Sparta erst am Ende souverän

4:1-Erfolg nach langem Anlauf

Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein ungemütlicher Nikolaustag für die Spartaner bei ihrem Auftritt zum Wiederholungsspiel auf dem Sportplatz an der vielbefahrenen Bahnstrecke in Seelze. Nicht nur, dass sich die Platzherren bis kurz vor Schluss energisch gegen eine drohende Niederlage wehrten, nein, auch ein schier nicht zu bremsender Referee, dessen Arbeitsgerät über neunzig Minuten niemals zu verstummen schien, bereitete den Akteuren unerwartete Probleme. Beispiel aus der ersten Viertelstunde: Nacheinander mussten sich fünf Feldspieler wegen nicht eingehaltener Kleiderordnung (zum Beispiel T-Shirt oder Radler-Hose unter Spielkleidung) am Spielfeldrand dieser Utensilien entledigen. Ümit Topal sollte gar ein Klebeband zum Fixieren der Schienbein-Schoner am oberen Stutzen-Rand entfernen! Da war es nicht verwunderlich, dass auch die Karten bei dem Unparteiischen aus Bordenau recht locker saßen. Insgesamt sechsmal Gelb sowie eine Ampelkarte standen für die Miri-Schützlinge am Ende zu Buche, eine Bilanz, die angesichts des tatsächlichen Spielgeschehens bei allen Beteiligten für Verwunderung sorgte. Der vordere Rang in der Fairness-Tabelle ist damit zwar vorerst futsch, jedoch sind die Schwarz-Gelben in sportlicher Hinsicht wieder auf Kurs, denn mit dem zweiten Tabellenplatz geht es nun in die dreimonatige Winterpause.
Sozusagen mit einem Auftakt nach Maß starteten die Gastgeber in diese Partie. Pikant daran, dass ausgerechnet der Verursacher des Spielabbruchs von Anfang September den ersten ernst zu nehmenden Angriff in der dritten Minute erfolgreich abschloss. Allerdings partizipierte Gümmers Nicolai Floering dabei von einem Missverständnis zwischen Keeper Benjamin Hotze und seinem Teamkameraden Kai-Steven Lawrence. Es dauerte danach einige Zeit, bis das gewohnte Kurzpassspiel der Spartaner in der gegnerischen Hälfte zur Geltung kam. Mit einem direkten Freistoß von der Strafraumgrenze über die Abwehrmauer erzielte Topal den vermeintlichen Ausgleich nach knapp einer Viertelstunde, doch der Unparteiische hatte eine Abseitsposition gesehen. In der 27. Minute holte Spartas Torjäger Versäumtes nach. Den an ihm selbst verursachten Elfmeter verwandelte er sicher zum Ausgleich. Fortan dominierte die Elf vom Silbersee das Geschehen gegen eine massiv verteidigende TuS-Mannschaft und der nach seiner Zerrung wieder genesene Yigit Arslan verwandelte ein gekonntes Zuspiel von Jonas Tekeste mittels elegantem Heber zur Pausenführung in der 37. Minute.
Den möglichen Ausbau dieses Ergebnisses verpasste der Torschütze unmittelbar nach Wiederbeginn und nachdem sowohl Tekeste freistehend an Gümmers Christian Straub im Tor scheiterte (51.) sowie auch Cem Erkan nur das Aluminium traf, legten die Platzherren ihre Zurück- und Defensivhaltung zunehmend ab. Die nicht immer sattelfest wirkende Sparta-Abwehr kam nun einige Male in Bedrängnis. Auf Keeper Hotze war allerdings in diesen Situationen jederzeit Verlass, sodass die Vorstöße unbeschadet überstanden wurden. Mit der Einwechselung von Patrick Brodersen und Niklas Neumann in den letzten 20 Minuten stabilisierte sich das Deckungsverhalten und der zwischenzeitliche Elan der TuS-Mannschaft ebbte merklich ab. Spannend blieb es trotzdem, denn der Schiri meinte es mit den Spartanern weiterhin nicht gut. Ein weiterer Treffer von Topal fand keine Anerkennung und mehrere Abseitsentscheidungen waren zumindest zweifelhaft. Erst als Topal das 3:1 markierte (81.) und Danijel Toroman mit einem kraftvollen 20m-Schuß für das 4:1 gesorgt hatte (85.) war die Entscheidung in dieser nicht immer ansehnlichen Begegnung gefallen.
Kurioserweise findet der Rückrunden-Auftakt im März gegen den gleichen Gegner statt, bis dahin gönnen sich die Spartaner eine wohlverdiente Pause unterbrochen von einigen Auftritten auf dem Hallenparkett.
Aufstellung: Benjamin Hotze; Erdem Deniz (72. Minute Patrick Brodersen), Arber Musliu, Danijel Toroman, Tufan Akca, Kai-Steven Lawrence, Mario Mazzeo (72. Minute Niklas Neumann), Jonas Tekeste, Cem Erkan, Ümit Topal, Yigit Arslan.