Sechs Tore und 36 traurige Gesichter

Krähenwinkels Kellerduell beim TSV Wetschen endet mit 3:3

Am vergangenen Sonnabend stand das Kellerduell in der Fußball-Landesliga Hannover auf dem Programm. Der Tabellenletzte TSV Wetschen traf auf den Vorletzten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide. Insofern war jedem Aktiven, der vor dem Duell den holprigen Platz betrat, klar, um was es an diesem Nachmittag gehen würde. Ein Sieg muss her – so lautete die Marschroute auf beiden Seiten, um einen ersten Schritt hinaus aus dem Keller zu machen. Dass man hier keine hochästhetische Fußball-
kunst erleben würde, sondern vielmehr eine auf großen Kampf geprägte Partie, dies war jedem Besucher sicherlich bewusst.
Die erste Tormöglichkeit hatten die Gastgeber. Der Schuss von Erdal Ölge prallte zunächst ab, der Nachschuss von Hendrik Rahe flog in der neunten Minute haarscharf am Tor vorbei. Die Krähen hatten in der ersten halben Stunde trotz großen Engagements arge Probleme, eigene Torchancen
zu erarbeiten. Aus dem Spiel heraus fand selten ein Ball in den Strafraum, und die Standardsituationen brachten auch nicht den gewünschten Effekt. Stattdessen musste der TSV KK in der 24.Minute eine bittere Pille in Form des ersten Gegentors schlucken. Es war nicht gelungen, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, und so traf Erdal Ölge flach unten rechts zum 1:0. Man merkte, dass dieses Gegentor den Krähen mental zugesetzt hatte, denn vorübergehend gingen
einige Köpfe nach unten. Aber das Team kam bald zurück. Eine scharfe Hereingabe von Lauri Schwitalla, die Marc Ulrich knapp verpasst hatte, war in der 40. Minute die erste richtig gute Torchance. Danach wurde ein Schwitalla-Schuss vom Wetschener Keeper gut pariert. In der 44. Minute zappelte der Ball dann aber im heimischen Netz. Lauri Schwitalla hatte erfolgreich in den
unteren rechten Bereich des Tores gezielt, und mit einem 1:1 ging es in die Kabinen.
In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit durfte der rot-blaue Anhang ein weiteres Mal jubeln. Nach einem tollen Pass von Philipp Schmidt war Wladislaws Schmidts Torschuss zunächst missglückt. Aber der Ball kam zurück, und im zweiten Versuch brachte Wladislaw Schmidt ihn über die Linie. Oben links schlug es ein, und die Krähen lagen mit 2:1 in Front. Die Führung hielt jedoch nur einige Minuten, denn in der 62. Minute kam der TSV Wetschen zum Ausgleich. Die Krähen hätten genügend
Gelegenheiten gehabt, Nils Unger am Torschuss zu hindern. Doch der Schuss kam, und der Ball kullerte über die Linie. Alles war wieder offen. Philipp Schmidt hatte in der 74. Minute einen Freistoß aus halbrechter Position aus rund 25 Metern Entfernung knapp am Tor vorbeigeschossen, und Erdal Ölge vergab auf der anderen Seite eine große Möglichkeit. Die 79. Minute brachte die abermalige
Führung für das Waldsee-Team. Weil einige Wetschener in Erwartung eines Abseitspfiffs zu sein schienen, fuhren sie ihre Gegenwehr beim betreffenden Krähenwinkeler Angriff auf ein Minimum zurück. Adrian Zimmermann blieb cool, nutzte die Konfusion und traf zum 3:2 für KK. Doch die Krähen mussten den Vorsprung ein weiteres Mal hergeben. Nachdem es nicht gelungen
war, einen Ball in den eigenen Reihen zu halten, kam Jan Helms beim folgenden Klärungsversuch im Strafraum einen Schritt zu spät. Beim Elfmeter war der Torhüter noch mit der Hand am Ball, das 3:3 durch Steffen Winkler konnte er jedoch nicht verhindern. In der Nachspielzeit gab es noch die Rote Karte gegen Wetschens Andrè Heyer, weil er ein überhartes Foulspiel gegen Nils Tegtmeyer begangen hatte, das eher an eine Szene aus einem Eishockeyspiel erinnerte. Tegtmeyer
blieb zum Glück unverletzt. Dann war Schluss, und auf dem Platz versammelten sich 36 unzufriedene Gesichter. Alle Spieler, die die beiden Trainer für ihre Mannschaftskader nominiert hatten, hatten sich deutlich mehr
erhofft als einen Punkt. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat damit bereits sieben Punkte Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz. Oftmals war die Qualität nicht ausreichend, häufig fehlte es an der nötigen Cleverness, um besser dazustehen. Doch was das Kämpferherz dieser Mannschaft angeht, gibt es überhaupt
nichts auszusetzen. Das Team hat am Wochenende einen großen Kampfgeist gezeigt, und alle konnten sehen, wie viel Leben, wie viel Engagement und wie viel Emotionen in dieser Mannschaft stecken. Und mit diesem großen Kämpferherz muss der TSV KK in die nächsten Aufgaben gehen. Am kommenden Sonntag, den 23.Oktober kommt der OSV Hannover an den Waldsee. Der Anpfiff
erfolgt um 15 Uhr.

Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer, Döpke, T. Schmidt, S. Helms (ab 48.Zimmermann), Mücke, A. Ulrich, W. Schmidt, Schwitalla (ab 79.Tasche), Hübner (ab 46.P.Schmidt), M. Ulrich Trainer: Gehrmann
Tore: 24.1:0 Erdal Ölge, 44.1:1 Lauri Schwitalla, 57.1:2 Wladislaw Schmidt, 63.2:2 Nils Unger,
79.2:3 Adrian Zimmermann, 85.3:3 Foulelfmeter Steffen Winkler
Rot: 90.Andrè Heyer (Wetschen)