Sechs Siege in sechs Spielen

Das Team Hannover-Land Ost setzt sich in der Gruppe 6 ungeschlagen durch. (Foto: Kramer)

Stützpunkt Hannover-Land Ost steht im Finale

Großer Erfolg für einige Langenhagener Jungkicker: Beim Avacon-Cup in der Karl-Laue-Halle in Barsinghausen hat sich das U13-Team des DFB-Stützpunktes Hannover-Land Ost den Sieg in der Vorrunden-Gruppe 6 gesichert. Das Team um Fabio Di Michele Sanchez, Tim Schustereit (beide TSV Godshorn) und Keeper Julian Schultheiß (SC Langenhagen) löste damit das Ticket für die Endrunde am 1. und 2. Februar. Zum Team zählten mit Gabriel Michalek, Jona Renner, Amoro Diedhiou, Nico Bahrs und Paul Bock auch fünf Talente, die in der vergangenen Spielzeit noch für den TSV Godshorn kickten. Im Finale treffen die besten acht von 36 Stützpunkten und vier Profi-Leistungszentren aufeinander und küren den Niedersachsenmeister. „Es war die schwerste und stärkste Gruppe“, wie NFV-Jahrgangstrainer Per Michelssen betonte. Und Coach Daniel Henke freute sich: „Sechs Siege in sechs Spielen, das hat noch keines der Teams vom Stützpunkt Hannover-Land Ost geschafft – das spricht für sich.“
Los ging es am ersten Tag mit einem souveränen 4:1 gegen das Team aus Northeim/Einbeck. „Das erste Spiel ist oft entscheidend – und das hat die Mannschaft souverän gewonnen“, wusste Henke um die Bedeutung eines guten Starts. Bereits in der zweiten Partie wartete mit dem Bundesliga-Nachwuchs von 96 die härteste Nuss, die es aus dem Weg zu räumen galt. Nach einer hochklassigen Partie, in der die Auswahl Hannover-Land Ost vor allem mehr Herz und Willen zeigte, aber unterm Strich auch ein Chancen-Plus herausspielte, gelang mit 3:2 der nächste Sieg – ein wegweisender obendrein. Denn die Landeshauptstädter hatten bereits beim 2:2 zum Auftakt gegen Emsland-Süd überraschend gepatzt. „Wir sind als Stützpunkte vom DFB angehalten, im 1-2-1 zu spielen. Das ist gegen die Leistungszentren, die oft im 2-2-System agieren meist schwierig. Aber die Jungs haben das taktisch perfekt gelöst“, lobte Henke seine Schützlinge. Weil Hannover-Land Ost auch die dritte Partie gegen Cuxhaven mit 3:2 für sich entschied, in der die Mannschaft es allerdings unnötig spannend machte und zu fahrlässig mit ihren Chancen umging, lagen am Ende des Tages die Kicker aus Bentheim (neun Punkte, 11:5 Tore) und Hannover-Land Ost (neun Punkte, 10:5 Tore) bereits acht Zähler vor dem Top-Favoriten Hannover 96.
Der zweite „Arbeitstag“ begann für die Jungs vom Stützpunkt Thönse mit einer Hiobsbotschaft, denn Jona Renner musste wegen einer Oberschenkelverletzung passen. Dennoch legte das Team mit einem 2:0-Arbeitssieg gegen Emsland-Süd einen gelungenen Start hin. Da die Bentheimer kurz zuvor gegen 96 mit 0:8 unter die Räder gekommen waren, war klar, dass dem Team Hannover-Land Ost im nun anstehenden direkten Duell mit den Bentheimern ein Sieg den vorzeitigen Finaleinzug bescheren würde: In einem spielerisch ansehnlichen und extrem umkämpften Duell machten es die Thönser spannend: Weil sie in den entscheidenden Situationen erneut ihre Möglichkeiten nicht konsequent genutzt hatten, stand es bis kurz vor Schluss 2:2. In der Schlusssekunde nagelte Amoro Diedhiou dann die Kugel aus zwölf Metern doch noch zum umjubelten und nicht unverdienten Sieg in die Maschen. Damit stand der Gruppensieg fest – und das Finale war eingetütet. „Die Mannschaft hat insgesamt sehr engagiert und sehr diszipliniert gespielt“, nannte Henke zwei der Gründe für die Siegesserie. „Dazu kommt natürlich bei jedem Einzelnen das individuelle Talent.“ Zudem habe die Unberechenbarkeit des Teams eine große Rolle gespielt. „In diesem Kader kann jeder Spieler wirklich jede Position spielen – und das macht es für unsere Gegner häufig sehr schwierig.“
In der abschießenden Partie gegen Diepholz ließen sich die Talente des Stützpunktes Hannover-Land Ost auch vom frühen 0:1-Rückstand nicht beeindrucken. Im Anschluss boten sie – befreit von jeglichem Druck – Fußball vom Feinsten und schossen einen deutlichen und letztlich sogar zu knappen 6:1-Erfolg heraus. „Die Mannschaft hat über das gesamte Turnier extrem dominant gespielt und verdient gewonnen“, bilanzierte Henke anerkennend.
Die Tore teilten sich: Fabio Di Michele Sanchez (5), Nico Bahrs (4), Gabriel Michalek (4), Paul Bock (4), Amoro Diehdiou (3) und Jona Renner (1).
Unterm Strich siegten die Jungs vom Stützpunkt Hannover-Land Ost mit 18 Punkten und 21:8 Toren vor dem sechsfachen Avacon-Cup-Sieger und großen Favoriten Hannover 96 (13 Punkte, 29:7 Tore). Für die Endrunde haben sich die folgenden Teams qualifiziert: VfL Wolfsburg, VfL Osnabrück, Stade, Rotenburg, Braunschweig, Helmstedt/Wolfsburg, Hannover-Stadt und Hannover-Land Ost.
„Wie stark diese Mannschaft ist, zeigt ja auch die Tatsache, dass die NFV-Jahrgangstrainer für den ersten Auswahllehrgang im Februar vier von acht Spielern bereits fest eingeplant haben. Und zwei weitere können es auch noch schaffen, haben in der Endrunde noch die Chance, entscheidend auf sich aufmerksam zu machen“, spielte Stützpunkt-Coach Henke auf den eigentlichen Zweck des Avacon-Cups an: die Sichtung großer Talente.
Für die Endrunde, bei der insgesamt neun Feldspieler erlaubt sind, wurden für das Team Hannover-Land Ost zwei weitere Youngster nachnominiert: mit Alexander Meeske ein weiteres Talent vom TSV Godshorn, dazu mit Baris Atalas der Torjäger des TSV Havelse. Und Stützpunkt-Trainer Henke blickt der Aufgabe zuversichtlich entgegen: „Das Finale ist zwar stark besetzt, aber ich traue dieser Mannschaft ein gutes Abschneiden zu.“