TSV KK mit versöhnlicher zweiter Halbzeit

Krähen können heute die Klasse endgültig sichern

Für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide stand am vergangenen Sonntag bereits das letzte Heimspiel der laufenden Saison in der Fußball-Landesliga auf dem Programm. Die verbleibenden drei Partien werden die Krähen allesamt auswärts bestreiten.
Zum Heimkehrabschluss war mit dem SV Bavenstedt eine Mannschaft zu Gast, gegen
die sich der TSV KK traditionell schwertut. Dennoch wurde die Marschroute ausgerufen,
mit einem Sieg die 40-Punkte-Marke zu knacken und im besten Fall den vorzeitigen
Klassenerhalt zu sichern. Doch als Schiedsrichter Marvin Kempf aus Bevern zur Halbzeitpause pfiff, schien dieses Vorhaben in weite Ferne gerückt zu sein. Denn die Krähen hatten eine äußerst schwache erste Halbzeit geboten und lagen verdient mit 0:3 im Hintertreffen. Es waren zwar die Platzherren, die durch einen Kopfball von Helge Heider die erste Chance des Spiels besaßen - das erste Tor erzielten indes die Gäste. Marcel Czauderna wurde vor seinem Schuss nicht konsequent angegriffen, und der Ball lag nach 24 Minuten im Netz. Hätte SVB-Torhüter Bastian Fielsch den Schuss von Nils Tegtmeyer, der nach 30 Minuten auf seinen Kasten kam, nicht pariert, vielleicht hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Aber Fielsch hielt, und im Gegenzug mussten die Krähen das 0:2 schlucken. Jan Laumann erzielte mit einem Heber über Jan Helms sein elftes Saisontor. Jetzt hatten die Gäste aus dem Stadtteil von Hildesheim das Heft des Handels deutlich in der Hand. Während sich auf Seiten der Krähen Konzentrationsmängel offenbarten, sich zudem vielleicht ein Kräfteverschleiss angesichts der hohen Temperaturen und dem nur drei Tage zurückliegenden kräftezehrenden Auswärtssieg beim OSV Hannover bemerkbar machte, spielte der SV Bavenstedt weiter munter nach vorne. In der 34. Minute erhöhte der SVB dann auf 3:0. Den Linksschuss von Lennart Fiech hielt Jan Helms nicht fest, und den Abpraller drückte Marco Czauderna über die Linie. Da Laumann kurz vor dem Seitenwechsel eine Großchance nicht nutzte, blieb es bei Krähenwinkels Drei-Tore-Rückstand.
Sollte das letzte Heimspiel des scheidenden Trainers Ingo Trebing etwa mit einer
herben Niederlage enden? Er ließ sein Team nach dem Wiederanpfiff offensiver
agieren. Tim Hübner war in die Partie gekommen und sortierte sich sogleich
vorne ein. Und tatsächlich, die Krähen hatten ihre Schwächephase überwunden
und boten ihren Fans nun eine deutlich bessere zweite Halbzeit, die für vieles
entschädigte. Schnell hatten die Rot-Blauen gute Möglichkeiten, den Anschluss-
treffer zu erzielen. Einen Kopfball von Oliver Pfeuffer konnte Fielsch zur Ecke
klären. Und nach einem von Renè Legien getretenen Eckball hätte die Kopfball-
staffette von Tjark Miener und Pfeuffer beinahe das 1:3 gebracht. Der SVB
hatte sich mittlerweile vollends auf Konter verlegt – so in der 68.Minute. Lennart
Fiech kam zum Abschluss; Jan Helms wehrte ab, und sein Bruder Sebastian
Helms beförderte den Ball aus der Gefahrenzone. In der 73.Minute kamen die
Krähen endlich zu dem Tor, das sie sich inzwischen voll und ganz verdient hatten.
Herausragend dabei die Vorarbeit des kurz zuvor eingewechselten Mohamed
Akrout. Der Tunesier legte den Ball mit einer Finte an seinem Gegenspieler vorbei,
setzte zum Lauf an, sah dann den rechts mitlaufenden Tim Hübner. Hübner brachte
schließlich von der rechten Seite eine maßgenaue Flanke in Höhe des linken
Pfostens, und von dort drosch Philipp Schmidt das Leder in die Maschen. Das 1:3
stellte dann auch das Endresultat dar. Der TSV KK hatte zwar nur ein Tor, dafür
aber immerhin das schönste der Partie geschossen. Und dem SV Bavenstedt kann
man nun endgültig das Etikett „Angstgegner“ anheften. Von zwölf Landesligaspielen
gegen den SVB konnten die Krähen nur eines gewinnen, und seit der Jahrtausend-
wende sprang für KK lediglich ein Punkt aus den Duellen mit Bavenstedt heraus.
Dennoch überwog schon bald wieder die Heiterkeit am Waldsee. Zum einen ereilte
Ingo Trebing jenes Ritual, das jeden TSVKK-Trainer nach dem letzten Heimspiel einer
Saison trifft – ein nicht ganz freiwilliges, jedoch fröhlich hingenommenes Bad im
Waldsee. Zum anderen waren die weiteren Ergebnisse dieses Spieltags äußerst
positiv für die Rot-Blauen. Drei Spieltage vor Schluss ist das Abstiegsrisiko bei neun
Punkten Vorsprung und eines um Längen besseren Torverhältnisses gegenüber der
Konkurrenz nur noch marginal. Letzte theoretische Zweifel kann das Team bereits
heute abend ad acta legen. Eine weitere gute Nachricht für die Krähen: Torjäger Marcel Kunstmann hat seinen Vertrag verlängert. Das ursprünglich für Sonnabend angesetzte Auswärtsspiel bei der TSV Burgdorf wurde auf den heutigen Mittwoch, den 16.Mai um 19 Uhr vorverlegt. Zur gleichen Zeit steigt am Stucken-Mühlen-Weg übrigens das Lokalderby in der A-Junioren-Kreisliga zwischen dem TSV KK und dem TSV Godshorn, bei dem es für den TSV KK noch um den Aufstieg in die Bezirksliga geht.
Mannschaft: J. Helms, A. Ulrich, Miener, Bart, S. Helms (ab 70.Akrout), Heider (ab 46.
Hübner), Pfeuffer, Mücke, Tegtmeyer (ab 78.Dosch), Legien, Schmidt Trainer: Trebing
Tore: 24.0:1 Marcel Czauderna, 30.0:2 Jan Laumann, 34.0:3 Marco Czauderna, 73.1:3
Philipp Schmidt