Überraschungs-Coup am Silbersee

Sparta lässt Tabellenzweiten TSV Kolenfeld stolpern

„Heute bleibe ich bestimmt bis zur letzten Sekunde!“ Diese Aussage von Spartas Vorstandsmitglied Andy Heinrich etwa fünf Minuten vor dem offiziellen Abpfiff durch den in den letzten Spielminuten vielbeschäftigten Referee Jens Bachmann vom SV Wilkenburg mag ein Indiz für den hochspannenden Verlauf der Kreisliga-Fußballpartie auf dem Sportplatz am Silbersee gewesen sein.
Bei anhaltendem Nieselregen am Sonntagnachmittag bahnte sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein kaum erwartetes Erfolgserlebnis für die Schwarz-Gelben an, und das immerhin gegen den Tabellenzweiten aus dem Wunstorfer Ortsteil mit einer bis dahin verlustpunktfreien Auswärtsbilanz.
Dennoch war eine gewisse Skepsis durchaus angebracht, immerhin musste die Elf vom Silbersee in den letzten beiden Spielen gegen Berenbostel und Elze trotz scheinbar klarer Führung am Ende noch um die Punkte bangen. Ein von Kolenfelds Marcel Bock getretener Freistoß an den Querbalken in der 86.Minute war ein unüberhörbares Zeichen dafür, dass von den Miri-Schützlingen höchste Konzentration und Aufmerksamkeit bis zuletzt gefordert war, um die drei Punkte endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Tatsächlich ließen sich die bravourös kämpfenden Spartaner, denen man eine grandiose Mannschaftsleistung bescheinigen konnte, in den verbleibenden Minuten nicht mehr aus der Ruhe bringen und sicherten so das erste zu Null-Ergebnis dieser Saison. In der Zwischenbilanz rückt die Elf damit vor auf Rang neun, allerdings geht es in der unteren Tabellenhälfte sehr eng zu und der Vorsprung vor dem Letzten, TSV Bokeloh, beträgt lediglich drei Zähler.
Einen unvorhergesehenen Ausfall mussten die Platzherren kurz vor dem Anpfiff verkraften. Zum Glück entdeckte Spartenleiter Ingo Schmeisser, dass Cem-Ugur Tekin bereits die fünfte gelbe Karte auf seinem Konto hatte und ab der Kreisliga bedeutet dies automatisch eine Sperre für ein Pflichtspiel. Für ihn rückte Coach Jamal Miri kurz vor seinem 36.Geburtstag in die Start-Elf, die wie zuletzt mit zwei Viererketten agierte. Der etatmäßige Angreifer Cem Erkan, in Vertretung des verletzten Lukas Lichtenstein auch Mannschafts-Führer, verstärkte diesmal die Abwehr und bot dabei eine tadellose Leistung.
Bereits wenige Augenblicke nach dem Anpfiff besaß der quirlige Rinaz Ossman die erste große Chance des Spiels, allerdings landete das Leder nur im Fangzaun hinter dem Gehäuse. Verwundert zeigte sich Spartas Anhang danach ob des weiterhin mutigen und zielstrebigen Auftritts des eigenen Teams. Auch in spielerischer Hinsicht gab es so manch sehenswerte Aktion, sodass die Führung in der 10.Minute fast logische Konsequenz war. Im Zusammenspiel setzten sich Miri und Ossman im gegnerischen Strafraum geschickt durch und bedienten den lauernden Ümit Topal. Dieser umkurvte am Fünfmeter-Raum noch zwei Abwehrspieler und vollendete mit geradezu stoischer Ruhe zum 1:0. Ein echter Torjäger eben! Von den Gästen ging in dieser Phase kaum einmal Gefahr aus, wohl auch deshalb, weil ihr bester Torschütze Mike Ehlert verletzt fehlte. Fast wäre den beiden Youngsters im Trikot der Gastgeber, Dachas Doski und Ersin Piskin, in Gemeinschaftsarbeit sechs Minuten später gar das 2:0 gelungen, doch Piskins Kopfball prallte von der Latte zurück. Erst nach fast einer halben Stunde kam Kolenfeld zum ersten Mal halbwegs gefährlich zum Zuge. Ein Freistoß landete am Außennetz und beim Schuss von Paul Petruk reagierte Hafez Hasso im Tor Spartas hervorragend.
Mit einer weiteren Parade wartete der Keeper zwei Minuten nach der Pause auf. TSV-Schütze Jannik Grondey war völlig frei vor ihm aufgetaucht. In der Folge hatte die Abwehr der Silbersee-Elf das Geschehen jedoch wieder gut im Griff, einzig mit hohen Bällen bei Standardsituationen kamen die körperlich überlegenen Gäste gelegentlich gefährlich zur Geltung. Nachdem die Spartaner einige Vorstöße etwas überhastet vergaben, stand die Partie eine Viertelstunde vor Schluss noch auf des Messers Schneide. Wie eine Erlösung wirkte daher der Treffer zum 2:0 nach 77 Minuten und erneut hieß der Torschütze Ümit Topal. Bilel Khlifi hatte ihn mit einem präzisen Pass in den Lauf auf die Reise geschickt. Das große Laufpensum auf inzwischen tiefem und rutschigem Geläuf forderte von den Spartanern die letzten Kraftreserven gegen den zum Ende nochmals stärker aufkommenden Tabellenzweiten, doch es blieb bei dem bemerkenswerten Heimsieg.
Eine weitere hohe Hürde steht den Spartanern am kommenden Sonntag beim Tabellenführer SV Türkay-Sport Garbsen bevor. Der Mitaufsteiger ist nach neun Spieltagen bei zwei Unentschieden noch unbesiegt und steuert der Herbstmeisterschaft entgegen. Die Silbersee-Elf muss einen besonders guten Tag erwischen um dort zu bestehen. Spielbeginn am Planetenring 9a in Garbsen um 15 Uhr.
Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Florian Wienecke (60. Minute Erdem Deniz), Bilel Khlifi, Cem Erkan, Tolga Candir, Dachas Doski (82. Minute Diako Omar), Ersin Piskin (80.Min. Deniz Karacam), Turan Topal, Rinaz Ossman, Ümit Topal, Jamal Miri.