Ultramarathon auf der Schneekoppe

Gute Laune herrschte bei der Läufergruppe aus Deutschland.
 
Hannelore Lyda und Dirk Wertmer, beide vom LAC.

Langenhagener Läufer im Adrenalinrausch

Jetzt war es soweit, ambitionierte Marathonies, Halbmarathonies und Walker machten sich auf den Weg nach Karpacz (auf deutsch „Krummhübel“), einem idyllischen Örtchen im polnischen Riesengebirge. Mit Schörnig Reisen ging es für die zwölf Teilnehmer aus Langenhagen und Umgebung auf die dreitägige Reise zur Schneekoppe, um dort am Ultramarathon teilzunehmen, welcher dieses Jahr zum vierten Mal in Folge stattfand. Unter Leitung von Marian Bigocki, ehemaliger Trainer des Sparta Langenhagen und des LAC, trafen die Sportler nach achtstündiger Fahrt am Abend im edlen vier Sterne Hotel Golebiewski ein. Das Hotel befindet sich in 800-Meter- Höhenlage und schmückt sich mit einer einzigartigen Panoramasicht auf die Schneekoppe, den mit 1.602 Metern höchsten Berg des Riesengebirges.
Noch am selben Abend erkundete die Laufgruppe den Ort in einem kleinen Bummelzug, welcher eigens für dieses Event gebucht wurde. Unter anderem besichtigten sie die bekannte norwegische Wang Kirche, welche 1841 vom preußischen König Friedrich Wilhelm erworben und in Karpacz wiederaufgebaut wurde. Ihre Berühmtheit verdankt sie ihrer einzigartigen Bauweise. Sie besteht aus harzhaltigem norwegischem Kiefernholz von besonderer Haltbarkeit und wurde ohne eiserne Nägel errichtet.
Am nächsten Morgen ging es für die Athleten nach einem ausgiebigen Sportlerfrühstück um kurz vor acht mit dem Taxi zum Start in den Ort. Die insgesamt 800 Teilnehmer durften zwischen drei verschiedenen Strecken am Berg wählen. Ultramarathon und Cross-Lauf-Einsteiger konnten sich auf den 17 Kilometer mit 1.000 Metern Höhenunterschied beweisen, für Fortgeschrittene riefen die 36 Kilometer mit 2.000 Metern Höhenmetern, welche gleichzeitig als polnische Meisterschaften ausgeschrieben waren. Wem diese Distanz noch nicht reichte, der konnte mit den Profis auf der 57 Kilometer langen Strecke mit 3.000 Metern Höhenunterschied kämpfen.
Von den Langenhagener Läufern wählte jedoch keiner die 57-Kilometer-Distanz, da sie durch beschränktes Trainingsgelände im Flachland nicht optimal darauf vorbereitet gewesen wären. Um Neun Uhr erfolgte dann in unglaublicher Atmosphäre bei Sonnenschein und 23 Grad Celsius unter Jubeln der Zuschauer der Start. Jeder Läufer war pflichtgemäß ausgerüstet mit einem Trinkrucksack und einer Kopfbedeckung, um gegen Sonnenbrand und Dehydrierung geschützt zu sein. Die ersten 9km ging es nun im idyllischen Wald über holprige Wege, steinige Abschnitte und Treppenstufen bergauf. Wer schon mal einen Cross-Lauf miterlebt hat, weiß dass das richtige Schuhwerk hier entscheidend ist. Die Bodenverhältnisse auf der Strecke stellten sich für die Läufer zusätzlich zur konstanten Steigung als echte Herausforderung dar. Auf der Schneekoppe angekommen, wurden die Sportler von einer atemberaubenden Aussicht belohnt und konnten sich an einer Verpflegungsstation mit Wassermelone und isotonischen Getränken erfrischen, bevor es bergab auf die zweite Etappe ins Ziel ging.
Auch dort wurden die Läufer unter tosendem Applaus der Zuschauer empfangen und jeder bekam vom Bürgermeister persönlich eine Glasmedaille überreicht. Nach diesem besonderen Erfolgserlebnis ließen die Langenhagener den Abend im Wellnessbereich des Hotels und beim Tanzen in der hoteleigenen Diskothek ausklingen. Eine Saunalandschaft, riesige Schwimmbecken und eine Salzgrotte luden zum Entspannen der strapazierten Muskulatur ein. Gewertet wurden die verschiedenen Distanzen in Altersklassen und natürlich gab es für jede Strecke ein Zeitlimit. Insgesamt haben alle Langenhagener Läufer bemerkenswerte Leistungen erbracht. Dirk Wertmer absolvierte als einziger die 36-Kilometer-Strecke (6:11,59 Stunden) und belegte Platz zehn in seiner Altersklasse (M50) und Platz 168 in der Gesamtwertung. Auch Hannelore Lyda (W50) präsentierte sich hervorragend und legte die 17 Kilometer in 2:18,23 Stunden zurück. Damit belegte sie Platz 62 in der Gesamtwertung und siegte in ihrer Altersklasse. Trainer Marian Bigocki wurde drei Monate zuvor am Meniskus operiert und bezwang den Berg dieses Jahr auf der 17-Kilometer-Strecke wandernd, was ihn jedoch nicht daran hinderte seine Läufer stets zu unterstützen und zu motivieren. Er erreichte das Ziel zusammen mit Christine Klenner nach 5:07,19 Stunden. Insgesamt waren alle sehr stolz auf ihre Erfolge und bewerteten diesen Cross-Marathon aufgrund der Kombination aus erschwerten Laufbedingungen und der wahnsinnig anspornenden Atmosphäre durch Zuschauer und Landschaft als echtes Adrenalinerlebnis.
Auch im nächsten Jahr findet der Ultramarathon wieder um die gleiche Zeit statt und es sind schon 31 Anmeldungen erfolgt. Bei Interesse steht Marian Bigocki für Fragen bereit und ist per E-Mail erreichbar: bigocki.sport@t-online.de.