Sparta kassiert erste Niederlage der Saison

Godshorns Tobias Bartel hat letztes Wort in der 92.Minute

“Für solche Fußballspiele renne ich gerne am Wochenende eineinhalb Stunden auch ein paar Schritte mehr auf dem Platz herum!“ Diese bemerkenswerte Aussage nach gut neunzig turbulenten Minuten stammte nicht etwa von einem der insgesamt 28 eingesetzten Spieler, sondern vom Unparteiischen Marcel Fiebig aus Hämelerwald, der damit wohl auch seine uneingeschränkte Anerkennung für die Leistung der Aktiven zum Ausdruck bringen wollte. Natürlich hatte er zuvor bei der Leitung dieser bis zur letzten Minute umkämpften Partie Schwerstarbeit leisten müssen, was auch an insgesamt acht gelben sowie einer gelb-roten Karte abzulesen war. Dies alles jedoch ohne, dass die Kontrahenten auf dem Rasen die Grenzen der sportlichen Fairness dabei vorsätzlich verletzt hätten.
Die Gemütslage in beiden Lagern hätte nach dem Schlusspfiff nicht gegensätzlicher sein können; während aus der großen Traube von Godshorner Spielern und Anhängern überschwänglich „Derby-Sieger, Derby-Sieger“ skandiert wurde, hatte Spartas Coach Jamal Miri Mühe, seine niedergeschlagene Truppe mit aufmunternden Worten in die Kabine zu führen. Nach einer tollen zweiten Halbzeit buchstäblich in allerletzter Sekunde eine Niederlage einstecken zu müssen, war natürlich bitter, kann aber auch eine heilsame Lehre für den weiteren Saisonverlauf gewesen sein.
Ob es an der noch nicht verinnerlichten Zeitumstellung lag, dass die Schwarz-Gelben zu Beginn ziemlich unausgeschlafen wirkten? Jedenfalls fiel es Godshorns bisher bestem Torschützen, Tobias Bartel, nicht allzu schwer, bereits nach gut einer Minute eine Lücke in Spartas Abwehr zum 0:1 zu nutzen. Die daraus resultierende Verunsicherung in den Reihen der Platzherren war in der Folgezeit mehrfach nicht zu übersehen und Offensiv-Impulse gingen am Silbersee fast nur noch von den Ortsnachbarn vom Spielplatzweg aus. Besonders im Zweikampfverhalten und in der Balleroberung zeigte sich das junge Team des Trainergespanns Tan Türkyilmaz/Emir Jusofovic sehr engagiert und der Erfolg blieb nicht aus.
In der 23.Minute profitierte wiederum Bartel von einem misslungenen Rückpass und schloss überlegt zum 0:2 ab. Auf den unfreiwilligen Assist hätte Spartas Goalgetter Ümit Topal seinerseits wohl gern verzichtet, zumal er im direkten Duell nun um zwei Treffer hinter dem TSV-Angreifer lag. Die Bemühungen der Silbersee-Elf diese Partie besser in den Griff zu bekommen, waren zunächst nicht von Erfolg gekrönt, so dass es mit einem ernüchternden Halbzeitstand in die Kabinen ging.
Umso furioser dann der Auftakt im zweiten Abschnitt. Mit der Einwechselung von Yigit Arslan setzte Coach Jamal Miri auf eine verstärkte offensive Ausrichtung, die auch prompt belohnt wurde. Der nun weiter nach vorn orientierte Ümit Topal verwertete eine präzise Vorlage von Cem Erkan in der 49.Minute unhaltbar zum Anschlusstreffer und nur zwei Minuten später ließ er nach guter Vorarbeit von Jonas Tekeste sogar den Ausgleich folgen. Postwendend danach die kalte Dusche: Luca Renner bestrafte ein Abstimmungsproblem in Spartas nicht ganz sattelfester Deckung mit dem Tor zum 2:3 (53.Minute). Arslan und Tekeste ließen nacheinander klare Chancen aus und so verhalf erst ein Elfmeter zum nächsten Erfolgserlebnis. Danijel Toroman war im Strafraum gelegt worden und Topal verwandelte mit seinem dritten Treffer (73.Minute), übrigens sein 14.Saisontor! Alex Peil kam als weiterer Angreifer noch in das Spiel, das in der letzten Viertelstunde nur noch die Spartaner am Drücker sah. Bilel Khlifi scheiterte sechs Minuten vor dem Ende bei einem energischen Vorstoß knapp am Außennetz und auch in Unterzahl – Toroman war in der 87.Minute mit der Ampelkarte vom Platz gestellt worden – traute man den Schwarz-Gelben noch den Sieg zu. Es kam jedoch ganz anders. Mit der letzten Ballberührung sicherte Bartel seiner Elf nach einem Freistoß den vielumjubelten Sieg.
Beim Tabellenfünften TSV Mariensee-Wulfelade steht Sparta am Sonntag vor einer weiteren schweren Prüfung. Ein Sieg ist dennoch Pflicht, um Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Spielbeginn im Neustädter Ortsteil 14 Uhr.

Aufstellung Sparta: Benjamin Hotze; Tufan Akca, Arber Muslu (33.Minute Bilel Khlifi), Patrick Brodersen, Kai-Steven Lawrence, Enis-Marvin Keller (70.Minute Alex Peil), Jonas Tekeste, Danijel Toroman, Ümit Topal, Danijel Toroman, Taufick Saado (46.Minute Yigit Arslan).
Godshorn: Sören Lenk; Nils Krause, Melvin Wirth, Thorben Tappenbeck, Stefan Liebig, Maximilian Fuchs (86.Minute Lucas Düwerth), Pascal Henke, Luca Renner (75.Minute Malte Theusner), Tobias Bartel, Nick Dabrowski (80.Minute Kushtrim Hadza), Mario Leone.