Sparta schnuppert Höhenluft

Elfmeter herausgeholt und Torschütze zum 3:1 gegen Poggenhagen: Gezim Kelmendi.

4:3-Sieg in Poggenhagen

„Die Riege kann ja richtig gut Fußballspielen!“ Spartas Urgestein und treuer Fan der ersten Herrenmannschaft, Rolf Ahrendt, geriet trotz eines heftigen Regenschauers zur Halbzeitpause förmlich ins Schwärmen. Und damit stand er nicht allein, denn selbst eingefleischte TSV-Anhänger erkannten neidlos die bis dahin gezeigte Leistung der Miri-Truppe in der Fußball-Kreisliga und den daraus resultierenden verdienten 1:3-Rückstand ihrer Elf an. In der Tat war das, was die Spartaner in den ersten fünfundvierzig Minuten auf der wohl größten Spielfläche der neugebildeten Kreis Region Hannover ablieferten, eine geradezu meisterhafte Darbietung. Es scheint derzeit tatsächlich so etwas wie eine neue Aufbruchsstimmung am Silbersee zu herrschen, denn Teamgeist und Harmonie innerhalb des neu formierten Teams könnten kaum besser sein, was auch durch eine ständig hohe Trainingsbeteiligung dokumentiert wird. Und in nächster Zeit wird sich das personelle Luxus-Problem von Spartas Coach noch vergrößern, nämlich dann, wenn Cem Erkan und Emre Yaz (verletzt) sowie Cem-Ugur Tekin (Urlaub) wieder dazu stoßen. Man darf also gespannt sein, wohin die Reise für die Mannschaft in den kommenden Wochen noch führen wird.
Zwar nur eine Momentaufnahme, aber dennoch höchst erfreulich, die Spartaner übernahmen nach dem zweiten Spieltag die Tabellenführung in der Kreisliga 2, auch, weil es zu diesem frühen Zeitpunkt bereits vier Spielausfälle am vergangenen Wochenende zu registrieren gab.
Auf überraschend gut bespielbarem Geläuf entwickelte sich von Beginn an eine Partie, die zweifellos gehobenes Kreisliga-Niveau hatte. Die Platzherren standen natürlich unter Zugzwang, denn die 0:3-Auftakt-Niederlage bei der Reserve des TSV KK sollte wieder gutgemacht werden, während die in neuem Outfit aufgelaufene Silbersee-Elf nach dem 2:1 gegen TSV Bokeloh (Tore Sedat Ekinci und Ali Damergi) mit breiter Brust viel Selbstvertrauen ans Werk ging.
Volkan Ates, ehemals OSV, leitete in der siebten Minute die erste nennenswerte Chance für seine Farben ein, sein Schuss prallte jedoch vom Querbalken zurück ins Feld. Knapp zehn Minuten später konnte sich Hafez Hasso in einer Eins-gegen-Eins-Situation mit toller Reaktion auszeichnen und das Leder zur Ecke abwehren. Bemerkenswert und zugleich Indiz für den Zusammenhalt innerhalb des Teams, Spartas Torhüter biss in diesem Spiel auf die Zähne, denn er litt noch unter einer schmerzhaften Muskelquetschung, die er sich gegen Bokeloh zugezogen hatte. Eine Stärke der Gastgeber sind Standards und diese wurden bei der anschließenden Ecke deutlich. Bastian Schreiber nickte die gefühlvolle Hereingabe gekonnt zur 1:0-Führung ein. Es sprach für die intakte Moral der Spartaner, dass man diesen ergebnismäßigen Rückschlag unbeeindruckt weggesteckte. Im Gegenteil, es folgte eine Phase, in der Poggenhagen förmlich schwindelig gespielt wurde. Der kaum zu bremsende Gezim Kelmendi, Neuzugang von Fortuna Hannover, konnte im Strafraum nur unfair gebremst werden und Volkan Ates verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum Ausgleich (23. Minute). Miris neues Sturm-Duo, Kelmendi und Ali Damergi, wirbelte auch danach die TSV-Abwehr mächtig durcheinander und so war es keine Überraschung, dass beide Protagonisten in Gemeinschaftsarbeit auch für die nächsten Treffer verantwortlich zeichneten. Der vom Badenstedter SC gekommene Damergi bedankte sich in der 34.Minute mit dem 2:1 und sechs Minuten später umkurvte Kelmendi beim 3:1 nach einem blitzsauberen Pass zwei Abwehrspieler und auch noch Keeper Peter Fieber.
Ob die überzeugende Vorstellung seine Elf zu sicher gemacht hatte? Jedenfalls musste Jamal Miri an der Seitenlinie miterleben, wie die Heimelf unmittelbar nach Wiederanpfiff zum Anschlusstreffer kam. Erneut hieß der Schütze Schreiber und wiederum nach einem ruhenden Ball per Kopf. Zum Glück hatte der kaum zu bremsende Damergi die passende Antwort parat. Mit unwiderstehlichem Antritt zog er in der 52. Minute auf und davon und vollendete überlegt zum 2:4. Nur zu einem Kurzauftritt langte es für den gerade eingewechselten Mohamed Abdoun. Das 19-Jährige Talent schied nach zehn Minuten mit schmerzhafter Knöchelverletzung aus. Ersin Piskin kam und sollte für die nun stärker im Defensiv-Modus agierenden Spartaner das Ergebnis über die Runden bringen. Als der Ex-TSV-KKer Wladislaw Schmidt in der 70.Minute die Latte und der nach unten springende Ball den Körper von Hafez Hasso traf, war das 3:4 perfekt. Während der drangvollen Schlussoffensive mit einer wahren Serie von Eckbällen standen Dachas Doski und seine Nebenleute jedoch sicher und verteidigten den knappen Vorsprung bis zum Ende der fünfminütigen Nachspielzeit.
Am Sonntag steht für Sparta die zweite Runde im Krombacher Kreispokal-Wettbewerb beim SC Garbsen auf dem Programm. Der Klassengefährte ist gerade wieder in die Kreisliga aufgestiegen und seit jeher so etwas wie ein Angstgegner für die Silbersee-Elf. Ob die Spartaner nach vielen Anläufen mal wieder den Sprung in die 3. Pokalrunde schaffen? Spielbeginn 15.00 Uhr auf Kunstrasen am Planetenring.
Aufstellung: Hafez Hasso; Dachas Doski, David Waziri, German Ullmann, Bilel Khlifi, Volkan Ates (66.Min. Pascal Feuss) , Vahit Erdem, Ali Damergi, Mirko Reinicke, Sedat Ekinci (55.Min. Mohamed Abdoun/65.Min. Ersin Piskin), Gezim Kelmendi.