Sparta erstarkt in Unterzahl

Turbulente Schlussphase in Mardorf

Keine Frage, er hatte nicht unbedingt seinen besten Tag, der Fußball-Unparteiische vom TuS Gümmer, aber als er in der 90.Minute Yigit Arslan auf dem Weg zum entscheidenden Treffer in dieser hitzig geführten Partie zurückpfiff und einen Freistoß zugunsten der Spartaner verhängte, konnte auch Trainer Jamal Miri am Spielfeldrand kaum noch an sich halten. Da half es auch nicht, dass es danach eine Geste des Bedauerns gab, der Schiri hatte sich somit vollends zur Zielscheibe aller Kritik gemacht. Und seine Fehlentscheidungen trafen besonders die Schwarz-Gelben, denn auch der nach gut einer Stunde ausgesprochene Platzverweis per Ampelkarte an Ümit Topal wegen Reklamierens gehörte in diese Kategorie. Dass er zuvor etliche harte Attacken an Spartas Torjäger sowie ein klares Handspiel im Strafraum ungeahndet ließ, sei nur am Rande erwähnt.
Rechtzeitig zu dieser Begegnung beim heimstarken Tabellensechsten hatte sich die Personalsituation der Schwarz-Gelben weiter entspannt, auch Cem Erkan und Kai-Steven Lawrence standen wieder im Kader, nahmen zunächst allerdings auf der Bank Platz. Auf dem morastigen großen Platz erwischten die Gastgeber den besseren Start, und ihr treffsicherster Angreifer Arne Zgoda sorgte mit einem krachenden Schuss an das Aluminium-Gebälk für ein erstes Achtungszeichen (vierte Minute). Die Spartaner benötigten einige Zeit, um sich auf das aggressive und körperbetonte Agieren des Gegners einzustellen. Eigene Offensivbemühungen waren zu durchsichtig angelegt, um die stabil stehende SG-Deckung ernsthaft unter Druck zu setzen. Ein genialer Pass des stark aufspielenden Lukas Lichtenstein brachte Rinaz Ossman nach 20 Minuten erstmals in aussichtsreiche Position. Sein überlegter Schuss landete unhaltbar flach im langen Eck zur 1:0-Führung. Das nennt man wohl auch Effektivität! Die Freude darüber währte jedoch nicht allzu lange, denn bereits fünf Minuten später kamen die Elf vom Steinhuder Meer zum Ausgleich. Ein Freistoß aus 16 Metern von Gerrit Linne landete knapp neben dem Pfosten im Netz. Pech hatte Spartas leicht angeschlagener Keeper Benjamin Hotze in der 31.Minute, denn der Kopfball zum 2:1 von Mardorfs Tim Gruppe im Anschluss an einen Freistoß schien nicht unhaltbar. Mut machte den mitgereisten Fans, dass die Miri-Truppe nun ihrerseits etwas forscher zu Werke ging und das Gesicht eines Aufstiegsanwärters zeigte. Das Zweikampfverhalten und auch das Umschaltspiel nach Ballgewinn stimmte zuversichtlich, lediglich die Torausbeute ließ zu wünschen übrig. Rinaz Ossman traf nur den Torpfosten (35. Minute) und Yigit Arslan scheiterte am glänzend reagierenden Torhüter Brian Hofmann (39.Minute).
„Ich habe in der Jugend mal im Tor gespielt!“ Voller Selbstbewusstsein wechselte der 33-jährige Kai-Steven Lawrence nach der Pause mit dem verletzten Benjamin Hotze das Torwart-Trikot. Sein Talent auf dieser Position konnte der etatmäßige Abwehrstratege in den zweiten fünfundvierzig Minuten kaum einmal unter Beweis stellen. Lediglich ein Lattenschuss der Hausherren durch Nils Kaldewei störte seine nahezu beschäftigungslose Vertretungszeit an diesem Nachmittag (64.Minute). Ansonsten sah man die Spartaner im Vorwärtsgang und spätestens mit der Hereinnahme von Cem Erkan hatte Trainer Miri auf volle Offensiv-Power gesetzt. Selbst nach dem Ausfall von Ümit Topal ab der 67.Minute blieb die Elf vom Silbersee eindeutig dominant und wurde durch Joker Cem Erkan in der 81. Minute zum 2:2 belohnt. Ein kapitaler Pfostenschuss rundete dessen Einsatzprotokoll in der 89.Minute ab. Die letzte Szene gehörte dann Arslan, der auf dem Weg zum einhundertsten Jubiläumstreffer ausgebremst wurde, aber diesen will die Mannschaft nun in einem der nächsten Heimspiele nachholen.
Erste Gelegenheit bietet sich dazu, wenn der FC Wacker Neustadt am Sonntag am Silbersee seine Visitenkarte abgibt. Im Hinspiel gab es einen knappen 2:1-Erfolg für Sparta. Spielbeginn ist um 15 Uhr.
Für Dienstag, 26. April, um 19 Uhr, ist die mehrfach verschobene Partie gegen TuS Gümmer angesetzt. Auch hier wollen die Spartaner möglichst ihren 4:1-Erfolg aus der Hinrunde wiederholen.

Aufstellung: Benjamin Hotze (46.Minute Kai-Steven Lawrence); Deniz Erdem (40.Minute Niklas Neumann), Bilel Khlifi, Tufan Akca, Sögüt Celim (56.Minute Cem Erkan), Pascal Feuss, Tolga Candir, Lukas Lichtenstein, Rinaz Ossman, Ümit Topal, Yigit Arslan.