SCL-Geher holen vier EM-Medaillen

Yoshiko Teufert siegte mit ihrer Mannschaft in ihrer Altersklasse.

Karlheinz und Yoshiko Teufert werden Mannschafts-Europameister

Vor Kurzem machte sich das Geher-Ehepaar Teufert in Richtung Vogtland auf, um wieder einmal an einer Senioren-Europameisterschaft teilzunehmen. Leider waren sie die einzigen Vertreter aus Langenhagen, da es um die Sparta-Geherszene zurzeit etwas ruhiger geworden ist. Die Wettbewerbe fanden in bis zu 40 Kilometer voneinander entfernten Städten des Dreiländerecks Polen/Tschechien/Deutschland statt.
Zunächst ging dabei im polnischen Ostteil der Stadt Görlitz (Zgorzelec) das 5.000-Meter-Bahngehen der Senioren über die Bühne, wo Karlheinz Teufert in der zweitältesten Klasse (M80) an den Start ging. Ihm war fast das Herz in die Hose gerutscht als er sah, dass in seiner Altersklasse nicht weniger als acht Mitstreiter aus aller Herren Länder zu diesem Wettbewerb im Internet aufgelistet waren. Doch wegen der enormen Hitze – es war in Görlitz mit fast 40 Grad Celsius der heißeste Tag des Jahres – traten im allgemeinen weniger als die Hälfte der gemeldeten Geher an. Da sich Teufert erst Ende Juni bei den Norddeutschen Meisterschaften in Delmenhorst einen bösen Muskelriß zugezogen hatte, konnte er das Gehen nur vorsichtig beginnen, so dass er nach dem starken Polen Rutyna und dem Ukrainer Ivan Puskin lediglich zur Bronzemedaille kam (37:23,28 Minuten). Beim Start der Frauen über die gleiche Strecke erreichte Yoshiko Teufert (W60) mit einer Zeit von 35:05,48 Minuten bei 15 Starterinnen einen neunten Platz.
Nach einer zweitägigen Ruhepause, die im ruhigen Löbau verbracht wurde, ging es dann im wahrsten Sinne des Wortes zur eigentlichen Sache: Dem 20-Kilometer-Straßengehen, das auf einer kaum beschatteten Strecke im tschechischen Hadrek ausgetragen wurde. Da sich sein lädierter Adduktormuskel auch während des vorher absolvierten Bahngehens nicht sonderlich gemeldet hatte, konnte Teufert nun mit Hilfe spezieller, das heißt sehr leichter Geherschuhe, sowohl diese Mammutstrecke wie auch seinen Konkurrenten aus der Ukraine „in Angriff nehmen“. Ein Rundkurs von zwei Kilometer Länge war unter den Augen recht strenger Gehrichter zehnmal zu durchmessen, wobei leider einige der jüngeren Konkurrenten auch prompt disqualifiziert wurden. Auch Teufert sah bereits in der zweiten Runde eine der verhassten roten Karten, von denen man aber nur zwei ungefährdet „wegstecken kann“. Nun selbst vorsichtiger geworden und eingedenk des Ratschlags seitens des Sparta-Trainers Marian Bigocki „kurze Schritte und Fersen aufsetzen“ enteilte ihm der Ukrainer immerhin um einige hundert Meter. Doch nach 16 Kilometern hatte Teufert diesen wieder eingeholt, um ihm dann in einem lang gestreckten Finish über eine Minute abzunehmen. Sein anschließender Erschöpfungszustand war allerdings fast total, hatten doch zahlreiche Teilnehmer – so die Österreicher wie auch ein weiterer finnischer Alterskonkurrent – dieses Wahnsinnsrennen schlichtweg aufgegeben. Mit 2:33,35 Stunden zu 2:34:40 Stunden erreichte Teufert damit hinter dem unschlagbaren ehemaligen Olympiateilnehmer Rutyna einen Silberplatz. Weil er auf Grund seiner guten Zeit auch als zweiter Mann in die Deutsche M75-Mannschaftswertung kam, konnte Teufert dafür noch eine zusätzliche Goldmedaille einheimsen, so dass sein bei dieser Veranstaltung erworbenes Medaillentriplett schließlich in allen drei Edelmetallfarben glänzte. Für die Frauen ging es in Hadrek nur über zehn Kilometer. Hier wurde Yoshiko Teufert-Shibata, die in diesem Frühjahr Deutsche 20 km-Meisterin geworden war, in ihrer Altersklasse von 16 Starterinnen Zehnte (1:09,50 Stunden). Aber auch für sie gab es noch Gold, da sie als drittbeste Deutsche mit ihren beiden Mitstreiterinnen in der W60-Mannschafts-Wertung vorn lag. Unter ehrlich bemühtem Absingen der Nationalhymne wurde sie dann mit ihren Mannschaftskameradinnen Karin Dygas (LG Kreis Verden – früher Sparta Langenhagen) und Heidrun Neidel (TSG Leigestern) vom Präsidenten der European Veterans Athletics Association (EVAA) Dieter Massin zur Europa-Mannschaftsmeisterin gekürt.