Sparta zahlt im ersten Heimspiel Lehrgeld

39-jähriger Keeper Bernd Winkler ist starker Rückhalt

Neben der Erkenntnis, dass es vorerst wohl vorbei ist, die Gegner in der neuen Spielklasse genauso dominieren zu können wie eine Klasse tiefer, müssen sich die Spartaner ernsthaft Gedanken darüber machen, wie die eigene Chancenverwertung maßgeblich verbessert werden kann. Gerade weil es davon in der Fußball-Partie gegen einen nicht übermächtigen Gast aus dem Nordkreis nicht allzu viele gab, ist in dieser Hinsicht wesentlich höhere Effizienz gefordert, um nicht zu einem frühen Saisonzeitpunkt der Musik hinterher zu laufen, sprich, den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren. Die Sorgenfalten des Trainer-Duos Marek/Burgmüller vor diesem Spiel angesichts der Vakanz auf der Torhüterposition (Marcel Quarg verletzt sowie Lucas Jakobskrüger Urlaub) entpuppten sich dagegen als völlig unbegründet, denn der neun Jahre pausierende Bernd Winkler, inzwischen nur noch als E-Jugend-Trainer am Silbersee aktiv, feierte sozusagen ein glänzendes Comeback. Beim ersten Treffer zum 0:1 in der 16.Minute durch den gefährlichsten Germanen-Angreifer, Thorben Neugebauer, hatten ihn seine Vorderleute fahrlässig im Stich gelassen. Die Ausfälle von Stanislaus Vetter, Bilel Khlifi und Kai-Carsten Stock, für den Neuzugang Dennis Schlicht von Borussia Hannover auflief, machten sich doch bemerkbar. Zwar kamen die Platzherren in der Folgezeit etwas stärker auf, wobei André Lange und Daniel Hupp bei guten Möglichkeiten Pech entwickelten, denn sowohl in der 23. als auch 32.Minute kratzte jeweils ein Verteidigerbein die Kugel von der Torlinie. Unter dem Strich war bei verteilten Spielanteilen die Halbzeitführung der Gäste nicht unverdient, da auch ihre Angreifer Marcel Hinz und der Träger eines berühmten Familiennamens, Oscar-Osey Asamoah, durchaus für den Ausbau des Ergebnisses hätten sorgen können.
Ähnlich wie in der Vorwoche ließ der knappe Rückstand zur Pause noch alle Optionen für die Schwarz-Gelben offen, dieser Begegnung vielleicht doch noch eine positive Wende zu geben. Angetrieben vom nun auffälliger agierenden Dennis Schweer ergriffen die Spartaner unmittelbar nach dem Seitenwechsel die Initiative und folgerichtig in der 54.Minute der Ausgleich durch Dennis Rossmann, der mit einem wahren Geniestreich die Abwehr der Gäste überlistete. Indes, die Hoffnung, dass dieser Torpremiere in der Kreisliga-Saison 2014/15 nun weitere Taten folgen würden, erfüllten sich leider nicht. Erneut entpuppte sich Neugebauer im Germanen-Trikot acht Minuten später als Spielverderber.
Patrick Brodersen hatte dabei durch seinen Ballverlust im Mittelfeld vor dem Treffer zum 1:2 unfreiwillig Hilfestellung geleistet und Keeper Winkler war zum zweiten Mal machtlos. Mit der Einwechselung von Chris-André Ahrenstedt, den ein Achilles-Sehnen-Riss ein Jahr außer Gefecht gesetzt hatte, sollte in der verbleibenden Spielzeit noch das Steuer herumgerissen werden. Engagement und Einsatzfreude konnte dem Team keinesfalls abgesprochen werden, aber es fehlte vielen gutgemeinten Aktionen an diesem Tage einfach die letzte Präzision. Manuel Michaelis stand in der 90.Minute am Fünfmeter-Raum völlig frei und setzte das Leder nur ans Außennetz und als Schweer in der Nachspielzeit (90. + 5) ebenso die letzte hochkarätige Chance vergab, war Spartas Saisonstart endgültig verpatzt. Die Ernüchterung bei allen Beteiligten ist natürlich groß, zumal die Punkte nicht unbedingt gegen die Großen der Kreisliga-Staffel 2 abgegeben wurden.
Mit zwei Unentschieden ist Spartas nächster Gegner, der TSV Luthe, in die Saison gestartet und könnte bei einem Sieg in der Tabelle überflügelt werden. Noch liegen alle Mannschaften recht nah beieinander, aber mit dem Punkten sollte nicht mehr allzu lange gewartet werden. Spielbeginn im Wunstorfer Ortsteil ist am Sonntag um 15 Uhr.
Aufstellung: Bernd Winkler; Alexander Kuba (74.Min. Sebastian Stocksmeier), Sven Hoffmann, Waldemar Reimche (68.Min. Chris-André Ahrenstedt), André Lange, Dennis Schlicht, Daniel Hupp (46.Min. Patrick Brodersen), Levent Sönmez, Dennis Schweer, Dennis Rossmann, Manuel Michaelis.