-Luca Götz, Pascal Steidel und Leon Knäbe.