TSV KK gewinnt Sportbuzzer Hallenmasters

"Wir haben den Pott": Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ist der Überraschungssieger des Turniers. (Foto: S. Priesemann)
 
Die einzige Niederlage kassierte der TSV KK mit 0:1 im Gruppenspiel gegen den TSV Barsinghausen. (Foto: O. Krebs)

Krähen-Keeper Jan-Hendrik Helms wächst über sich hinaus

Riesenjubel beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide. Das Fußballteam aus der Landesliga Hannover gewann das Sportbuzzer-Hallenmasters, bei dem unter zwölf Teams die beste hiesige Mannschaft des Hallenwinters 2015/2016 ermittelt wurde. Der Lohn ist gewaltig. Neben der stolzen Summer von 2.500 Euro Preisgeld brachte das Team den wahrscheinlich bisher größten Pokal mit an den Waldsee. Dabei hatte mit solch einem Erfolg kaum jemand aus der großen rot-blauen Fan-Delegation gerechnet. Angesichts des immens starken Teilnehmerfeldes hätte man das Erreichen des Viertelfinales schon ehrbar anerkannt. Erst recht, nachdem das Team relativ dürftig in das Turnier gestartet war. Es ging gegen den TSV Barsinghausen, dem man beim Turnier in Bennigsen bereits mit 0:3 unterlegen war. Vielleicht hatten die Krähen dieses Erlebnis im Hinterkopf, denn sie traten etwas zaghaft auf und verloren schließlich mit 0:1. Da die Deisterstädter das weitere Gruppenspiel gegen Sparta Langenhagen mit 3:0 gewonnen hatten, mussten die Krähen im Lokalderby gegen den Überraschungs-Teilnehmer von der Klusriede einen Punkt holen. Es wurden drei, KK gewann mit 3:0 und zog in das Viertelfinale ein. Hier hatten die meisten Experten ein Duell mit dem Oberliga-Dritten Egestorf/Langreder erwartet. Doch die Egestorfer hatten bereits nach der Vorrunde die Segel streichen müssen. Stattdessen stand den Krähen der Koldinger SV gegenüber, der die Bezirksliga-Staffel 3 mit fünf Punkten Vorsprung anführt. Der TSV KK zeigte fortan, dass man ihn getrost als Turniermannschaft bezeichnen kann, denn das Team
wusste sich von Spiel zu Spiel zu steigern. Gegen Koldingen war es ein Duell auf Augenhöhe, das beim Stand von 1:1 kurz davor stand, vom Punkt aus entschieden zu werden. Doch dann schlug die große Stunde von Andreas Bart. In allerletzter Sekunde schoss die Nummer zwei der Krähen das 2:1 – Jubel, Sieg, Halbfinale ! Jetzt wartete mit der TSV Burgdorf ein echter Brocken auf das Waldsee-Team. Und die Zuschauer durften sich über einen Leckerbissen mit Fußballkünstlern
wie Patrick Hiber oder Mateusz Wagner auf der einen Seite sowie Wladislaw und Philipp Schmidt oder Daniel Mücke auf der anderen Seite freuen. Das spannende Duell hatte nach Ablauf der regulären Spielzeit noch keinen Sieger gefunden – es ging ins Neunmeterschießen, was sich bis dahin nicht unbedingt als Paradedisziplin der Krähen herausgestellt hatte. Doch an diesem Abend war alles anders. Zwar gab es zunächst einen Fehlschuss, danach verwandelten die
Rot-Blauen ihre Neunmeter jedoch sicher. Und dann stand mit Jan Helms ein Torhüter zwischen den Pfosten, der bereits im Spiel über sich hinausgewachsen war und nun endgültig zum Matchwinner wurde. Helms hielt zweimal, und der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide war im Finale! Bereits jetzt hatte das Team unheimlich Großes geleistet. Als mit dem TSV Havelse der Regionalligist als Finalgegner feststand, wurde reichlich gefachsimpelt, wie man dem hohen Favoriten beikommen könnte. Es brauchte Leidenschaft, unbändigen Willen, mannschaftliche
Geschlossenheit, ein wenig Glück und einen überragenden Torhüter – dann ist gegen den Top- Favoriten etwas möglich. Die Rechnung ging auf. Zwar begann das Endspiel aus rot-blauer Sicht ernüchternd mit einer Zwei-Minuten-Strafe und einem frühen Gegentor. Doch das Team ließ sich davon nicht beirren. Hinten hielt Helms mit sensationellen Paraden sein Team im Spiel, vorne kamen die Krähen immer wieder zu Torchancen. Lange Zeit wurden diese
jedoch nicht genutzt. Aber dann – die letzte Minute war angebrochen, den TSV Havelse trennten nur noch wenige Sekunden vom Turniersieg – brachte Philipp Schmidt den Ball mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel im Kasten unter. Es stand 1:1, und wieder ging es ins Neunmeterschießen. Auf beiden Seiten nutzten die Teams ihre ersten drei Versuche. Im vierten Durchgang legte sich Havelses Torwart Alexander Meyer den Ball auf den Punkt. Der Schuss ging vorbei. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide stand als Sieger des Hallenmasters fest und ließ sich vom großen Anhang gebührend feiern. Nach dem Sieg von Angelique Kerber bei den Australian Open und vor dem EM-Titel der deutschen Handballer machte der Triumph der Krähen das Wochenende aus KK- Sicht perfekt – der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide schrieb ein Wintermärchen. Allerdings mit einem bitteren Wermutstropfen behaftet, denn mit Sebastian Helms und Philipp Schmidt verletzten sich zwei wichtige Akteure im Endspiel. Es ist zu hoffen, dass sie schnell wieder auf die Beine kommen. Trainer Holger Gehrmann bleibt nun noch Zeit bis zum 28.Februar, um das Team optimal auf den Punktspielstart gegen den TSV Pattensen vorzubereiten. Der Sieg beim Hallenmasters, bei dem etwa 2.000 Zuschauer für eine prächtige Stimmung sorgten – kann dabei ein echter Ansporn sein. Zuvor sind mehrere Freundschaftsspiele geplant. Sofern es die Witterungsbedingungen zulassen, spielt der TSVKK am kommenden Sonnabend, 6. Februar um 13 Uhr zu Hause gegen Landesligalkonkurrent Heeßeler SV. Einen Tag später geht es um 15 Uhr zum Kreisligisten Garbsener SC. Ein echter Härtetest steht am Mittwoch, 10. Februar an, wenn ab 19 Uhr Oberligist Arminia Hannover am Waldsee gastiert. Am Sonntag, 14. Februar spielen die Krähen um 14 Uhr zu Hause gegen den TSV Stelingen. Übrigens: Für das zweite Langenhagener Team DJK Sparta war nach zwei Mal 0:3 gegen den TSV Barsinghausen und den TSV KK schon nach der Vorrunde Schluss.