So weit, so normal

TSV KK unterliegt deutlich beim Tabellenführer

Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide musste jetzt in der Fußball-Landesliga
beim Tabellenführer vom Hannoverschen SC antreten. Damit war das Team von Trainer Holger Gehrmann eindeutig in der Rolle des Außenseiters. Dennoch fuhren die Rot-Blauen nicht hoffnungslos an die Constantinstraße. Immerhin hatte man dem Meisterschaftsanwärter im Hinspiel ein 1:1 abgetrotzt und sich selbst mit dem Sieg gegen Pattensen zum Auftakt der Rückrunde in eine gute Verfassung gebracht. Und eine Überraschung beim Spitzenreiter – das war den Krähen bereits beim vorigen Tabellenersten in Ramlingen geglückt.
Diesmal wurde jedoch schnell deutlich, dass der Favorit der ihm zugedachten Rolle voll und ganz gerecht würde. Mit äußerst sehenswertem Angriffsfussball kombinierten sich die Hannoveraner über den vertrauten Kunstrasenplatz. Elegant lief der Ball durch die Reihen, und es wirkte, als schienen die Spieler von Trainer-Urgestein Rainer Behrends stets zu wissen, wohin der Ball als
nächstes springen würde. Nach zehn Minuten fiel der Führungstreffer für die Gastgeber. Den Schuss von Mohammed Chahrour kratzte Helge Heider mit einer starken Abwehraktion noch von der Linie, nach dem Nachschuss von Mitchell Jordan zappelte der Ball jedoch im Netz. Bald hätte der HSC erhöhen können, doch Arafate Tcha-Gnaou und Martin Murawski ließen beste Gelegenheiten aus. Versäumtes holten die Platzherren innerhalb kürzester Zeit nach, als Alexander Lackmann und Murawski auf 3:0 erhöhten. Kurz vor der Pause verhinderte KK-Schlussmann Jan Helms ein weiteres Gegentor, als er einen Schuss von Chahrour mit einer Hand entschärfte. Doch die nächste Gelegenheit brachte dem HSC den vierten Treffer. Ein strammer Flachschuss von Ertan Ametovski schlug unten links ein, und die Krähen, die sich mit einer Fünferkette den Angriffen des Klassenprimus zu ergeben suchten, mussten mit der Hypothek von vier Gegentoren in die Kabine gehen. Nach der Pause sollte sich das Bild jedoch ein wenig wandeln. Der TSV KK schien sich darauf eingeschworen zu haben, hier kein Debakel zu erleben und das Torverhältnis, das in der Endabrechnung
durchaus entscheidend sein kann, nicht zu sehr zu belasten. Die Mannschaft spielte nun weitaus gefälliger und kam sogar selbst einige Male bis zum gegnerischen Strafraum. Zwar mag dieses auch daran gelegen haben, dass der HSC in Erwartung des tags darauf stattfindenden Freundschaftsspiels gegen Bundesligist Hannover 96 einen Gang zurückgeschaltet hatte. Dennoch zeigten die
Krähen große Moral, gaben sich nie auf und mussten lediglich ein weiteres Gegentor durch Dennis Tasche verkraften. An diesem Sonntag hat in der Constantinstraße ein Stückweit Normalität Einzug gehalten: Ein Aufsteiger kassierte eine Niederlage gegen den Tabellenführer, der mit den Platzverhältnissen einen ungeheuren Heimvorteil hatte. So weit, so normal. Vielleicht mag das Ergebnis
enger ausgefallen sein, wenn auf Rasen gespielt worden wäre.
Am Ende machten weder das Trainergespann noch die vielen mitgereisten Fans der Mannschaft einen Vorwurf. Nun folgt eine gänzlich andere Aufgabe. Nach dem Match gegen den Tabellenführer bekommt es der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide als nächstes mit dem Tabellenletzten STK Eilvese zu tun. Vorsicht ist geboten. Das zur Winterpause scheinbar aussichtslos abgeschlagene Schlusslicht hat nach dem zweiten Trainerwechsel der laufenden Saison, der Rückkehr von Torjäger Hussein Saade und den ersten beiden Saisonsiegen zur Zeit einen Lauf und darf wieder auf den Klassenverbleib hoffen. Die Krähen wollen in diesem Duell am Waldsee, das am nächsten Sonntag, 13. März, um 15 Uhr angepfiffen wird, den Eilveser Lauf vorerst stoppen und einen Konkurrenten auf Distanz halten.
Mannschaft: J. Helms, Linnemann, A. Ulrich, Heider, T. Schmidt, Hübner (ab 37. W.Schmidt), P. Schmidt (ab 73.Koschinsky), Mücke, Zimmermann, Schwitalla, M. Ulrich Trainer: Gehrmann
Tore: 10.1:0 Mitchell Jordan, 23. 2:0 Alexander Lackmann, 26. 3:0 Martin Murawski,
43. 4:0 Ertan Ametovski, 79. 5:0 Dennis Tasche