Sparta wacht einfach nicht auf

Klassenerhalt nach 1:4 bei Inter Burgdorf noch nicht gesichert.

so ganz abwegig war die eher scherzhafte gemeinte Frage von Spartas treuem Fan, Egon Schmuck, zur Halbzeit keineswegs. In der Tat bot die Elf vom Silbersee in dieser für beide Seiten bedeutsamen Partie Im Vergleich zum vorausgegangenen Spiel gegen TSV Poggenhagen (4:1-Sieg) eine indiskutable Leistung in der Fußball-Kreisliga. Dabei konnte Coach Jamal Miri sogar mit der absolut identischen Mannschaft auflaufen, scheinbar beste Voraussetzungen also, um sich mit einem Erfolg in diesem Keller-Duell endgültig in Sicherheit zu bringen. Am Ende sah man zwei enttäuschte Übungsleiter, denn auch bei Inters Markus Vogel kam ob dieses Sieges keine richtige Freude auf, da parallel der SV Dedensen mit einem überraschenden 3:2-Sieg gegen den Tabellenzweiten aus Kolenfeld im Kampf gegen den Abstieg wertvollen Boden gut gemacht hatte und Inter somit weiterhin den letzten Rang innehat. Nun bleibt es bis zum allerletzten Spieltag spannend, weil die letzten vier Teams noch in drei Partien gegeneinander antreten müssen.
Im weiten Rund des Walter-Bettges-Stadions an der Leibniz-Straße hatten sich nur wenige Getreue beider Teams zu diesem Orts-Derby eingefunden. Wehmütig mag daher so mancher Fußball-Anhänger an die Zeiten zurückgedacht haben, als hier noch vor wenigen Jahren der SCL vor mehreren Hundert Zuschauern in der Oberliga gegen renommierte Vereine wie etwa den VfB Oldenburg um Punkte gekämpft hat. Ein bisschen Abschiedsstimmung dürfte auch beim gastgebenden Verein aus Burgdorf mitgeschwungen haben, denn Inter als derzeitiger Untermieter wird bekanntlich ab der neuen Saison mit dem SCL fusionieren.
Über weite Strecken boten beide Mannschaften bei angenehmen äußeren Bedingungen einen Kick, der getrost als Sommer-Fußball einzustufen war. Das größere Engagement lag optisch zweifellos bei den Platzherren, die in der 14.Minute durch den Ex-Spartaner Sedat Ekinci zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor von Hafez Hasso aufkreuzten. Zum Glück hatte zumindest der Schlussmann an diesem Tag Normalform und lenkte das Leder zur Ecke, ebenso wie wenig später einen Freistoß von Fatmir Berischa. Von Sparta kam in der Offensive herzlich wenig, wenn man von einem Schuss ans Außennetz durch Murat Gürcan einmal absieht. Sowohl Cem Erkan als auch Ümit Topal, sonst die treffsichersten Schützen bei den Schwarz-Gelben, standen klar im Schatten ihrer Gegenspieler und konnten sich nur selten in Szene setzen. Effektvoller dagegen Inters Hayder Deniz, der von den Spartanern nur schwer unter Kontrolle zu halten war. Mit einem präzisen Pass auf die Reise geschickt, schüttelte er seine Gegenspieler in der 39.Minute ab und vollendete überlegt zum 1:0. Sparta hatte bis zur Pause nur noch eine Chance, wobei der Freistoß von Jamal Miri genau in den Armen des bis dahin ziemlich beschäftigungslosen Alan Mustafa im Gehäuse von Inter landete.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig, weil seitens der Miri-Schützlinge an diesem Tage der Biss zu fehlen schien. In vielen Zweikämpfen blieb man nur zweiter Sieger und das Passspiel ließ mehr als zu wünschen übrig. „Wacht endlich auf!“ Der markige Appell von Spartas Coach nach einer Stunde sollte seine Mannen wachrütteln und kurzzeitig schien dies auch der Fall zu sein.
Ümit Topal kam zweimal in gute Position, scheiterte jedoch am Keeper und kurz darauf am Querbalken. Ein Vorstoß von Spieler-Trainer Vogel war Ausgangspunkt für das 2:0 in der 62.Minute. Erneut entzog sich Hayder Deniz rechtzeitig seiner Bewacher und schob aus Nahdistanz ungehindert ein. Dem eingewechselten Mahir Ersu gelang nach 73 Minuten gar das 3:0, ein Spiegelbild der beiden vorherigen Treffer – Sparta lief einfach nur nebenher! Nur noch Ergebnis-Kosmetik bedeutet der Treffer von Ersin Piskin drei Minuten später, denn ein richtiges Aufbäumen gegen die drohende Niederlage war auch danach nicht festzustellen. Im Gegenteil, in der Nachspielzeit gelang Joker Mahir Ersu gar noch das 4:1!
Erfreuliche Randnotiz: Schiri Antonio Bernal-Perez kam in dieser Partie mit nur drei Gelben Karten aus!
Wahrhaftig ein gebrauchter Tag für die Spartaner, die nun im Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den Tabellennachbarn SV Scharrel mächtig unter Druck geraten sind. Ein Sieg ist Pflicht, um nicht noch auf die gefährdeten Ränge abzurutschen. Spielbeginn 15 Uhr an der Emil-Berliner-Straße.

Aufstellung: Hafez Hasso; Dachas Doski, Turan Topal, Ersin Piskin, Emre Yaz, Rinaz Ossman (80. Minute Diako Omar)), Bilel Khlifi, Ümit Topal, Murat Gürcan (59. Minute Mahmut Topal), Jamal Miri, Cem Erkan.