TSV KK knackte eine harte Nuss

Krähen nach Auswärtssieg Tabellenvierter

Nach der großen Euphorie um den umjubelten Fußball-Derbysieg gegen den TSV Godshorn vor einer großartigen Kulisse ging es für den Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/
Kaltenweide mit einer kniffligen Aufgabe weiter. Die Krähen mussten bei der zweiten
Mannschaft des Regionalligisten 1.FC Germania Egestorf/Langreder antreten. Dieses
Team firmiert als U23 und ist im Sommer erstmals in die Landesliga aufgestiegen.
Alle Punkte, die die Germanen in dieser Saison geholt haben, wurden im Heimspielort
Langreder gewonnen. Und im Spiel gegen die Krähen am vergangenen Freitag deuteten
sie eine Halbzeit lang an, wie sie dieses geschafft hatten. Egestorf/Langreder zeigte eine hochkonzentrierte Defensivarbeit, die ihrem Gegner kaum Optionen bot, durchzudringen.
Nach etwas mehr als zwanzig Minuten wurde die Heimelf mutiger im Spiel nach vorne.
Die erste Chance der Begegnung hatte Bastian Hattendorf, dessen sehenswerter Schuss
aus halblinker Position über den Kasten flog. Danach versuchte sich Theo Hellwig im
Torabschluss, der Ball ging rechts daneben. Der 18-jährige Lennart Novotny, der vor
Kurzem noch ein Probetraining bei Borussia Mönchengladbach absolviert hatte, scheiterte
an Krähenwinkels Tim Hübner, der sich dem zu erwartenden Schuss in den Weg warf.
In der 32. Minute trat der TSV KK dann erstmals seinerseits offensiv in Erscheinung. Philipp
Schmidt hatte sich auf der linken Seite gekonnt durchgesetzt, um eine gute Möglichkeit
für Marcel Kunstmann vorzubereiten. Der Schuss des Torjägers wurde in das Toraus abgefälscht.
Im Gegenzug musste das Waldsee-Team das 0:1 hinnehmen. Ein Flachschuss des starken
Gilles-Asri Kwadsoyie schlug unten rechts ein. Doch lange hatte die Egestorfer Führung nicht
Bestand. Denn dank Freistoßexperte Philipp Schmidt durften die Krähen mit ihrem Anhang
in Minute 39 das 1:1 bejubeln. Aus rund 18 Metern Entfernung verzichtete Schmidt gänzlich
auf einen Anlauf. Aus dem Stand beförderte er das Leder über die Mauer hinweg perfekt
in den oberen Winkel – ein Traumtor, das beim Rückblick auf die laufende Spielzeit im
kommenden Frühjahr sicherlich als einer der schönsten Saisontreffer genannt werden wird.

Nach dem Seitenwechsel führten die Krähen das fort, was sie kurz vor dem Pausentee
angedeutet hatten. Sie steigerten sich mehr und mehr, fanden immer besser in die Partie.
Der TSV KK wirkte jetzt deutlich präsenter, spielte weitaus energischer auf, während bei
der jungen Heimmannschaft die Kräfte zu schwinden begannen. Die Schnelligkeit eines
Dennis Tasche, die Technik eines Daniel Mücke oder die Klasse eines Marcel Kunstmann –
all dies waren neben der Erfahrung Attribute dafür, dass die Rot-Blauen die Partie nun
dominierten. In der 78. Minute folgte der verdiente Lohn. Nach einer schönen Flanke
von Sebastian Helms war es einmal mehr Marcel Kunstmann, der die Krähen per Kopf
mit 2:1 in Führung brachte. Schon eine Zeigerumdrehung später hätte Kunstmann ein
weiteres Tor nachlegen können, schoss aus bester Position jedoch vorbei. So brachte
das ganze Team den Ein-Tore-Vorsprung mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung
bis in die 90. Minute. Dann gab es noch einmal einen Freistoß für Egestorf aus aussichts-
reicher Position. Jetzt war Helge Heider zur Stelle. Der große Verteidiger, der eine
schier endlose Verletzungspause hinter sich hat, war kurz zuvor in das Spiel gekommen und
köpfte den Ball aus der Gefahrenzone. Der daraus entstandene finale Eckball blieb ohne Effekt – dann war Schluss, und die Krähen durften drei hart erkämpfte Punkte bei einem
starken Gegner bejubeln.
Weiter geht es für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am Sonntag, 22.
Oktober. Zu Hause geht es gegen die SpVgg Bad Pyrmont, die mit einem prominenten
Trainer anreist. David Odonkor, einer der Helden des Sommermärchens von 2006,
steht seit Saisonbeginn bei den Kurstädtern an der Bande. Der Anpfiff am Waldsee erfolgt
um 15 Uhr.

Mannschaft: J. Helms, S. Helms, Dosch (ab 46. Minute Tasche), Hübner, Pfeuffer, Döpke, Mücke,
Schütz (ab 90. Minute Fahrtmann), Legien, Schmidt (ab 88. Minute Heider), Kunstmann; Trainer: Trebing;
Tore: 33. Minute 1:0 Gilles-Asri Kwadsoyie, 39. Minute 1:1 Philipp Schmidt, 78. Minute 1:2 Marcel Kunstmann
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