Schützenfest beim Kellerduell am Silbersee

6:3 - Patrick Brodersen leitet zweiten Heimsieg ein

Der ganze Vaterstolz war ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben beim Gang ins neu hergerichtete Klubheim. Sowohl Vorstandsmitglied Hilmar Brodersen als auch Spartenleiter Ingo Schmeisser strahlten jedenfalls um die Wette ob der von ihren Söhnen zuvor an den Tag gelegten Zielgenauigkeit. Mit drei Treffern hatten ausgerechnet die dem eigenen Nachwuchs entstammenden Jüngsten, Patrick und Steven, entscheidenden Anteil daran, dass die Spartaner nach langer Durststrecke endlich wieder einmal über einen Erfolg jubeln konnten. Und dieser war umso wichtiger, da er gegen einen direkten Mitkonkurrenten im Abstiegskampf errungen wurde. Von einem Sechspunktespiel sprach dann auch Coach Zoran Aladzic, der im Übrigen erfreut eine Personalie am Rande zur Kenntnis nahm: Bernd Burgmüller steht ihm auf Wunsch der Mannschaft wieder als Kotrainer zur Verfügung. Bei schwierigen Bodenverhältnissen und leichtem Nieselregen entwickelte sich eine Partie, in der kämpferische Momente überwogen und die spielerische Note ziemlich in den Hintergrund geriet.
Aber auch ohne fußballerische Feinkost lieferten sich beide Teams eine Begegnung, die durchaus Unterhaltungswert besaß. Den besseren Start erwischten dabei die Schwarz-Gelben, für die Dennis Schweer den FC-Keeper Naser Al-Din Ali zu einer gelungenen Parade zwang. In der neunten Minute musste er jedoch zum ersten Mal hinter sich greifen. Steven Schmeisser nahm einen Rückpass von Schweer am Fünfmeterraum in aller Ruhe an und vollendete mit seiner Torpremiere zum Führungstreffer. Lukas Lichtenstein, nach überstandener Verletzung erstmals wieder im Einsatz, stand kurz darauf vor einer Resultaterhöhung, bekam allerdings nicht genug Druck hinter den Ball. Durchsetzungskräftiger zeigte sich auf der Gegenseite Wackers gefährlichster Angreifer Samuel Knitsch, der in der 16. Minute eine Lücke in Spartas Viererkette zum Ausgleich verwertete. Der aufgerückte Daniel Hupp erfreute die Hausherren per Kopf vier Minuten später mit dem vermeintlichen 2:1, allerdings hatte die Assistentin an der Linie - wohl zu Unrecht - eine Abseitsposition angezeigt. „Gefühlte 20 Mal hat sie uns in der ersten Halbzeit auf diese Weise ausgebremst“, ärgerte sich später Bernd Burgmüller. Nur gut, dass bei Lichtensteins zweiter Chance keinerlei Zweifel herrschte. Mit seinem harten Flachschuss überwand er den Schlussmann in der 36. Minute zur erneuten Führung. Ein Treffer wie aus dem Kuriositäten-Kabinett bescherte den Spartanern fast mit dem Pausenpfiff sogar noch das 3:1. Schweer profitierte dabei von einem eklatanten Missverständnis in Neustadts Abwehr. Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken sollte eigentlich Sicherheit und Ordnung für den weiteren Spielverlauf gegeben sein.
Davon war jedoch nach Wiederbeginn zunächst nichts zu spüren. Erneut agierten Bernd Winklers Vorderleute zu sorglos, was wiederum Knitsch für Wacker in der 50. Minute zum Anschlusstreffer nutzte. Im Gegenzug bekam Stanislaus Vetter in aussichtsreicher Position einen Tritt an das Schussbein, was der Unparteiische Sebastian Dietrich prompt mit Strafstoß ahndete. Dennis Schweer versenkte die Kugel mit seinem achten Saisontor zum 4:2. Das muntere Hin und Her hielt auch in den folgenden Minuten an. Deshouar Osso düpierte die Elf vom Silbersee mit einem wuchtigen 22m-Knaller exakt in den rechten Torwinkel zum 4:3 (58. Minute). Wer weiß, welchen Verlauf die Partie noch genommen hätte, wenn nicht Spartas Antwort quasi auf dem Fuße gefolgt wäre. Ein Anspiel von Schweer schloss Patrick Brodersen mit überlegter Aktion zum 5:3 ab; genau eine Stunde war zu diesem Zeitpunkt gespielt. Offensichtlich hatte Spartas Youngster nun Gefallen gefunden am Toreschießen. Sein Treffer aus gut 30 Metern von der Lattenunterkante ins Tor bedeutete nicht nur das Highlight des Tages, sondern zugleich die endgültige Entscheidung (73. Minute). Völlig überflüssig, dass danach FC-Spieler Mohamed Ismailat nach einem Disput mit Niklas Neumann noch des Feldes verwiesen wurde.
Ein weiteres Heimspiel steht den Spartanern am kommenden Sonntag um 14 Uhr ins Haus. Zur ersten Rückrunden-Begegnung tritt mit dem TSV Kolenfeld ein Team am Silbersee an, das noch berechtigte Aufstiegsambitionen hegt und im Hinspiel eindeutig dominierte. Schmerzvolle Erinnerungen an die 0:4-Niederlage hat besonders Torhüter Marcel Quarg, der sich einen Armbruch zuzog und seitdem verletzt ausfällt.

Aufstellung: Bernd Winkler; Daniel Hupp, Sven Hoffmann, André Lange, Niklas Neumann (82. Minute Mestan Degirmenci), Dennis Schweer, Patrick Brodersen, Steven Schmeisser (78. Minute Tobias Sauermilch), Bilel Khlifi, Lukas Lichtenstein, Stanislaus Vetter (66.Minute Levent Sönmez).