Trebings Joker sticht – doch Odonkors auch

TSV KK spielt 2:2 gegen Bad Pyrmont

Am vergangenen Sonntag stand für den Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide das Heimspiel gegen die SpVgg Bad Pyrmont auf dem Programm. Vor etwas mehr als einem Jahr waren die Krähen gegen diesen Gegner daheim noch mit 0:5 untergegangen. Doch seitdem haben sich die Vorzeichen geändert. Mit 17 Punkten aus den ersten neun Spieltagen gelang ein äußerst zufriedenstellender Saisonstart, und zuletzt hatte das Trebing-Team dreimal in Folge
gewinnen können. Dieser Lauf sollte nun fortgesetzt werden. Doch auch die Kurstädter kamen mit einer Serie im Gepäck. Sie hatten viermal hintereinander nicht verloren.
Vor dem Spiel wurde Krähenwinkels Abwehrspieler Freerk Miener verabschiedet, den es aus beruflichen Gründen nach Hamburg zieht. Dann begann eine Partie, in dessen Anfangsphase der TSV KK das dominierende Team stellte. Nach einer Viertelstunde gelang das 1:0. Philipp Schmidt brachte den Ball von der rechten Seite in den Strafraum, wo Torjäger Marcel Kunstmann vollstreckte. Danach gab es für Kunstmann und Philipp Schütz weitere Gelegenheiten. David Odonkor hatte da bereits genug gesehen. Der frühere Nationalspieler und einer der Helden des Sommermärchens von 2006 steht seit Beginn dieser Spielzeit bei der SpVgg Bad Pyrmont an der Bande. In Krähenwinkel nahm er nach gerade einmal 22 Minuten bereits einen Doppelwechsel vor. Tatsächlich kam seine Elf danach besser ins Spiel. Den ersten gegnerischen Torschuss klärte Oliver Pfeuffer auf der Linie, der folgende Nachschuss durch Luca Fleischmann landete im Aus. Auf der anderen Seite hätte Pfeuffer auf 2:0 stellen können, schoss aus aussichtsreicher Position jedoch daneben. Dann waren die Krähen mit Fortuna im Bunde.
Denn bei stringenter Regelauslegung hätte es in einer von mehreren umstrittenen Szenen
durchaus einen Elfmeter für die Gäste geben können. Schiedsrichter Alexander Sieker
erwies sich als generös und verzichtete auf einen Pfiff. Kurz nach der Pause zappelte der Ball schnell hinter Jan Helms im Netz – doch der ver-
meintliche Ausgleich wurde auf Grund einer Abseitsstellung nicht anerkannt.
Aber schon in der 51.Minute war es dann geschehen. Andrzej Matwijow verwandelte
einen Freistoß zum 1:1. Der Pole hat eine lange Verletzungspause hinter sich, kam zum ersten Mal in dieser Saison zum Einsatz. Da kann man von einem gelungenen Comeback sprechen. In der Folgezeit sollten sich die Blicke der Zuschauer, die bei äußerst ungemütlichen Witterungsbedingungen vielleicht kein hochklassiges, jedoch ein spannendes Spiel erlebten , wieder vermehrt in Richtung des anderen Strafraums richten.
Dort vergab zunächst Felipe-Marcel Böttcher die große Chance zur erneuten Führung,
dann scheiterte Philipp Schmidt am glänzend reagierenden Pyrmonter Torhüter Stefan
Schmidt. KK-Trainer Ingo Trebing brachte nun Arne Döpke in die Partie. Der nominelle
Verteidiger hat seinen Wirkungskreis in den vergangenen Monaten oftmals in den
Angriff verlegt und gab fortan auch diesmal den Sturmpartner von Marcel Kunstmann.
Und der Joker hat gestochen: Gerade einmal fünf Minuten im Spiel, traf Arne Döpke aus einem schwierigen Winkel von der linken Seite ins Netz, und der TSV KK lag mit 2:1 in Führung. Dass die Gäste sich damit nicht zufriedengeben würden, wurde beim Pfostentreffer durch Andrzej Matwijow in der 82.Minute deutlich. Für die Krähen hieß es jetzt nur noch, irgendwie die Zeit herunterzuspielen, irgendwie den Vorsprung bis zum Schlusspfiff zu verteidigen. Es sollte nicht gelingen. Bad Pyrmont bekam noch eine Möglichkeit – und jetzt sollte auch Odonkors Joker stechen. Der Namibier Sedekia Haukambe, der im Sommer vom FC Gütersloh zu den Pyrmontern gewechselt war, traf in der 92.Minute zum Endstand von 2:2.
Natürlich überwog bei solch einem Spielverlauf, nachdem man zweimal geführt und
das finale Gegentor in letzter Minute kassiert hatte, zunächst die Enttäuschung.
Doch sollte man alles in allem die positiven Aspekte beleuchten. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ist zum vierten Mal in Folge ungeschlagen geblieben, steht weiterhin auf einem hervorragenden fünften Tabellenplatz, und Abstiegssorgen, wie sie noch ein Jahr zuvor vorherrschten, sind weit entfernt. Und dann noch dies: In der Tabelle, die nur die Resultate dieses Jahres einrechnet, steht der TSV KK nun auf Platz eins und ist somit das erfolgreichste Team der Landesliga Hannover im Kalenderjahr 2017! Wie schwer die nun folgenden Aufgaben werden, zeigt die Tatsache, dass es nun gegen jene Teams geht, die in diesem Ranking die Plätze zwei und drei belegen. Am Sonnabend, 28. Oktober,. spielen die Krähen um 16 Uhr beim SV Bavenstedt; am Mittwoch, 1. November, folgt um 19.30 Uhr das Nachholspiel beim SV Ramlingen/Ehlershausen.

Mannschaft: J. Helms, T. Miener, S. Helms, Hübner, Pfeuffer, Schütz, Mücke (ab 84.Tasche), Schmidt (ab 89.F.Miener), Legien, Böttcher (ab 69.Döpke), Kunstmann Trainer: Trebing
Tore: 15.1:0 Marcel Kunstmann, 51.1:1 Andrzej Matwijow, 74.2:1 Arne Döpke, 92. 2:2
Sedekia Haukambe