Schwarzes Wochenende für Sparta

1:6: Niederlage und zwei Platzverweise beim SC Wedemark

Konsterniert und kopfschüttelnd saß Spartas Trainer-Duo Burgmüller/Schmeisser noch weit nach dem Abpfiff neben dem Spielfeld und konnte noch immer nicht begreifen, was zuvor in neunzig Minuten auf dem Platz geschehen war. Beim bislang sieglosen und mit mageren zwei Punkten am Tabellenende weilenden SC Wedemark hatte ihre Truppe sang- und klanglos eine geradezu niederschmetternde Packung kassiert. Zu allem Überfluss auch noch zwei Rote Karten hinnehmen müssen, was in Anbetracht der ohnehin schon mehr als angespannten Personalsituation die Perspektive für die kommenden Wochen weiter verschlechtern dürfte. Alles andere als rosige Aussichten also, zumal nach zuletzt drei derben Niederlagen bei 5:17- Toren wohl auch jegliches Selbstvertrauen abhandengekommen ist.
An guten Vorsätzen für diese Partie sollte es nach vorausgegangener Mannschafts-Aussprache eigentlich nicht mangeln, aber zwischen Theorie und Praxis liegen bekanntlich Welten. Bereits das erste Vordringen des SCW in den Strafraum der Schwarz-Gelben brachte Juri Cuiko in gute Schussposition und folgerichtig das 1:0 nach drei Minuten. Sichtlich beeindruckt, kamen die Spartaner danach kaum zu durchdachtem Spielaufbau und blieben in Zweikämpfen oft nur zweiter Sieger. Henning Kalkühler, Wedemarks gefährlichster Angreifer, nutzte in der 16. Minute seinen Freiraum zum Ausbau der Führung, was die Verunsicherung in den Reihen der Silbersee-Elf noch erhöhte. Erst nach einer halben Stunde geriet das SC-Gehäuse erstmals in Bedrängnis, allerdings verfehlte sowohl ein Kopfball von Marcel Damerius als auch der Vorstoß von Dennis Schweer das Ziel. Besser machte es Rouven-Ken Hartmann, kurz zuvor für den verletzten Björn Krüger eingewechselt, der eine gelungene Vorarbeit von Arda Evrem zum 2:1 Anschlusstreffer verwandelte (39.Min.). Die Freude darüber währte jedoch nur kurz, da erneut Kalkühler noch vor dem Gang in die Kabinen den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herstellte (42.Min.).
Akute Kreislaufprobleme bei Keeper Christoph Sommer sorgten in der Pause für weitere Aufregung bei Sparta mit der Folge, dass André Meyer im zweiten Abschnitt dessen Position im Tor übernahm und der A-Jugend-Spieler Sedat Ekinci zu seinem Debüt im Herrenteam kam. Vollends auf die Verliererstraße geriet man in der 52.Minute, als ein rüdes Einsteigen gegen Schweer nicht geahndet wurde und Kalkühler mit seinem dritten Tor das 4:1 herstellte. Die hitzigen Diskussionen mit dem Unparteiischen bescherten Schweer im Anschluss gar noch die Rote Karte. Quasi im Minutentakt ging es danach weiter, Marco Ring (56.) und Dennis Doerr mit Elfmeter (62.) schraubten das Ergebnis auf 6:1. Damerius erhielt für seinen Einsatz zuvor gegen Kalkühler ebenfalls glatt Rot, eine nicht unumstrittene Regelauslegung des Schiris, ebenso wie auf der Gegenseite, als es Jan Junker nach Foul an Hartmann erwischte. Zum Glück beruhigten sich die Gemüter und auch der Torhunger Wedemarks war gestillt.
FC Wacker Neustadt ist der nächste Kontrahent Spartas im Heimspiel am Sonntag um 14 Uhr auf dem Sportplatz am Silbersee. Der Tabellenvorletzte scheint normalerweise auf dem Papier eine lösbare Aufgabe zu sein, aber was ist bei Sparta derzeit normal?

Aufstellung Sparta: Christoph Sommer (46. Minute Sedat Ekinci), Sven Hoffmann, Serkan Aslantuerk (58. Minute Steven Schmeisser), Tobias Sauermilch, Marcel Damerius, René Meyer, Frederick Krell, Dennis Schweer, Arda Evrem , Björn Krüger (32. Minute Rouven-Ken Hartmann), Eyüp Levent