SC Langenhagen kurz vor dem Abgrund

Freude und Trauer lagen dicht beisammen. Foto: R. Thode

Heute Entscheidungsspiel gegen Göttingen

(rt). Die wievielte Chance zum Erhalt der Oberligazugehörigkeit der SC Langenhagen am vergangenen Sonnabend bei Arminia Hannover vergeben hatte schien nur noch Makulatur. Nach der 1:2-Pleite beim Bezirksoberligameister kommt es am heutigen Mittwoch zum ultimativen Endspiel um den Klassenerhalt. Auf der Anlage des BSV Ölper 2000 am Biberweg 29 in Braunschweig entscheidet sich ab 19.30 Uhr die Zukunft des SC Langenhagen. Gegner ist die Spielvereinigung Göttingen die im letzten Moment durch einen 2:1-Erfolg in Wolfenbüttel den dritten Platz in der Relegationsrunde erreicht hat. Was sich bei Arminia Hannover abspielte, spiegelte eine total verpatzte Saison ein entscheidendes letztes Mal wider. Nach einer verhaltenen Anfangsphase übernahm der klassentiefere Kontrahent die Spielleitung. Angetrieben vom angeschlagenen Paul Janke versuchten die „Blauen“ ihre letzte Chance zu wahren. Der SCL ließ sich vom Team von Ex-Trainer Stefan Gehrke auf dem nassen Untergrund vor nahezu 1.000 Zuschauern den Schneid abkaufen. Lediglich Torjäger Christian Brüntjen und ein Fernschuss von Patrick Hiber sorgten im ersten Abschnitt für Torgefahr. Auf Gastgeberseite scheiterte Firat Bayramoglu am starken Torhüter Alexander Dlugaiczyk. Die darauffolgende Ecke brachte dann allerdings die Führung. Jankes Flanke rutschte Bayramoglu so unglücklich über den Spann, dass diese direkt über den Kopf von Abwehrchef Marcel Ibanez im Kasten des SCL landete. Eine Antwort hierauf blieben die Gäste in einer enttäuschenden ersten Halbzeit schuldig. Nach dem Wechsel drehte sich das Geschehen komplett. Schon die erste Torchance hätte den Ausgleich geben müssen. Doch nach starker Vorabeit des überragenden Markus Schinner verfehlte Brüntjen das leere Tor per Kopf. Arminia igelte sich fortan in der eigenen Hälfte ein, kam über Janke jedoch immer wieder zu Konterstößen. Einen dieser hätte Marcel Kattenhorn schon frühzeitig zur Entscheidung nutzen können, scheiterte allerdings an Dlugaiczyk. Der Gegenangriff brachte durch einen abgefälschten Schuss von Deniz Tayar den verdienten Ausgleich. Alles lief jetzt in Richtung Erfolg des SCL. Immer wieder wurde die Abwehr der Hannoveraner aufgerissen. Was fehlte war wie schon in vielen vorausgegangenen Spielen die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Zu überheblich die Versuche von Tayar und Malek Barudi den Torhüter mit Hebern zu überwinden. Pech für Nikolaos Zervas, der mit einem fulminanten 20-Meter-Hammer nur den Pfosten traf. Wohl niemand im Stadion hätte daran geglaubt, dass der Noch-Oberligist sich den Butter vom Brot nehmen lassen würde. Zu überlegen gestalteten die Flughafenstädter die Begegnung. Als dann aber zum wiederholten Male eine Flanke abgefangen wurde, nahm sich Janke des Leders an, schickte seinen Stürmer steil und durfte wenig später mit seinen Kameraden den Siegtreffer feiern. In den Pass grätschte der Ex-Armine Igor Lazic so unglücklich, dass der herauseilende Dlugaiczyk nur noch dem ins Tor trudelnden Ball hinterhersehen konnte. Wie schon in der Heimpartie gegen Stade kostete dieser Faupax einen wertvollen Zähler. Nach einer Schockstarre drehte der SCL noch einmal auf, am Ende reichte es aber nicht zum so notwendigen Punktgewinn. Enttäuscht sprach Trainer Hilger Wirtz von einer gegnerischen Mannschaft die „mehr wollte“ und von einer „guten Halbzeit die nicht reicht“. Gehrke sah seine Akteure nach „dieser Meisterrunde und der Relegation“ als „verdienter Aufsteiger“. Schaffen kann der SCL den Klassenerhalt immer noch. Doch heute ist die wirklich definitiv letzte Möglichkeit dafür.

Tore: 1:0 (19.) Ibanez, 1:1 (53.) Tayar, 2:1 (69. ET) Lazic

SCL: Dlugaiczyk – Bertalan (81. Herisch), Lazic, Tayar, Kiefer – Schinner, Barudi (81. Hoheisel), Hintzke, Hiber (56. Harms) – Zervas, Brüntjen