TSV KK schafft fünften Sieg in Folge

Gefährlich mit seinen Freistößen: Philipp Schmidt. (Foto: O. Krebs)
 

Am Sonnabend, 27. Mai, Endspiel in Ramlingen

„Was ist denn hier los?“, rief Stadionsprecher Dennis Sachse. „Wie ist denn das passiert?“, hörte man ebenso häufig wie ein enttäuschtes „Jetzt habe ich das beste verpasst!“ seitens der Besucher, die mit etwas Verspätung zum Fußballspiel in Krähenwinkel am Freitagabend gekommen waren. Im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga hatte der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide den TSV Pattensen zu Gast, und die eingangs erwähnten Reaktionen erklären sich aus der überfallartigen Geschwindigkeit, mit der die Krähen für klare Verhältnisse gesorgt hatten. Denn bereits mit dem ersten Angriff gelang den Rot-Blauen der Führungstreffer. Als Marcel Kunstmann den Ball ins Netz geschossen hatte, zeigte die Uhr gerade einmal vierzig absolvierte Sekunden an. Und beim 2:0 durch Renè Legien waren noch nicht einmal zwei volle Minuten vergangen. Somit haben einige der erfreulich vielen Besucher die beiden schnellen Treffer verpasst, während viele langjährige Anhänger des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide in ihrem Erinnerungsfundus danach kramten, ob es so etwas schon einmal gegeben hatte. Nein, zwei Tore für den TSVKK in den ersten zwei Minuten, dessen konnten sich weder Fans noch Chronisten entsinnen. Aber die Mannschaft hatte noch nicht genug. Denn schon in der 13. Minute war es Marcel Kunstmann, der die kluge Vorarbeit von Renè Legien zum 3:0 nutzte. Für das Umfeld des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide stand schnell fest, dass man einem entspannten Fußballabend beiwohnen durfte, was im oft nervenaufreibenden Abstiegskampf allen sichtlich guttat. Es spricht für die Moral der Pattenser, die mit einigen Personalproblemen zu kämpfen hatten und besonders Torjäger Georg Schwarz schmerzlich vermisst hatten, dass sie sich trotz dieser Angriffswelle, die über sie hereingebrochen war, nicht ihrem Schicksal ergaben. So hatte Joel Mertz Pech, als sein Schuss am Pfosten landete. Ein Anschlusstreffer gelang dem Team von Trainer Hans-Joachim Kock jedoch nicht.
Um es vorwegzunehmen: Es blieb bis zum Schlusspfiff beim Spielstand von 3:0. Die Krähen konnten die Führung souverän ins Ziel bringen. Das einzige, was Sorge bereitet hat, war der Blick nach oben. Es hatte immer wieder geregnet, dann waren dunkle Wolken aufgezogen, und zwischendurch war ein Donnern zu vernehmen. Dann sickerte die Meldung durch, dass das zeitgleich stattfindende Spiel von Konkurrent FC Lehrte aufgrund eines Gewitters abgebrochen worden war. Doch in Krähenwinkel beruhigte sich die Wetterlage wieder, das Spiel konnte über die Bühne gebracht werden, und Befürchtungen, dass es zu einer Neuansetzung kommen könnte, blieben unbegründet. So war das Wetter das einzige, das zu diesem aus Krähenwinkeler Sicht hocherfreulichen Fußballabend nicht gepasst hat.
Dieses 3:0 war der fünfte Sieg in Folge, und nach dem Schlusspfiff stand der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide auf Platz Eins der Rückrundentabelle. Dieses ist umso höher zu bewerten, wenn man bedenkt, dass die Krähen in der Hinrundenbilanz Letzter waren – was für eine beeindruckende Aufholjagd. Für weitere Hochstimmung war gesorgt, als der Verein bekannt gab, mit Mittelfeldkämpfer einen der Aufstiegshelden von 2015 zurückgeholt und den Vertrag mit Torjäger Marcel Kunstmann ligenunabhängig verlängert zu haben. Als dann auch noch den Alten Herren des TSVKK mit einem 3:2-Sieg in Stelingen die Meisterschaft gelungen war, stand einem fröhlichen Abend nichts mehr im Wege.
Und jetzt ist der ganze rot-blaue Tross aufgerufen, noch einmal alles dafür zu tun, um die Landesliga zu erhalten. Am bevorstehenden letzten Spieltag wird die Entscheidung fallen. Die Krähen spielen am Sonnabend, 27. Mai um 16 Uhr beim SV Ramlingen/Ehlershausen. Der Verein hat bereits zwei Busse für die Anhänger gebucht. Alle wollen das Team an diesem Tag unterstützen. Durch das 1:0 des MTV Almstedt beim OSV Hannover haben sich die Chancen der Krähen allerdings verschlechtert; die Elf von Coach Ingo Trebing ist jetzt auf Schützenhilfe aus Lehrte angewiesen.

Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer, T. Miener, S.Helms, Mücke, Dosch (ab 84. Minute M.Ulrich), Tasche (ab 70. Minute Hübner), Zimmermann, Legien (ab 69. Minute A.Ulrich), P. Schmidt, Kunstmann; Trainer: Trebing.
Tore: 1. Minute 1:0 Kunstmann, 2. Minute 2:0 Legien, 13. Minute 3:0 Kunstmann