Sparta geht nach der Halbzeit unter

7:2: Scharrel feiert wahres Schützenfest

Ernüchterung, Sprachlosigkeit und geradezu Enttäuschung pur herrschten nach Spartas emotionslosem Auftritt beim Aufsteiger SV Scharrel vor. Wo war sie bloß geblieben - die Euphorie, die sich nach dem Erfolg im Derby gegen den MTV Engelbostel-Schulenburg breit gemacht hatte? Dabei konnte das Trainer-Duo Burgmüller/Schmeisser beim Anpfiff sogar die identische Anfangsformation der Vorwoche aufbieten. Fazit nach diesem Auftritt: Beständig ist bei den Spartanern in dieser Saison wohl nur die Unbeständigkeit.
Natürlich war es etwas überraschend, dass diese Partie auf schwerem und unebenem Geläuf überhaupt angepfiffen wurde, nachdem alle anderen der Kreisliga 2 wegen Unbespielbarkeit der Plätze abgesetzt worden waren, aber eine Entschuldigung für die blamable Vorstellung lässt sich daraus keinesfalls ableiten. Die Platzherren, als Neuling Tabellendritter mit gutem Saisonstart und daheim bisher ungeschlagen, demonstrierten recht schnell, mit welchem Rezept sie der Silbersee-Elf beikommen wollte. Schnörkellos und unkompliziert lang nach vorn getretene Bälle auf die beweglichen Sturmspitzen, mit denen Spartas Verteidigung von Beginn an ihre Mühe hatte. Bewahrte ein Abseitspfiff des Unparteiischen die Schwarz-Gelben in der zwölften Minute noch vor einem frühen Rückstand, war es vier Minuten später Dennis Reichstein, der seine Farben in Front schoss. Zwar tauchte auf der Gegenseite Michael Toboll zweimal erfolgversprechend vor dem Gehäuse Scharrels auf, aber insgesamt blieben die eigenen Offensivaktionen immer wieder frühzeitig stecken. Im Anschluss an eine Standardsituation legte Pascal Pagga per Kopf zum 2:0 vor (32. Minute), das Dennis Schweer mit einem herrlichen Freistoß zum 2:1 von der Strafraumgrenze (40. Minute) beantwortete. Arda Evrem war zuvor von seinem Gegenspieler Gähle gefoult worden, der dafür Gelb erhielt.
„Vielleicht geht ja jetzt noch etwas!“ Spartas Vorstandsmitglied, Manfred Krenz, sprach das aus, was insgeheim wohl auch Mannschaft und Trainer im Sinn hatten. Recht schnell wurde man allerdings im zweiten Abschnitt aus jeglichen Träumen gerissen. Erneut betätigte sich Reichstein als Spielverderber, indem er einen Querpass locker aus 5 Metern zum 3:1 einschob (51.Min.). Die nun aufkommenden Auflösungserscheinungen bei Sparta ließen Böses erahnen und wurden prompt mit dem vierten Gegentreffer durch Sven Homann bestraft (66.Min.). Selbst als Evrem wenig später nochmals zum 4:2 verkürzen konnte, gab das dem Spiel Spartas keine neuen Impulse. Im Gegenteil, Scharrel legte durch Reichsteins dritten Einschuss nach (74.Min.) und die weiteren Tore von Ole Kramer sowie erneut Homann (77./88.Min.) machten das Desaster perfekt.
Ob das Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr gegen die Reserve von TuS Garbsen sogleich die Chance zur Wiedergutmachung bietet, bleibt zumindest abzuwarten. Immerhin sind die Garbsener so etwas wie ein Angstgegner der Spartaner und trotz ihres 13.Tabellenplatzes keinesfalls zu unterschätzen.

Aufstellung Sparta: Christoph Sommer; Sven Hoffmann, Ömer Sitar (46. Minute Marcel Damerius), Frederick Krell, Daniel Klassen, Alexander Brandt, André Meyer (46. Rene Salato), Dennis Schweer, Michael Toboll (67. Rouven-Ken Hartmann), Arda Evrem , Björn Krüger.