Titel hing am Schlüsselbein

Blau-Gelb: nur Siebter im Mannschaftszeitfahren

Dieser Unfall hätte kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt eintreten können: Leo Appelt gestürzt, Schlüsselbein gebrochen. Wer denkt, das sei bei einem Radrennen geschehen, irrt in diesem Fall (in einem anderen trifft es zu; Hendrik Eggers, erfolgreicher Elite-A-Fahrer, stürzte zwei Tage vorher bei einem Radrennen in Göttingen und brach sich ebenfalls das Schlüsselbein). Leo Appelt, U15-Fahrer, aber war auf dem Weg zur Schule, als er einem unachtsamen Radfahrer ausweichen musste und dabei über den Lenker stürzte. Diese für Radrennfahrer nicht untypische Verletzung holte sich Leo ausgerechnet eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften im Mannschaftszeitfahren der U15. „Bei Ausfall des wohl im Zeitfahren stärksten Fahrers haben wir keine Chancen auf einen der ersten Plätze, erst recht nicht auf den Titelgewinn“, so Trainer Backhaus vor der Reise nach Genthin.
Backhaus sollte recht behalten. Für Jonas Bokeloh reichte es mit drei schwächeren Fahrern anderer Vereine nur zu einem siebten Platz. Es hätte sonst unter Berücksichtigung der jüngst von Appelt gefahrenen Zeiten gereicht, mindestens für Platz 2, wahrscheinlich aber für den Titel. Noch einmal Backhaus: „So ist das nun einmal im Sport. Es wäre ja auch zu schön gewesen, eine zweite Deutsche Meisterschaft in einer Saison“.
Die übrigen Teilnehmerinnen der „Radsportfördergruppe Blau-Gelb Team SWISS-O-PAR“ gaben ihr Bestes. In einem Rahmenwettbewerb gewann Nina Döring ein Paar-Zeitfahren der U13w zusammen mit Lara Neumann aus Nienburg. Bei den Schülerinnen U15 belegten Inga und Wiebke Rodieck ebenfalls im Paarzeitfahren einen guten vierten Platz. In der Jugend U17m wurde der Blau-Gelbe Jonas Schomburg Fünfter, zusammen mit Fahrern aus Delmenhorst, Hannover und Hildesheim.
In weiteren Rennen wurde Carlo Kaubisch in Pattensen und in Nordhausen jeweils Zweiter. Anton Breuste wurde bei einem Einzelzeitfahren in Goldenstedt Dritter.
Nach dem U17-BDR-Jugendsichtungsrennen am Wochenende in Kaltenweide, bei dem die Landestrainer und der Bundestrainer aufmerksame Beobachter sind, geht allmählich eine erfolgreiche Saison zu Ende.