RECKEN treffen auf die SG Flensburg-Handewitt

Zum Heimspielauftakt gegen den Meisterschaftsfavoriten

Nach dem vor allem in der Höhe überraschenden 23:34-Auftakterfolg bei Frisch Auf! Göppingen und dem damit verbundenen perfekten Start in die Saison 2016/17 hat nun auch das Warten für die einheimischen Fans ein Ende. Am Samstag trifft die TSV Hannover-Burgdorf zum Heimspielauftakt in der DKB Handball-Bundesliga auf den derzeitigen Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt. Anwurf in der Swiss Life Hall ist um 19 Uhr.
Mit den Schleswig-Holsteinern stellt sich gleich zur Heimspielpremiere der RECKEN der diesjährige Meisterschaftsfavorit Nummer eins in Hannover vor. Nach Platz zwei in der abgelaufenen Spielzeit soll dem Team von Trainer Ljubomir Vranjes in dieser Saison der ganz große Wurf gelingen. Mit 55:9 Punkten lagen die Schleswig-Holsteiner in der Endabrechnung der Saison 2015/16 lediglich einen Zähler hinter Meister Rhein-Neckar Löwen.
Als großes Plus wird der SG dabei in diesem Jahr vor allem die Kontinuität im Kader attestiert. Nachdem in der letzten Spielzeit ein größerer Umbruch zu Saisonbeginn in fünf Minuspunkten resultierte und somit ausschlaggebend für das Verpassen der Meisterschaft war, mussten die Norddeutschen mit Kresimir Kozina (Füchse Berlin) diesmal lediglich einen Abgang verkraften. Im Gegenzug verpflichteten die Gäste mit Ivan Horvat (GRK Varazdin/Kroatien) einen neuen Akteur zur Verstärkung des ohnehin schon hochklassig besetzten Rückraums. Vor allem vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele, für die Flensburg insgesamt sieben Spieler abstellen musste, dürfte der Vorteil der Eingespieltheit gerade zu Saisonbeginn nicht zu unterschätzen sein. Wie bei den RECKEN werden zudem drei Olympische Medaillen (Lasse Svan und Henrik Toft Hansen gewannen Gold mit Dänemark, Kentin Mahé Silber mit Frankreich) zusätzlichen Rückenwind verleihen.
SG-Trainer Vranjes kann grundsätzlich auf einen internationalen und über lange Jahre eingespielten Stamm setzen, wenngleich mit Rückraumspieler Rasmus Lauge Schmidt ein wichtiges Puzzleteil im System der SG nach einer Knieverletzung noch länger fehlen wird. Mit dem Schweden Matthias Andersson verfügt man im Tor seit Jahren über einen der besten Keeper der gesamten Liga, der zudem mit Landsmann und Abwehrchef Tobias Karlsson bestens harmoniert. Hinzu kommt mit Anders Eggert und Lasse Svan eine dänische Flügelzange der Extraklasse, die sich zusammen in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit für nicht weniger als 313/88 SG-Tore verantwortlich zeigte. Im Rückraum setzt Vranjes mit Spielern von international hochklassigem Niveau wie Thomas Mogensen, Kentin Mahé, Jim Gottfriedsson und Holger Glandorf sowohl auf Spielfähigkeit als auch auf Durchschlagskraft.
Dem hohen Erwartungsdruck wurde die SG bereits zum Auftakt gegen Aufsteiger HC Erlangen mehr als gerecht. Mit einem eindrucksvollen 35:23-Erfolg setzten sich die Nordlichter gleich nach dem ersten Spieltag an die Spitze. Nicht nur deshalb ist die Favoritenrolle klar verteilt, zumal die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle nach den Ausfällen von Csaba Szücs, Lars Lehnhoff und Sven-Sören Christophersen ersatzgeschwächt in die Partie gehen wird. „Wir haben genug Leute, um uns vernünftig vorzubereiten“, lässt Bürkle dennoch keine Ausreden gelten. „Wir werden Außergewöhnliches leisten müssen. 4.000 Zuschauer im Rücken sind definitiv ein guter Antrieb, der uns helfen wird - und dann schauen wir mal, ob wir wieder ein kleines Wunder schaffen.“
Mut machen dürfte den RECKEN dennoch die Heimstatistik gegen die SG Flensburg-Handewitt der letzten Jahre. Während Niedersachsens Spitzenhandballer auswärts den Rückweg regelmäßig mit leeren Händen antreten mussten, konnte die SG seit der Saison 2011/12 keinen Sieg mehr in Hannover feiern. Nach Erfolgen der RECKEN sowohl 2012/13 (29:28) als auch 2013/14 (27:26) trennten sich die Kontrahenten in den letzten beiden Jahren unentschieden (jeweils 25:25). Auf den „achten Mann“ setzt dabei auch Rückraumspieler Morten Olsen. „Es macht einfach Spaß, hier zu spielen. Ich bin überzeugt, dass uns unsere Fans auch gegen Flensburg helfen werden.“