Tag der offenen Tore am Silbersee

Nach Blitzstart kommt Sparta aus dem Rhythmus

Bei herbstlichem Schmuddelwetter gab es am Sonntag auf dem B-Platz an der Emil-Berliner-Straße nacheinander gleich zwei Fußball-Schützenfeste zu bestaunen. Zunächst schickte Spartas erfolgreiche Damen-Bezirksliga-Mannschaft den Gegner von der FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen mit einer 10:2-Packung nach Hause und unmittelbar darauf ließ sich auch das Kreisliga-Team der Platzherren im Duell mit den Gästen vom TSV Schloß-Ricklingen nicht lumpen: 4:6 (3:4). Nur mit dem Unterschied, dass von den insgesamt zehn Treffern dieser Partie sechs von der Gastmannschaft erzielt wurden. Vier selbst erzielte Tore hatten bisher in dieser Saison immer zum Sieg gereicht und nun beim fünften Mal fand diese Serie ein unrühmliches Ende. Die Folgen sind leicht ablesbar, nämlich ein Abrutschen in das Niemandsland der Tabelle auf Rang neun. Die Enttäuschung im Lager der Spartaner nach Spielschluss war dementsprechend spürbar, denn angesichts der kommenden Aufgaben hätte man mit einem Sieg gute Voraussetzungen für ein Verweilen im oberen Drittel schaffen können. Coach Jamal Miri, der fast sein komplettes Aufgebot zur Stelle hatte, dabei allerdings mit Bilel Khlifi ausgerechnet einen seiner Eckpfeiler in der Abwehr ersetzen musste, nahm es sportlich: „Wir waren nicht konzentriert genug und hatten heute in der Abwehr einige individuelle Aussetzer.“
Wann hat es einmal einen derart intensiven Schlagabtausch während der Anfangsphase auf dem Sportplatz am Silbersee gegeben? Beide Teams waren jedenfalls sofort auf Betriebstemperatur und dies drückte sich in Form von sage und schreibe vier Treffern nach zwölf Minuten aus.
Den Anfang machte Spartas Torschütze vom Dienst, Ali Damergi, der gleich zweifach in der 4. und 6. Minute zuschlug. Als Vorlagengeber zeichneten sich dabei Volkan Ates und Mohamed Abdoun aus.
Übrigens Treffer Nummer 10 und 11 für den 19-Jährigen! Eine gewisse Sorglosigkeit schien sich breit zu machen und prompt handelten sich die Schwarz-Gelben nur drei Minuten später den Anschlusstreffer durch den dribbelstarken Georgios Goulas ein. Eigentlich hätten die Platzherren gewarnt sein müssen, denn, dass der TSV Spezialist für das Aufholen von Rückständen ist, hatte er gerade eine Woche zuvor beim Sieg über Engelbostel bewiesen. Ein missglückter Abschlag von Keeper Hafez Hasso genau in die Füße von Goulas hatte böse Folgen, das 2:2 und somit den Verlust der scheinbar so komfortablen Führung nach zwölfminütiger Spielzeit. Beide Mannschaften agierten auch danach weiterhin im Angriffsmodus, zunächst mit besserem Erfolg für die Gäste. Felix Beiser behauptete sich in der 22. Minute gleich gegen drei Spartaner und schloss sein sehenswertes Solo mit dem 2:3 ab. Justin Fehder hatte kurz darauf sogar die Chance, diese Führung auszubauen, verfehlte das Ziel allerdings um wenige Zentimeter. Die Miri-Schützlinge zeigten Moral und einen rasanten Zwischenspurt, der vom Ausgleich durch Cem-Ugur Tekins tollen Bogenschuss ins Dreieck gekrönt wurde (27. Minute). Seine Torbilanz hätte Damergi mit etwas Glück erhöhen können, aber zunächst landete sein Schuss am Torpfosten (29. Minute) und ein Freistoß aus gut 20 Metern klatschte gegen den Querbalken.
Gnadenlos effektiv präsentierte sich auf der Gegenseite Robin Oltmanns, der mitten in Spartas Drangperiode wie aus dem Nichts den 3:4-Pausenstand markierte.
Viel Ballbesitz aber geringe Wirkung, so ließe sich das Geschehen über weite Strecken der zweiten Halbzeit charakterisieren. Die Spartaner waren bemüht, kreuzten einige Male auch vielversprechend vor dem Gehäuse von TSV-Torhüter Jan Gottschalk auf, aber mal fehlte das berühmte Quäntchen Glück (Sedat Ekinci) oder die vielbeinige Deckung bereinigte die jeweilige Situation. Mit der Hereinnahme von Cem Erkan nach einer Stunde sollte das Signal für mehr Angriffsdruck gesetzt werden. In der Tat stach Miris Joker kaum drei Minuten nach seiner Einwechselung. Einen präzisen Pass von Gezim Kelmendi vollendete Erkan entschlossen. Dumm nur, dass Schloß-Ricklingen unmittelbar zuvor der fünfte Treffer gelungen war. Jan Hasemann stand bei einem Freistoß sträflich frei und konnte leicht per Kopf einnicken. Spielstand also 4:5 nach 63 Minuten. Genug Zeit, doch noch etwas Zählbares aus dieser Partie mitzunehmen. Alle Bemühungen der Elf vom Silbersee verpufften jedoch, auch, weil oft zu hektisch agiert wurde und eine Serie von Eckbällen nicht verwertet werden konnte. Kaltschnäuzig nutzte Justin Fehder in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Fehlpass von Pascal Feuss zum letzten Treffer dieses denkwürdigen Spiels. Leider mit dem besseren Ende für die Gäste.

Am Dienstag (Reformationstag) stand für Sparta das Nachholspiel bei der Reserve des TSV Luthe auf dem Programm, bevor es am kommenden Sonntag am Silbersee in das mit Spannung erwartete Derby mit der Reserve des TSV KK geht. Spielbeginn ist bereits um 14 Uhr.
Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Dachas Doski, David Waziri (67.Minute Pascal Feuss), Vahit Erdem, German Ullmann, Cem-Ugur Tekin (82. Minute Ersin Piskin), Ali Damergi, Gezim Kelmendi, Volkan Ates, Sedat Ekinci, Mohamed Abdoun (59. Minute Cem Erkan).