TSV KK überrascht mit Sieg beim Spitzenreiter

Krähen nun auf Platz fünf der Auswärtstabelle der Landesliga

Die Wetterlage sorgte auch am vergangenen Wochenende dafür, dass viele der vorgesehenen Fußballspiele in der Region Hannover ausfielen. Das Gastspiel des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide in der Landesliga beim Tabellenführer SV Ramlingen/Ehlershausen war eine der wenigen Partien, die stattfanden. Allerdings wurde nicht im Stadion des RSE, sondern auf dem Ramlinger
B-Platz gespielt. Und an diesen hatten die Krähen gute Erinnerungen. Denn hier feierte das Team nicht nur Erfolge in der Bezirksliga gegen die zweite RSE-Mannschaft. Auch gegen das favorisierte Landesliga-Team des RSE gab es beim Porta-Pokal im Sommer einen aufsehenerregenden 4:0-Sieg.
Von der Erinnerung daran wollte sich der TSVKK diesmal jedoch nicht verleiten lassen. Wenn wirklich alles gut laufe, dann sei bei realistischer Betrachtungsweise vielleicht ein Unentschieden möglich, so die Krähenwinkeler Stimmungslage vor dem Anpfiff. Und als Ramlingens Marvin Omelan dann bereits in der vierte Minute das 1:0 für den Tabellenführer erzielte, da schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen. Der RSE ließ einige Male seine Klasse aufblitzen, war besonders über die schnellen Außen brandgefährlich. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hielt jedoch gut dagegen und schaffte es, sich durch Konter selbst einem Torerfolg anzunähern. So erreichte ein präziser Pass von Daniel Mücke in der 15. Minute Lauri Schwitalla, dessen Abschluss jedoch noch zu zaghaft war. Auf der anderen Seite stand zweimal Krähen-Torhüter Jan-Hendrik Helms im Blickpunkt, der zunächst
gegen Dustin Reinhold klärte, danach einen Kopfball von Patrick Ehlert aus Nahdistanz mit den Fäusten abwehrte . Daniel Mücke leitete kurz darauf einen weiteren Konter mit Querpass zu Wladislaw Schmidt einleiten. Schmidts Schussversuch wurde von Ramlingens Defensive
geblockt. Dann kam die 28.Minute. Nach einem schönen Zuspiel von Marc Ulrich drang Wladislaw Schmidt in den Strafraum vor und wurde dort von einem Gegenspieler umgeschubst. Den unstrittigen Foulelfmeter schoss Marc Ulrich zum Ausgleich ein. Zur Halbzeitpause wurde im Lager der Rot-Blauen darüber sinniert, dass es großartig wäre, wenn das Spiel nun zu Ende wäre und ein
Punkt an den Waldsee mitgenommen werden könnte. Doch dann kam es noch viel besser. Zunächst war wieder Jan Helms gefragt, der glänzend in einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen Dustin Reinhold parierte. Dann setzte Reinhold einen Flugkopfball allein vor dem Tor stehend neben den Pfosten. In Sachen Chancenverwertung machten es die Krähen da schon besser.
Eine herrliche Linksflanke von Marc Ulrich köpfte Lauri Schwitalla in bester Stürmermanier in der 65. Minute ins Netz. 2:1 für den TSV KK – die Krähen führten beim Tabellenführer. Mittlerweile hatten sich die Parameter verschoben. Während der Tabellenführer nun mehr und mehr aus dem Konzept zu geraten schien, wurde das Waldsee-Team immer mutiger. Kurz nachdem die Gastgeber Christopher Weindl durch eine gelb-rote Karte nach wiederholtem Foulspiel verloren hatten, krönten die Krähen ihren Überraschungscoup. Ein herrliches Zuspiel von Philipp Schmidt
erreichte Marc Ulrich. Er begab sich sogleich in Richtung Strafraum, wurde dort jedoch weit nach außen gedrängt, so dass die meisten Zuschauer die Situation bereist als effektlos abtaten. Doch die Nummer zehn der Krähen ließ sich nicht verunsichern und traf aus spitzem Winkel zum 1:3 – die Entscheidung. Zum Ende wurde es noch einmal hektisch. Nach einem harten Foul von Arne Döpke an Bülent Durduran ließ sich der bereits ausgewechselte Hüseyin Yüksel zu einer Tätlichkeit hinreißen, auf die Rudelbildung, viele Emotionen und Rot gegen Yüksel
folgten. Als sich die Nerven beruhigt und der Schlusspfiff verklungen war, feierte die Waldsee-Elf ihren Erfolg ausgiebig. Die Krähen hatten Leidenschaft, Kampf und Teamgeist gezeigt und wurden mit drei gänzlich unerwarteten Punkten belohnt. Versucht man, einzelne Akteure hervorzuheben, so denkt man vielleicht an Marc Ulrich, der an allen drei Treffern beteiligt war oder die Paraden von Jan Helms. Doch nach diesem Spiel kann man getrost behaupten, dass alle 14 eingesetzten Spieler hervorragend agiert haben. Die Rot-Blauen bleiben auf fremden Plätzen eine Macht, stehen nun bereits auf Platz Fünf der Auswärtstabelle. Am kommenden Wochenende wird das Team alles daransetzen, auch in der Heim-
tabelle voranzukommen. Der Gegner ist jedoch erneut ein großes Kaliber. Der Tabellenvierte SV Bavenstedt kommt nach Krähenwinkel. Umso mehr hoffen die Krähen auf die Unterstützung ihres Publikums. Das letzte Heimspiel des Jahres beginnt am Sonntag, 29. November, um 14 Uhr.

Mannschaft: J. Helms, Hübner, Döpke, T. Schmidt, S. Helms, Schütz, Mücke, Schwitalla (ab 85.Zimmermann), Dosch (ab 73.Linnemann), M. Ulrich, W. Schmidt (ab 63.P. Schmidt)
Trainer: Gehrmann
Tore: 4.1:0 Marvin Omelan, 28.1:1 Foulelfmeter Marc Ulrich, 65.1:2 Lauri Schwitalla, 80.1:3 Marc Ulrich
Gelb-Rot: 78.Christopher Weindl (RSE)
Rot: 90.Hüseyin Yüksel (RSE)