TSV KK im Torrausch

Krähen überrollen die TuS Wettbergen

Beim Fußball-Bezirksligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide wurde in letzter Zeit darüber sinniert, ob das Team im Stande sei, in dieser Saison 100 Tore zu erzielen. Nach der Begegnung am vorigen Sonntag am heimischen Waldsee gegen die TuS Wettbergen besteht daran kaum noch ein Zweifel. Nur noch zweimal treffen, und der TSV KK wäre im dreistelligen Bereich angelangt. Der Zweite von oben spielte gegen den Zweiten von unten, der dringend Punkte benötigte, um zwei Jahre nach dem Landesliga-Abstieg einen weiteren Abstieg in die Kreisliga zu verhindern. Daher
konnte man mit einem unbequemen und äußerst motivierten Gegner rechnen, der zudem eine herbe Scharte aus dem Hinspiel auszumerzen hatte. Im Oktober war den Krähen in Wettbergen ein 9:1-Kantersieg gelungen. Diesmal sah es lange Zeit nicht so aus, dass es erneut ein Torfestival geben sollte. Zwar dominierte der TSV KK das Geschehen von Beginn an, doch die Treffer ließen auf sich warten. Vor allem dank TuS-Torhüter Nico Pastor, der einen Schuss aus kurzer Distanz von Lauri Schwitalla, einen Freistoß von Philipp Schmidt, eine Möglichkeit für Tim Linnemann und einen wuchtigen Schuss von Adrian Zimmermann entschärfen konnte. Nur aus elf Metern war er machtlos. Philipp Schmidt war in der 28. Minute im Strafraum zu Fall gebracht worden und widerlegte daraufhin die These, dass der Geschädigte nicht selbst schießen solle. Gewohnt souverän traf Schmidt zum 1:0.
Nicht verschwiegen werden soll die einzige Tormöglichkeit der TuS Wettbergen. Tim Fieweger befand sich in der zehnten Minute in einer guten Schussposition, sein Abschluss war allerdings zu harmlos, um die Krähen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Kaum jemand hätte vermutet, dass dieses die einzige Chance der Gäste im gesamten Spiel bleiben sollte. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte sorgte die Waldsee-Elf dann schnell für die Vorentscheidung. Zunächst war es Tim Linnemann, der mittig auf das Tor zulief, flankiert vom rechts positionierten Benjamin Sumpf. Linnemann hätte die Option gehabt, auf Sumpf abzuspielen, entschied sich dann
dafür, selbst zu schießen. Das Ergebnis war das Tor zum 2:0. Und nur zwei Minuten später waren es dieselben Protagonisten, die entscheidenden Anteil am 3:0 hatten. Benjamin Sumpfs Hereingabe von rechts war kurz davor, sich ins Toraus zu verabschieden. Doch Tim Linnemann hielt den Ball im Spiel, setzte per feinem Rückpass Adrian Zimmermann in Szene, und dieser brachte das Spielgerät
souverän über die Linie. Beim Gegner schienen fortan nicht nur sportlich, sondern auch moralisch die Nerven blank zu liegen. Zu einer offensichtlichen Disharmonie innerhalb des Teams kam noch eine Gelb-Rote Karte gegen Torhüter Nico Pastor hinzu. Die TuS Wettbergen ergab sich nun ihrem Schicksal. Was die Besucher in der zweiten Halbzeit zu sehen bekamen, war Einbahnstraßenfußball par excellence. Der TSV KK-Torhüter war in der gesamten zweiten Hälfte nicht einmal am Ball! Während
TuS-Trainer Marcus Olm konsterniert dem Geschehen folgte, dürften Antonio Oliveira und Björn Reinhold hochzufrieden gewesen sein. Die beiden Co-Trainer vertraten den verreisten Chefcoach Bastian Schülke und konnten ihm erfreuliche Nachrichten in seinem Urlaubsort übermitteln. So wie die Entstehung des vierten Tores durch Tim Linnemann, das Philipp Schmidt hervorragend vorbereitet hatte. Auch der Treffer zum 5:0 durch Gian-Luca Bossio nach Vorlage von Linnemann dürfte in Fuerteventura gut angekommen sein. Mit seinem dritten Tor, zudem mit dem schwächeren linken Fuß erzielt, machte Tim Linnemann das halbe Dutzend voll. Sechs Tore in zwanzig Minuten – manch einer, der es mit den Rot-Blauen hält, mag da schon zu rechnen begonnen haben, wie viel Tore es noch bis zur 100 sein mögen. Und der Torhunger der Krähen war noch lange nicht gestillt. Man hätte sich mit diesem Spielstand auch begnügen und für das nächste Auswärtsspiel bei Damla Genc schonen können. Doch das hätte nicht der Philosophie des TSV KK 2013/2014 entsprochen. Die Devise hieß: immer weiter nach vorne! 30-Tore-Stürmer Marc Ulrich, der im Hinspiel nicht weniger als fünfmal getroffen hatte, fehlte diesmal sogar. In der Schlussphase zeigten die Spieler, die eher selten zum Einsatz kommen, wie wichtig sie sind. Bukurim Ukaj leistete in der Defensive
souveräne Arbeit, und vorne war es eine Freude, den Youngster Can Günay und den Routinier Gian-Luca Bossio wirbeln zu sehen. So war es denn auch Günay, der das nächste Krähentor einleiten sollte. Sein schönes Zuspiel landete bei Andreas Bart, der daraufhin in die Mitte flankte, wo Adrian Zimmermann zur Stelle war, um das 7:0 zu erzielen. Das 8:0 war eine Co-Produktion der beiden eingewechselten Offensivkräfte. Günay umspielte seinen Gegenspieler, legte dann quer zu Bossio, und der drückte das Leder in die Maschen. Das neunte Tor ging auf das Konto von Andrè Ulrich. Er hatte zuvor Pech mit einem Freistoß, der auf der Latte gelandet war, nun traf er nach tollem Zuspiel von Philipp Schmidt. Und die Krähen hatten immer noch nicht genug. Adrian Zimmermann machte sein drittes Tor in diesem Spiel. Ihm war es vorbehalten, zum 10:0 einzuköpfen. Dem stand Gian-Luca Bossio in nichts nach. Nach einer Ecke sorgte er für das elfte Tor und den Schluss-
punkt dieses denkwürdigen Spiels. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat den angestrebten zweiten Tabellenplatz damit so gut wie sicher. Beim nächsten Gegner, dem SV Damla Genc Hannover, werden die Trauben am nächsten
Sonntag, 18. Mai, deutlich höher hängen. Vielleicht fällt dann schon das 100.Saisontor, dessen Schütze sicherlich nicht ohne mannschaftsinterne Prämie davonkommen wird. Der Anstoß erfolgt um 15 Uhr, Spielort ist die Sportanlage an der Buschriede in Hannover-Ledeburg.

Mannschaft: J. Helms, Bart, Sumpf (ab 71. Günay), Oliveira, S. Helms, Linnemann (ab 66. Ukaj), Schwitalla (ab 53. Bossio), Zimmermann, Schütz, A.Ulrich, P. Schmidt Trainer: Oliveira
Tore: 28.1:0 FE Philipp Schmidt, 52.2:0 Tim Linnemann, 54.3:0 Adrian Zimmermann, 60.4:0 Tim Linnemann, 63.5:0 Gian-Luca Bossio, 65.6:0 Tim Linnemann, 78.7:0 Adrian Zimmermann, 81.8:0 Gian-Luca Bossio, 83.9:0 Andrè Ulrich, 87.10:0 Adrian Zimmermann, 90.11:0 Gian-Luca Bossio